10. August 2016, 09:37
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Programmierer jagen Fondsmanager

An den großen Wertpapierbörsen dominieren schon lange Computerprogramme den Handel. Sie machen je nach Standort rund 50 bis 80 Prozent aller Umsätze aus. Im Fondsmanagement, wo der Mensch noch regelmäßig entscheidet, steht ebenfalls ein Wandel an. Der Rademacher-Kommentar

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Tim Rademacher analysiert den stetigen Wandel in der Fondsindustrie.

Beim Day-Trading ist der algorithmische Handel schon längst dominant. In den letzten 20 bis 30 Jahren war hier die Entwicklung enorm. Dies mag zwar von vielen Politikern kritisiert werden, ist aber auch im Sinne der Markteffizienz nützlich. Zudem lässt sich dieser Handel keinesfalls stoppen, da dieser dann ganz einfach auf andere Länder ausweicht. Binnen Millisekunden entscheiden Rechner, ob sie Kauf- oder Verkaufsaufträge platzieren. Mittlerweile ist diese Software so intelligent, dass sie beispielsweise selbstständig Nachrichten wie Quartalsberichte auswerten kann und entsprechend Kauf- oder Verkaufsaufträge blitzschnell platziert. Der Mensch, welcher diese Berichte manuell lesen muss, hat gegen diese Geschwindigkeit keine Chance.

Umbruch steht noch bevor

Bei den meisten Fondsgesellschaften sind solche Systeme allerdings noch keineswegs dominant. Zwar nutzt auch der jeweilige Fondsmanager diverse IT-Systeme, die ihn bei der Umsetzung seiner Handelsstrategie unterstützen. Letztendlich entscheidet aber der Mensch im letzten Schritt, welche Papiere gehandelt werden oder nicht. Dies ist auch verständlich, da langfristige Anlageentscheidungen oftmals viel komplexer als kurzfristiges Trading sind.

Allerdings machen die Maschinen auch in diesem Bereich massive Fortschritte, weshalb die Asset Manager in diesen Bereich investieren müssen. Einige Experten erwarten, dass sich auch Computerprogramme im Fondsmanagement in den kommenden fünf bis zehn Jahren durchsetzen. Gerade in Zeiten von Big Data können diese mehrere Millionen Informationen auswerten und daraus immer präzisere Anlageentscheidungen ableiten. Für einige Fondsmanager, deren Job durch diesen Trend in Gefahr gerät, ist diese Entwicklung natürlich schlecht. Allerdings profitieren die Anleger von einer geringeren Fehleranfälligkeit und einer größeren Prognosetiefe. Damit kann Kapital noch effizienter angelegt werden.

Auch Fondsgesellschaften profitieren

Für die Fondsgesellschaften ist die Entwicklung solcher Programme langfristig ebenfalls sehr attraktiv. Sie können sich sehr hoher Zuflüsse sicher sein, wenn Sie über ein System verfügen, dass ein gutes Verhältnis zwischen Rendite und Risiko liefert. Deshalb sind schon jetzt zahlreiche Firmen im Verborgenen an der Entwicklung solcher Programme tätig. Hierbei sind vor allem Programmierer sehr gefragt, die die entsprechenden Techniken beherrschen.

Für die Menschen in den Bankentürmen bleibt aber dennoch viel zu tun. Sie müssen ihre Handelssysteme auch künftig regelmäßig optimieren, damit sie an der Börse gegenüber der Konkurrenz weiterhin konkurrenzfähig bleiben. So gibt es auch bei solchen automatischen Handelsprogrammen eine Halbwertzeit. Am Finanzplatz Frankfurt wird die Entwicklung nicht stillstehen, weshalb hier auch regelmäßig weitere Innovationen im Fondsbereich auf den Markt gebracht werden. Wettbewerber, die sich diesem Trend verschließen, drohen ganz von der Bildfläche zu verschwinden, während neue Startups regelmäßig die Bühne betreten.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Cash.

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