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21. September 2017, 11:14
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Bundestagswahl alles andere als ein Non-Event für die Märkte

Nach Meinung des Vermögensverwalters Blackrock setzt die Bundestagswahl den entscheidenden Rahmen, innerhalb dessen zumindest in den nächsten vier Jahren das Wohl und Wehe auch für die Kapitalanlage entschieden wird.

Reichstag in Bundestagswahl alles andere als ein Non-Event für die Märkte

Wahl zum 19. deutschen Bundestag dürfte auch die Märkte bewegen.

Daher “wäre es wohl verfehlt, die Bundestagswahl als unbedeutend für die Kapitalmärkte zu bezeichnen”, schreiben Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa sowie Kapitalmarktstratege Felix Herrmann in einem aktuellen Kommentar.

Fortsetzung der GroKo am wahrscheinlichsten

Angesichts der Erfahrungen aus der Vergangenheit und der einzelnen Parteipositionen hält Blackrock eine Fortsetzung der Großen Koalition für das Wahlergebnis mit der größten Wahrscheinlichkeit (50 Prozent), gefolgt von einem möglichen Bündnis aus Union und FDP (40 Prozent). Für die Dreierkombination aus Union, FDP und Grünen sieht der Vermögensverwalter nur eine kleine Restwahrscheinlichkeit von zehn Prozent.

Je nachdem, welches dieser Szenarien tatsächlich eintrifft, erwartet Blackrock unterschiedliche Folgen für die Kapitalmärkte. Ausschläge seien allenfalls zu erwarten, wenn sich an der Regierungskoalition etwas ändere.

Hoffnung für Aktienmärkte durch schwarz-gelbe Koalition

“So könnte etwa ein Wahlergebnis, welches ein Bündnis aus Union und FDP rechnerisch möglich macht, an den Aktienmärkten für Hoffnung sorgen, da die FDP als wirtschaftsfreundlich gilt, Steuersenkungen und Deregulierung aufgeschlossen gegenübersteht und somit Optimismus bezüglich höherer Unternehmensgewinne befördern könnte”, so Lück. “Dagegen dürften die Anleihemärkte, insbesondere jene für südeuropäische Staatsanleihen, eine Regierungsbeteiligung der FDP mit Skepsis sehen, hatten sich doch führende FDP-Vertreter für eine sehr harte Auslegung des Fiskalpaktes und sogar ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone ausgesprochen. Die südeuropäischen Renditeaufschläge könnten somit ansteigen”, meint Herrmann.

Fortsetzung der jetzigen Koalition eher unspektakulär

Im Gegensatz dazu wäre eine Fortsetzung der jetzigen Koalition für die Märkte Blackrock zufolge wohl so unspektakulär, dass ein entsprechendes Ergebnis die Kurse kaum bewegen dürfte. Auch in den anderen Szenarien sollten die Reaktionen überschaubar sein. “Insgesamt dürften sowohl Aktien- als auch Anleihemärkte eventuelle Kurzfristreaktionen relativ schnell wieder korrigieren, da sich die FDP als Regierungspartei kaum mit allen Forderungen wird durchsetzen können, und zwar weder im positiven Sinne, also etwa mit dem Ruf nach Steuersenkungen für Unternehmen, noch negativ, zum Beispiel mit der Forderung nach einem Euro-Ausschluss Griechenlands”, so Lück und Herrmann. (fm)

Foto: Shutterstock

 

 

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