29. November 2016, 14:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Italien-Referendum: Renzis Risiko

Paul Diggle, Aberdeen Asset Management, kommentiert die Bedeutung des italienischen Referendums am kommenden Wochenende für Italien und die Investoren in Europa.

PaulDiggle-Kopie in Italien-Referendum: Renzis Risiko

Paul Diggle, Aberdeen Asset Management

Das italienische Referendum stellt ein großes Risiko dar. Die Vorhersagen legen nahe, dass Ministerpräsident Renzi wahrscheinlich das Referendum verlieren wird, und er hatte gesagt, dass er in diesem Fall zurücktreten werde. Aber selbst wenn er gewinnt und unmittelbar danach, mit oder ohne Neuwahlen, eine neue Regierung bilden kann – seine Reformagenda wäre erheblich beeinträchtigt und die italienische Wirtschaft wird darunter leiden.

Im Griff einer toxischen Kombination

Die meisten Investoren würden es vorziehen, wenn Renzi gewinnt und eine stabile Regierung bildet, aber das würde die Probleme nicht beseitigen. Italien ist im Griff einer toxischen Kombination aus niedrigem Wachstum, angeschlagenen Banken und der schleichenden Bedrohung durch eine populistische Politik. Nichts davon wird am Morgen nach dem Referendum verschwinden. Das niedrige Wachstum benötigt jene Art von Reformen, die Renzi zu machen versucht, sich bei der Inkraftsetzung aber abmüht. Die Banken benötigen eine Rekapitalisierung, aber niemand wird das tun, und der Kampf gegen den Populismus dürfte nur gewonnen werden, indem die anderen beiden Probleme gelöst werden.

Fünfsternebewegung kommt an den Märkten nicht gut an

Das Szenario, welches die Märkte am wenigsten wollen, ist das die Fünfsternebewegung eine durch Renzis Rücktritt ausgelöste Wahl gewinnt. Das würde wahrscheinlich ein Referendum über die Mitgliedschaft in der Eurozone und höhere fiskalische Defizite mit sich bringen. Wie bei Trump würde es wahrscheinlich eine Mischung aus einem Rückzug von der Globalisierung und steigenden Ausgaben bedeuten. Solche schnellen Ausgaben dürften zwar dem Wachstum einen kurzfristigen Schub verleihen, würden aber nicht Italiens tiefsitzende Wirtschaftsprobleme lösen. Es würde weder Italiens Wirtschaft konkurrenzfähiger machen noch bei den notleidenden Banken aufräumen, welche der Dreh- und Angelpunkt für ein nachhaltiges Wachstum in Italien sind.

Paul Diggle ist Senior Economist bei Aberdeen Asset Management

Foto: Shutterstock, Aberdeen Asset Management

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Tief Axel: Was zahlt die Versicherung?

Das Tief Axel sorgte in der vergangenen Nacht mit Starkregen und sturmartigen Böen vielerorts für Überschwemmungen. Am heutigen Dienstag muss noch mit teils heftigem Dauerregen gerechnet werden, bevor das unwetterartige Tief in Richtung Süden abzieht. Entstehende Schäden werden bei Naturgewalten zwar unter Umständen von den Gebäude- und Hausratversicherungen abgedeckt. Gerade bei Starkregen und Überschwemmungen bedarf es aber eines zusätzlichen Schutzes durch eine Elementarschadenversicherung. ARAG Experten erklären, welche Versicherung wann einspringt.

mehr ...

Immobilien

Altersgerecht Wohnen: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Heute leben 90 Prozent der über 65-Jährigen in Wohnungen, die nicht altersgerecht sind. Eine stressfreie Alternative zur Modernisierung kann der Eigentumserwerb in einer betreuten Wohnanlage sein. Service und Pflege lassen sich einfach dazubuchen.

mehr ...

Investmentfonds

Wo geht die Reise für Unternehmensanleihen hin?

In den vergangenen vier Monaten verzeichneten Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade-Segment weltweit erfreuliche Zuwächse. Hintergrund hierfür war hauptsächlich die geldpolitische Wende der US-Notenbank Fed. Das fundamentale Umfeld sollte weiter für Unterstützung sorgen. Ein Gastbeitrag von Marc Herres, Union Investment

mehr ...

Berater

Vertrauen? Fehlanzeige: Was Verbraucher wollen

Sinn- und zweckorientierte Verbraucher sind skeptisch, was Datenschutz, Lebensmitteletikettierung und ethische Verantwortlichkeit von Marken betrifft – ein mit 1 Billion US-Dollar beziffertes Risiko für Unternehmen, die Reputation, Markenvertrauen und inhärenter Transparenz keine Priorität einräumen. Warum sich mehr als die Hälfte der Befragten lieber auf die Meinung von Freunden, Kollegen und Gleichgesinnten verlässt. 

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...