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11. Juli 2016, 14:13
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Fidelity Asset-Allocation-Barometer: Nach Brexit-Votum Aktien unter- und Europa übergewichtet

Nach dem Brexit-Referendum sind die Kapitalmärkte ordentlich in Bewegung geraten. Die Fondsgesellschaft Fidelity hat die Auswirkungen auf die Asset-Klassen untersucht und bringt die Lage in einem Kommentar auf den Punkt.

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Das Brexit-Referendum hat die Märkte in Bewegung gebracht. Fidelity hat die Auswirkungen untersucht.

Anlageklassen: Anleihen und Aktien untergewichtet

Vor der Brexit-Abstimmung hatten wir Aktien auf untergewichtet gestutzt und die Untergewichtung in der Folge ausgebaut. Schon vor dem Votum schwächelten Gewinne und Wirtschaftswachstum – mit dem Ja zum Brexit dürfte der Abwärtsdruck auf beides zunehmen. Auch Anleihen haben wir nach wie vor deutlich untergewichtet. Vermutlich werden die Zentralbanken ihre Politik noch stärker lockern als bisher gedacht. Das spricht für niedrigere Renditen. Aber auf kurze Sicht sind Anleihen überkauft. Auch Immobilienwerte sind in unseren Portfolios nach wie vor untergewichtet, während wir Rohstoffe derzeit als einzige Anlageklasse übergewichten. Ihr fundamentaler Ausblick bessert sich allmählich. Vor allem im Vergleich zu anderen Anlageklassen erscheinen Rohstoffe attraktiv.

Währungen: Britisches Pfund unter-, Euro neutral gewichtet

Vor dem Brexit-Referendum hatten wir unsere Untergewichtung des britischen Pfund glattgestellt, sie unmittelbar nach dem Votum aber wieder eröffnet. Dagegen haben wir den US-Dollar und den Euro aktuell übergewichtet. Neutral gewichtet sind wir im japanischen Yen und im Schweizer Franken. Der Ausblick für den australischen Dollar ist unseres Erachtens nicht positiv, denn Wachstum und Inflation haben sich abgeschwächt. Wir ziehen den kanadischen Dollar seinem australischen Pendant vor, denn die Aussichten für Öl sind besser als für Industriemetalle.

Aktien nach Regionen: Kontinentaleuropa über-, Schwellenländer untergewichtet

Mit Blick auf die regionale Allokation haben wir Aktien aus Kontinentaleuropa relativ übergewichtet. Aus Angst vor einem politischen Dominoeffekt ist der Markt in die Knie gegangen. Wir halten ihn auf kurze Sicht für überverkauft. Allerdings ist der langfristige Ausblick schwieriger geworden. In britischen Aktien sind wir neutral positioniert. Nach anfänglicher Talfahrt im Zuge des EU-Referendums haben sie sich dank des schwächeren Pfund erholt. Denn viele britische Firmen erwirtschaften den Löwenanteil ihrer Erlöse im Ausland. US-Aktien gewichten neutral: Zwar wächst die Wirtschaft stabil, allerdings stehen die Unternehmensgewinne unter Druck. Auch in Japan sind wir neutral positioniert. Viel spricht für eine weitere Lockerung, auch wenn die Bank von Japan vorerst die Füße stillhält. Unsere größte regionale Untergewichtung sind die Schwellenländer. Mit Europa als Unsicherheitsherd haben sie zuletzt besser abgeschnitten, aber ihre Fundamentaldaten bleiben schwierig.

Aktien nach Branchen: Energie und Technologie übergewichtet

Unsere größte Branchenposition ist die Übergewichtung der Energiebranche, die wir zuletzt verstärkt haben. Denn mit dem weltweit sinkenden Angebot bessern sich die Rahmenbedingungen für Öl. Zudem haben wir in den letzten Monaten eine Übergewichtung bei Industriewerten aufgebaut. Bei Anlegern im vergangenen Jahr wegen der Abkühlung im verarbeitenden Gewerbe unbeliebt, dürfte die Branche von einer Stabilisierung profitieren. Unsere Position bei zyklischen Konsumgütern haben wir auf leicht untergewichtet zurückgefahren. Der Grund: Höhere Ölpreise werden die Konsumlaune dämpfen. Auch die Branchen Basiskonsumgüter und Versorger gewichten wir unverändert unter. (tr)

Foto: Shutterstock

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