Dividenden als Entschädigung fürs Warten

Dies alles beruht auf einem wirtschaftlichen Ausblick mit einem langsamen, aber stabilen Wachstum und langsam steigenden Zinsen. Einige Daten der letzten Woche können diese These durchaus unterstützen: Die Konsumausgaben im April verzeichneten den stärksten Anstieg seit sechs Jahren und der Anstieg der  Stimmung bei den Konsumenten im Mai deutet auf eine erneut robuste Konsumdynamik im zweiten Quartal hin. Unterstützt wird der Konsum durch die anhaltende Erholung auf dem Häusermarkt, was durch den weiteren Anstieg des Case-Shiller-Preisindex reflektiert wird. Die Frühindikatoren des Einkaufsmanagerindex von Markit  und der Arbeitsmarktbericht zeigten dagegen ein weniger positives Bild.

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All dies könnte die Federal Reserve darin bestärken eine zweite Zinserhöhung im Sommer umzusetzen.  Das Vertrauen der Märkte in eine solche Maßnahme ist notwendigerweise eher gering, da diese Federal Reserve den lauten Ankündigungen bisher wenige Taten hat folgen lassen. Die Finanzmärkte preisen inzwischen eine Zins-erhöhung im Juni oder Juli nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent ein. Angesichts eines weiterhin lockeren monetären Umfelds scheint es also sinnvoll, Aktien gegenüber Staatsanleihen zu bevorzugen, um auf eine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds zu warten  – immerhin wird das Warten  mit einer ordentlichen Dividendenrendite versüßt.

Autor Tilmann Galler ist Globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt.

Foto: J.P. Morgan AM

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