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3. Juni 2016, 10:25
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Taktisch handeln, heißt mittlerweile strategisch handeln

Europa profitiert von starken, unterstützenden Faktoren wie dem schwachen Euro, günstigem Öl und extrem niedrigen Zinssätzen. Gastkommentar von Benjamin Melman, Edmond de Rothschild Asset Management.

Melman Benjamin EdRAM-Kopie in Taktisch handeln, heißt mittlerweile strategisch handeln

Benjamin Melman untersucht die EZB-Geldpolitik.

Doch nicht alle diese Faktoren entfalten bereits positive Wirkung. In mehreren Ländern sind die Regierungen dabei, ihre Fiskalpolitik zu lockern, und Reformprogramme tragen sogar in den Peripherieländern zu einer Wachstumserholung bei. Ein entscheidender Antriebsfaktor für die Erholung ist der Konsum der Privathaushalte, der durch leichter verfügbare Kredite angekurbelt wird. Für 2016 erwarten wir in der Eurozone ein Wachstum von circa 1,5 Prozent.

EZB tritt mit Nachdruck auf

Was die Geldpolitik angeht, nimmt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Rolle als Hüterin des Euros sehr ernst. Ganz im Sinne seines berühmten Ausspruchs, dass die EZB „alles [zum Erhalt des Euros] Erforderliche tun” werde, hat EZB-Chef Mario Draghi im März eine ganze Reihe neuer ehrgeiziger Maßnahmen angekündigt. Im Juni wird die Notenbank mit dem Ankauf von Investment-Grade-Anleihen von Nichtfinanzunternehmen beginnen. Außerdem wird sie nächsten Monat vier neue, gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) für Kreditinstitute anbieten.

Während bestimmte Risiken nachlassen (Griechenland steuert anscheinend auf einen Kompromiss zu), könnten andere auftauchen. Deshalb sollten Anleger weiter vorsichtig sein und sich auf taktisches Investieren fokussieren. Falls die Wähler in Großbritannien mehrheitlich für den Brexit stimmen, könnten sich die diesbezüglichen Verhandlungen mit der EU lange hinziehen und für anhaltende Unsicherheit sorgen.

Wegen des bevorstehenden Referendums werden die Märkte nervös bleiben, weil es schwierig ist, die Folgen eines Votums gegen den Verbleib in der EU zu quantifizieren. Die Märkte könnten auch durch die in den USA und in verschiedenen europäischen Ländern anstehenden Wahlen, durch Zinsentscheidungen der US-Notenbank (Fed), Sorgen über eine mögliche Wachstumsverlangsamung in den USA und China sowie geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit dem Ölpreis beunruhigt werden. Benjamin Melman ist Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Foto: Edmond de Rothschild

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