Anzeige
15. November 2017, 11:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Angst vor chaotischem Brexit

Angesichts zäher Brexit-Gespräche läuft der britischen Wirtschaft die Zeit davon.  Handelsbarrieren wie Zölle und Grenzkontrollen müssten im Falle eines harten Brexits wieder eingeführt werden und Finanzdienstleister müssten Teile ihres Geschäfts verlagern. Das wären teure Maßnahmen, die sich nur schwer wieder rückgängig machen lassen.

Brexit in Angst vor chaotischem Brexit

Besonders die Finanzbranche und exportorientierte Unternehmen würden unter einem harten Brexit leiden.

Als die britische Premierministerin Theresa May im September in Florenz eine Rede zum Brexit hielt, atmete die Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals auf. Erstmals brachte May konkret eine Übergangsphase nach dem EU-Austritt ihres Landes im März 2019 ins Spiel. Zwei Jahre, in denen weitgehend alles beim Alten bleiben soll. Das würde Unternehmen und Regierung Luft verschaffen, um sich auf Veränderungen nach dem Brexit einzustellen.

Doch knapp zwei Monate später ist von dem Optimismus nicht viel geblieben. Es geht nicht voran bei den Brexit-Gesprächen. Kommt die Einigung für die Übergangsphase zu spät, müssen sich die Unternehmen schon bald auf den schlimmsten Fall vorbereiten: den Sturz in den Brexit-Abgrund, ein Austritt aus der Europäischen Union ohne Abkommen über die Zukunft.

Drastische Folgen für Finanzdienstleister

Zölle müssten eingeführt werden, und Warenkontrollen an den Grenzen wären nötig. Ein Szenario, für das weder die britischen Zollbehörden noch ihre Kollegen auf dem Kontinent gerüstet wären. “Das wäre der chaotische Brexit”, sagt Ulrich Hoppe von der deutsch-britischen Industrie- und Handelskammer in London: “Dann sind die Häfen am nächsten Tag zu.”

Für Banken und Finanzdienstleister aus der Londoner City wären die Folgen ähnlich drastisch. Sie müssten Teile ihres Geschäfts an Standorte in der Europäischen Union verlagern; sonst wäre es möglich, dass sie ihre Produkte nicht mehr in die EU verkaufen dürfen.

Etwa 50 Banken haben sich nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits zur Verlagerung von Geschäften erkundigt. 20 haben schon eine Banklizenz im Euroraum beantragt. Experten rechnen mit bis zu 70 000 Jobs, die allein in der Finanzbranche aus Großbritannien abwandern könnten.

Wirtschaftsverbände fordern Klarheit

Entscheidungen, die nicht mehr ohne erhebliche Kosten rückgängig gemacht werden können – und sie müssen bald getroffen werden. Bei einer Umfrage des wichtigsten britischen Unternehmerverbands CBI (Confederation of British Industry) gaben 60 Prozent der Firmen an, spätestens Ende März 2018 noch eine Kehrtwende vollziehen zu können. Ein Viertel der Unternehmen sieht schon beim Jahreswechsel einen Punkt erreicht, von dem es kein Zurück mehr gibt.

“Wir brauchen jetzt mehr als warme Worte”, betonte CBI-Generaldirektorin Carolyn Fairbairn kürzlich nach einem Treffen zwischen Vertretern europäischer Unternehmensverbände und Premierministerin May.

Seite zwei: Wirtschaft trübt sich ein

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Frauen gehen häufiger zum Zahnarzt als Männer

Frauen gehen in Deutschland deutlich häufiger zum Zahnarzt als Männer. Während 2016 nur 67,6 Prozent der Männer mindestens einmal zum Zahnarzt gingen, waren es bei den Frauen 75,4 Prozent, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Zahnreport der Barmer-Krankenkasse hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...