1. November 2016, 13:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Japanische Notenbank verschiebt erneut Inflationsziel

Japans Währungshüter erwarten, dass die Preise in dem Land erst später in Richtung der angepeilten Zielmarke steigen. Sie halten weiter an ihrer lockeren Geldpolitik fest.

Kuroda in Japanische Notenbank verschiebt erneut Inflationsziel

Haruhiko Kuroda, Bank of Japan

Die japanische Notenbank (BoJ) hat ihr Inflationsziel erneut verschoben. Trotz der extrem lockeren Geldpolitik wird sich die Teuerung nach Einschätzung der Zentralbank wohl frühestens Ende 2018, aber wahrscheinlich erst Anfang 2019 der angepeilten Marke von zwei Prozent nähern.

Dies geht aus einer Mitteilung nach der zweitägigen Sitzung der Währungshüter in Tokio hervor. Eigentlich sollten die Preise für Konsumgüter ohne frische Lebensmittel bereits Anfang 2017 wieder um rund zwei Prozent zulegen. Ihren im September leicht korrigierten sehr lockeren Kurs der Geldpolitik bestätigte die Notenbank.

Fallende oder stagnierende Preise

Zuletzt lag die Teuerung in Japan bei null Prozent beziehungsweise die Preise fielen größtenteils sogar. Dies ist unter anderem ein Zeichen einer schwachen Nachfrage im Inland und birgt etwa die Gefahr, dass Verbraucher Kaufentscheidungen aufschieben und damit die Wirtschaft weiter lähmen. Da die Inflation in vielen Ländern niedrig ist, orientieren sich viele Notenbanken weltweit – darunter die Europäische Zentralbank – an einem Inflationsziel.

Wiederholte Verschiebung

Notenbankchef Haruhiko Kuroda hatte die zeitliche Vorgabe für eine höhere Inflation, die ein Beleg für ein Ende der seit Jahren anhaltenden Stagnation wäre, bereits mehrmals verschoben. Nun sieht es so aus, dass er es nicht mehr in seiner aktuellen Amtsperiode schaffen wird, dieses Ziel zu erreichen. Kuroda kämpft gemeinsam mit der Regierung seit Jahren darum, die lahmende Wirtschaft zu beleben. Zuletzt waren die Konjunkturdaten größtenteils enttäuschend.

Renditen japanischer Staatsanleihen im Minus

Da die Notenbank die Ankurbelung der Wirtschaft unter anderem mit massiven Anleihekäufen erreichen will, waren die Renditen japanischer Staatsanleihen mit langer Laufzeit zuletzt deutlich ins Minus gerutscht. Das ist vor allem für die Banken ein Problem. Um den Trend zu stoppen, hatte sich die BoJ vor kurzem mehr Spielraum verschafft. Sie könnte künftig verstärkt Wertpapiere mit kürzeren Laufzeiten kaufen. Denkbar ist auch, dass die Notenbanker stärker auf risikoreichere Wertpapiere wie Indexfonds auf Aktien setzen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherungen für wahre Freunde

Die Coronazeit sorgt dafür, dass sich immer mehr Deutsche ein Haustier anschaffen. Doch während Mäuse, Hamster, Katzen oder Kanninchen in der privaten Haftpflicht mitversichert sind, gilt es bei einem Hund versicherungsseitig einiges zu beachten. Sonst wird es teurer.

mehr ...

Immobilien

Mehr Klimaschutz beim Wohnen geht nur mit fairer Kostenverteilung

„Deutschland wird die Klimaziele beim Wohnen nur dann erreichen können, wenn bei allen Maßnahmen drei Grundprinzipien befolgt werden: Energieerzeugung vor Ort im Wohnviertel muss endlich für alle ermöglicht werden. Es ist wirksame staatliche Zuschussförderung notwendig und die Kosten müssen gerecht zwischen Vermietern und Mietern verteilt werden“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

mehr ...

Investmentfonds

Ex-Wirecard-Chef Braun bleibt in Haft

Nach dem Bilanzskandal beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard bleibt der frühere Vorstandschef Markus Braun vorerst in Untersuchungshaft.

mehr ...

Berater

Börsenboom treibt Geldvermögen: Stärkster Anstieg seit 2005

Boomende Aktienmärkte haben 2019 das Vermögen der Menschen rund um den Globus nach Berechnungen der Allianz in Summe kräftig steigen lassen. Weltweit habe das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zugelegt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...