Studie: Nachteilige Folgen der Bankenregulierung beseitigen

Die zahlreichen und zunehmenden Regulierungswellen sorgen bei regionalen Kreditinstituten für Anpassungen von Geschäftsmodellen und belasten zunehmend auch die Kunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) aufgesetzt wurde.

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Uwe Fröhlich, BVR, will unter anderem auf die veränderte Ausrichtung des Geschäfts von Banken infolge der Regulierung aufmerksam machen.

Auswirkungen sehen die Autoren der Studie vor allem in der Mittelstandsfinanzierung und bei der Betreuung von Privatkunden. BVR-Präsident Uwe Fröhlich sagt dazu: „Es ist nicht akzeptabel, dass unsere Institute infolge regulatorischer Vorschriften ihre traditionelle Zielkundschaft nicht mehr in dem gleichen Maße wie bisher betreuen können. Der Gesetzgeber ist im Sinne der mittelständischen Wirtschaft gefordert, die schädlichen Nebenwirkungen der Regulierung zu beseitigen.“

Kleinvolumiges Kreditgeschäft bevorzugt

Der Studie zufolge sehen sich die Institute aufgrund der steigenden Eigenkapitalanforderungen durch Basel III und der Überarbeitung des Kreditrisiko-Standardansatzes zunehmend dazu veranlasst, ihre Kunden im gewerblichen Bereich stärker auszuwählen. Präferiert wird eher kleinvolumiges Kreditgeschäft. Kredite über 1,5 Millionen Euro verlieren hingehen an Attraktivität. Zudem erschweren Firmen mit einem Einlagevolumen über 500.000 Euro den Banken die Einhaltung der Mindestliquiditätsquote (LCR) übermäßig stark.

Regulierung reduziert Dienstleistungsvielfalt

Auf Privatkundenseite führen die umfassenden Vorschriften und Dokumentationspflichten in der Wertpapieranlageberatung und Immobilienfinanzierung dazu, dass Genossenschaftsbanken diese Dienstleistungen nicht mehr flächendeckend, sondern nur noch in spezialisierten Beratungscentern anbieten können. Perspektivisch kann es durch die Regulierung dazu kommen, dass die Anlageberatung nur noch bestimmten Kundensegmenten angeboten wird, etwa einkommensstarken Privatkunden, was dem Selbstverständnis der Volksbanken und Raiffeisenbanken als zuverlässigen Allfinanzanbietern für alle Kundengruppen zuwiderläuft.

Weitere Impulse zur Bankenregulierung

Der BVR möchte mit der Studie der Diskussion um eine richtige Balance der Bankenregulierung weitere Impulse geben. Genossenschaftsbanken sehen sich nicht nur durch die immer neuen Regulierungsmaßnahmen, die in den letzten Jahren nach der Finanzmarktkrise erlassen wurden, enormen Kosten ausgesetzt. Die Regulatorik verändert auch die Geschäftsausrichtung der Banken, obwohl Genossenschaftsbanken aufgrund ihrer regionalen Ausrichtung und ihrer breiten Kundenakzeptanz nachweislich in der Finanzmarktkrise stabilisierend gewirkt haben. (fm)

Foto: BVR 

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