„Europa muss sich zusammenraufen“

Friedrich Merz, Aufsichtsratschef der Deutschland-Tochter des US-Investmenthauses Blackrock, geht davon aus, dass die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten die globale Landkarte langfristig und tiefgreifend verändern wird.

Friedrich Merz erwartet jetzt eine "Welle des Protektionismus" aus den USA,
Friedrich Merz erwartet jetzt eine „Welle des Protektionismus“ in den USA.

Als Ursache für den Wahlerfolg Trumps hob Merz insbesondere dessen Fähigkeit hervor, Menschen zu mobilisieren, die in den vergangenen Jahren nicht wählen gegangen sind.

Zudem sei die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in der amerikanischen Bevölkerung extrem unbeliebt. „Jeder andere halbwegs vorzeigbare Kandidat der Demokraten hätte Trump geschlagen. Und jeder andere republikanische Kandidat hätte Clinton geschlagen“, ist sich Merz sicher.

Gemeinsame europäische Linie erforderlich

Der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erwartet jetzt eine „Welle des Protektionismus“ in den USA, besonders mit Blick auf die Partner in Europa und Asien. Trump werde zudem einen höheren Verteidigungsbeitrag einfordern. Europa müsse sich deshalb „zusammenraufen“. Um Zumutungen aus den USA abzuwehren, sei eine gemeinsame europäische Linie erforderlich. Es seien durchaus „Eruptionen“ im Regierungshandeln von Trump zu erwarten, den man ausgewogene europäische Positionen entgegenstellen müsse.

Merz äußerte aber auch die Hoffnung, dass sich Trump als US-Präsident möglicherweise anders präsentieren wird, als sein Verhalten im Wahlkampf erwarten lässt. (kb)

Foto: Shutterstock

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