14. Oktober 2016, 17:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Banken deutlich pessimistischer

Die Mehrheit der Banken in Deutschland und Österreich blickt pessimistisch in die Zukunft. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Als größte Herausforderungen werden demnach das niedrige Zinsniveau, der wachsende Compliance-Druck und der verschärfte Wettbewerb mit digitalen Konkurrenten genannt.

Studie: Banken deutlich pessimistischer

Das niedrige Zinsniveau, der wachsende Compliance-Druck und der verschärfte Wettbewerb mit digitalen Konkurrenten belasten die Banken.

Zwei Drittel aller deutschen und österreichischen Banken erwarten, dass sich die Kreditwirtschaft bis 2019 schlechter entwickeln wird als die jeweilige Gesamtwirtschaft in beiden Ländern. Das ist ein Ergebnis der Umfrage “Branchenkompass Banking 2016” des Beratungsunternehmens Sopra Steria Consulting. Vor zwei Jahren waren demnach nur halb so viele Banken derart pessimistisch gestimmt.

Im Juli 2016 hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Sopra Steria Consulting 120 Entscheider aus 100 der größten Kreditinstitute in Deutschland und 20 der größten Institute in Österreich zu den Branchentrends sowie zu den Strategien und Investitionszielen bis 2019 befragt.

Regulierung, Niedrigzins und Digitalisierung belasten die Banken

Insbesondere die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wird von den befragten Bankern als negativer Einfluss gewertet. Ihrer Ansicht nach stelle sie die Rentabilität mancher herkömmlichen Finanzprodukte grundsätzlich in Frage. Auch der durch regulatorischen Anforderungen steigende Aufwand belastet demnach die Bilanzen der Institute schwer.

Als eine weitere Belastung nennen die Befragten branchenfremde Anbieter, die ihre digitalen Dienstleistungen “direkt an die Wertschöpfungskette etablierter Banken andocken”. Vor diesem Hintergrund halten 84 Prozent der Befragten die Digitalisierung im eigenen Haus für besonders dringlich. 97 Prozent erwarten zudem, dass der Regulierungsdruck die Prozess- und IT-Standardisierung weiter vorantreiben wird.

Banken investieren in Vertriebs- und Kundenmanagement

Ein Großteil der befragten Entscheider wollen bis 2019 in die Gesamtbanksteuerung (87 Prozent) und in das Vertriebskanalmanagement (73 Prozent) investieren. Im Durchschnitt soll ein Fünftel des Investitionsetats für die Erneuerung der IT-Anwendungslandschaft eingesetzt werden. Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen sollen 17 beziehungsweise 15 Prozent in die IT-Erneuerung fließen, bei Kreditbanken fast 30 Prozent.

Den größten Teil der Investitionen wollen die Banken in das Vertriebs- und Kundenmanagement stecken. Der Anteil am Investitionsbudget hat sich der Studie zufolge in den vergangenen zwei Jahren von 20,9 auf 22,5 Prozent erhöht. “Mit ihren aktuellen Investitionsplanungen reagieren Banken offenbar auf die Tatsache, dass der Wettbewerb um die Kunden im Zuge der technologischen Entwicklung, aber auch aufgrund der neuen Konkurrenz durch Fintech-Unternehmen stark zugenommen hat”, kommentiert Stefan Lamprecht, Division Director Banking bei Sopra Steria Consulting. (jb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Fünf Millionen Bescheide zur Mütterrente bislang erteilt

Stephan Fasshauer, Direktor der Deutschen Rentenversicherung, befasste sich in seinem Bericht auf der in Bochum tagenden Vertreterversammlung mit der Umsetzung der neuen Mütterrente.

mehr ...

Immobilien

Lange Zinsbindung und höhere Beleihung bei Immobilienfinanzierungen

Die durchschnittliche Darlehenssumme für Immobilienfinanzierungen stagniert im Mai – auf Rekordniveau: Wie im Vormonat beträgt sie eine knappe viertel Million Euro (248.000 Euro). Die Standardrate, die für eine Finanzierung von 150.000 Euro und 80 Prozent Beleihungsauslauf mit zwei Prozent Tilgung und 10 Jahren Zinsbindung errechnet wird, beträgt 448 Euro. Das sind 22 Euro mehr als im April. Damit liegt sie unter dem Mittelwert von 2018 und entspricht in etwa der durchschnittlichen Rate in 2017.

mehr ...

Investmentfonds

VanEck listet den ersten eSports ETF an der Deutschen Börse

VanEck gab heute das Listing des VanEck Vectors Video Gaming and eSports UCITS ETF an der Deutschen Börse bekannt. Damit bietet der Asset Manager den ersten ETF in diesem innovativen Geschäftsfeld über Xetra an.

mehr ...

Berater

Kaum ein Unternehmen verzichtet auf die Automatisierung von Prozessen

Mehr als 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen automatisieren wichtige Geschäftsprozesse. So lautet das zentrale Ergebnis einer globalen Studie zur Nutzung von Automatisierungstechnologien, die UiPath in Auftrag gegeben hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Rendite statt Leerstand

Viele Unternehmen halten große Freiflächen oder Nachverdichtungsflächen vor, um auf dem Gelände weiter expandieren zu können. Ob und wann der zusätzliche Raumbedarf eintritt, steht oft in den Sternen. Viele Raumreserven liegen dauerhaft brach. Hinzu kommt: Die fortschreitende Geschäftsentwicklung ändert auch den Raumbedarf. Es werden also Konzepte gebraucht, die solche Zustände vermeiden.

mehr ...