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14. Dezember 2016, 09:01
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“Teufelskreis mit besorgniserregenden Wachstumseinbußen”

Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement des Vermögensverwalters Bantleon, sprach mit Cash. über die zukünftigen Kapitalmarkttrends. 

Kapitalmarkttrends

“Das seit Jahrzehnten in den Industrieländern sinkende Produktivitätswachstum lastet auf den Finanzmärkten. Die schwindende Produktivität wirkt sich mit zeitlicher Verzögerung negativ auf die Gewinne aus. Es droht ein Teufelskreis.”

Cash.: Was sind die Kapitalmarkttrends der Zukunft?

Preißler: Die künftigen Kapitalmarkttrends werden von mehreren grundlegenden Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Demografie, Produktivität und Inflation. Nicht wenige Anleger sehen beispielsweise den Grund für das extrem tiefe Renditeniveau bei Staatsanleihen ausschließlich in der ultraexpansiven Geldpolitik der großen Zentralbanken. Sobald deren Mission erfüllt ist, so das Argument, werden die Zinsen deutlich steigen. Diese Hoffnung dürfte sich aber nicht erfüllen, denn die niedrigen Zinsen sind in erster Linie das Ergebnis ungelöster Strukturprobleme und extrem niedriger Inflationsraten. Natürlich werden die Renditen zwischenzeitlich auch mal wieder anziehen. Solange jedoch die oben genannten Basisfaktoren bestehen, bleiben die Zinsen im historischen Vergleich extrem tief.

Warum?

Dafür sprechen verschiedene Gründe. Die ungünstige demografische Entwicklung ist ein globales Phänomen, das allerdings in Europa besonders dramatische Züge annimmt. Historisch betrachtet entfällt mehr als die Hälfte des Wirtschaftswachstums auf die größer werdende Bevölkerung eines Landes. Diese Quelle des Wachstums versiegt komplett, was rund 0,5 Prozent Wachstumspunkte kostet – pro Jahr wohlgemerkt. Auch das seit Jahrzehnten in den Industrieländern sinkende Produktivitätswachstum lastet auf den Finanzmärkten. Die schwindende Produktivität wirkt sich mit zeitlicher Verzögerung negativ auf die Gewinne aus. Es droht ein Teufelskreis mit besorgniserregenden langfristigen Wachstumseinbußen. Von der Inflation ist ebenfalls kein großer Aufwärtsdruck auf die Kapitalmarktrenditen zu erwarten. Zwar haben die Notenbanken die Finanzmärkte mit Liquidität geflutet, aber dieses Geld kommt nicht beim Verbraucher an und wirkt somit nicht preistreibend. Die Lebenshaltungskosten in der Eurozone sollten sich deshalb in den nächsten Jahren weiter zwischen ein und drei Prozent pro Jahr verteuern. Als Folge dieser Entwicklungen dürfte das nominelle Wirtschaftswachstum in überschaubarer Zukunft seinen flachen Seitwärtspfad fortsetzen.

Seite zwei: Rallye der Rohstoffpreise gebremst

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