31. Mai 2016, 08:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ölsektor droht größere Korrektur

„Rohstoffe kamen in der vergangene Woche kaum von der Stelle. Verluste im Energie- und insbesondere Edelmetallsektor wurden durch Gewinne bei Industriemetallen und Agrarrohstoffen ausgeglichen“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

SaxoBank Ole Hansen-Kopie in Ölsektor droht größere Korrektur

Ole Hansen ist Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Edelmetalle, darunter auch Platin und Palladium, befänden sich bereits den gesamten Mai über unter Druck. Grund hierfür seien ein stärkerer US-Dollar und neuerliche Spekulationen um steigende US-Leitzinsen, die eine lang überfällige Preiskorrektur und Gewinnmitnahmen auslösten. Der Energiesektor erlebte eine uneinheitliche Woche. „Während der Gaspreis aufgrund eines größer als erwarteten Lagerbestands gesunken ist, konnten die beiden Ölbenchmarken Brent und WTI leichte Gewinne verbuchen und durchbrachen die psychologisch wichtige Marke von 50 USD pro Barrel“, sagt Hansen.

Gold steht unter Druck

„Edelmetalle wurden in den vergangenen Tagen durch zunehmend hawkische Aussagen des Federal Open Market Committees erschüttert. Dies befeuert die Prognosen bezüglich einer US-Leitzinserhöhung und stärkt zudem den Dollar“, sagt Hansen. Letzteres erschaffe in Kombination mit steigenden Anleihezinsen jedoch ein schwieriges Marktumfeld für Edelmetalle – nicht zuletzt für Gold. Zum ersten Mal seit Beginn der Rallye im Januar dieses Jahres stelle sich die Frage, wie nachhaltig der Aufschwung sei.

„Während sich die Erwartungen bezüglich einer Leitzinserhöhung nach oben schrauben und der Dollar sich weiter erholt, wird es Gold schwer haben. Aufgrund des Niedrigwachstums, negativer Staatsanleihenrenditen und potenzieller Inflation betrachten wir den aktuellen Kursrücksetzer aber als gesunde Korrektur innerhalb des bestehenden Aufwärtstrends“, sagt Hansen.

Öl könnte in Konsolidierungsphase eintreten

„Der Energiesektor erlebte eine gemischte Woche. Zunächst durchbrachen die beiden Ölsorten Brent und WTI die Marke von 50 USD pro Barrel. Da weitere Kursanstiege jedoch ausblieben, kam es zu Gewinnmitnahmen und technischen Verkäufen“, sagt Hansen. Dieses Kurslevel und zahlreiche Versorgungsstörungen hätten die Rallye in den vergangenen Wochen gestützt und sogar die gewöhnlich starke negative Korrelation zum US-Dollar kompensiert. Davon abgesehen hätten Investoren mittlerweile Longpositionen mit einem Volumen von 650 Millionen Barrel aufgebaut.

Damit befände man sich nicht weit entfernt vom Rekordwert aus dem vergangenen Monat. „Der Aufbau dieser spekulativen Longpositionen, zunehmend negative technische Signale, eine sich stabilisierende Zahl von aktiven US-Bohranlagen und saisonbedingt schwächere Gewinnmargen von Raffinerien bergen somit das Risiko einer größeren Preiskorrektur“, sagt Hansen abschließend. (tr)

Foto: Saxo Bank

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Next new normal – Wie Corona die Assekuranz nachhaltig verändert

Ziemlich unvorbereitet hat die Corona-Pandemie im März 2020 die Assekuranz getroffen. Seitdem laufen die Geschäfte – in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und unter komplett neuen Rahmenbedingungen. Wie gut das den Versicherern gelingt, zeigt eine aktuelle Studie der Versicherungsforen Leipzig.

mehr ...

Immobilien

Reform des Wohnungseigentumsgesetzes: Das sind die Änderungen

Im Herbst 2020 wird voraussichtlich die Reform des Wohnungseignetumsgesetzes (WEG) mit wesentlichen Änderungen in Kraft treten. Dr. Christian Waigel, Waigel Rechtsanwälte, hat die zum Teil erheblichen Änderungen für Eigentümer zusammengefasst.

mehr ...

Investmentfonds

Wirecard: Philippinische Behörden erwarten lange Ermittlungen

Im milliardenschweren Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard werden die Ermittlungen auf den Philippinen den Justizbehörden zufolge monatelang dauern. Die zuständige Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLC) der Regierung in Manila überprüfe im Zusammenhang mit dem Skandal mittlerweile 50 Menschen und Organisationen, sagte AMLC-Direktor Mel Racela der Deutschen Presse-Agentur. “Wir werden jeden Stein umdrehen.”

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei Girokonto-Gebühren – Vergleichswebseite gestartet

Die erste unabhängige und kostenlose Internetseite zum Vergleich von Girokonten-Kosten ist an den Start gegangen. Der TÜV Saarland erteilte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dafür dem Vergleichsportal Check24 die Zertifizierung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Private Equity Dachfonds steigert Platzierung bei Institutionellen

Die Private Equity Unternehmen Solutio AG und Pantheon haben ihren zweiten gemeinsamen Dachfonds Solution Premium Private Equity VII mit Zeichnungszusagen von 553 Millionen Euro geschlossen (“Final Closing”). Das seien zehn Prozent mehr als beim Vorgängerfonds.

mehr ...

Recht

Corona-Hilfskredite: Große Herausforderungen

Der Gesetzgeber hat auf die Coronakrise mit vielfältigen Maßnahmen zügig reagiert. Generell zielen die Maßnahmen darauf ab, die Folgen für Privatpersonen und Verbraucher abzufedern. Wie mit Krediten umzugehen ist, die an Unternehmen projektbezogen oder zur laufenden Finanzierung des Geschäftsbetriebs ausgereicht wurden. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Unzicker

mehr ...