10. Januar 2017, 12:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

China: Überraschend starker Preisanstieg nährt Hoffnung

Erneut wecken Konjunkturdaten aus China die Hoffnung auf ein stärkeres Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Es gibt aber einen Haken, der die positive Entwicklung bremsen könnte.

Shanghai-Financial750 in China: Überraschend starker Preisanstieg nährt Hoffnung

Shanghai: Das Power-Haus der chinesischen Wirtschaft

Nachdem zuletzt Stimmungsdaten aus Industrieunternehmen den besten Wert seit fast vier Jahren erreicht hatten, deuten auch Kennzahlen zur Preisentwicklung auf bessere Zeiten für Chinas Wirtschaft hin. Wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte, sind die Erzeugerpreise im Dezember so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr gestiegen. Die Konjunktur könnte nach einer Schwächephase wieder stärker in Schwung kommen.

Für Dezember meldete die Statistikbehörde bei den Erzeugerpreisen einen Preissprung von 5,5 Prozent im Jahresvergleich. Einen stärkeren Anstieg gab es zuletzt im September 2011. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Zuwachs um 4,6 Prozent erwartet. Bereits im November war die Wachstumsrate der Erzeugerpreise mit 3,3 Prozent deutlich stärker als erwartet ausgefallen.

Rohstoffpreise treiben an

Steigende Rohstoffpreise, aber auch die enorme Nachfrage im Bausektor haben nach Einschätzung von Analysten zum Anstieg der Erzeugerpreise beigetragen. Die Dezember-Daten zur Entwicklung der Erzeugerpreise werden gemeinhin als ein weiteres Zeichen der Stabilisierung gewertet. Zuletzt war Chinas Wirtschaft spürbar ins Stocken geraten.
Xu Shaoshi, Chinas oberster Wirtschaftsplaner, sagte am Dienstag, dass er für das gesamte Jahr 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent rechnet. Die Zahlen legt Peking am 20. Januar vor. Im langfristigen Vergleich dürfte das chinesische Wirtschaftswachstum damit 2016 erneut ungewöhnlich schwach ausgefallen sein.

Stärkeres Wachstum?

Die jüngsten Konjunkturdaten deuten aber wieder ein stärkeres Wachstum an. Experte Frederik Kunze von der NordLB geht davon aus, dass sich die steigenden Produzentenpreise positiv auf die Einnahmen vieler Industrieunternehmen auswirken könnten. Voraussetzung sei allerdings, dass die Firmen den Preisanstieg tendenziell an die Kunden weitergeben können. “Vor dem Hintergrund der besorgniserregenden Schuldenlast in weiten Teilen des chinesischen Unternehmenssektors kann somit durchaus von einer Erleichterung gesprochen werden”, sagte Kunze.
Auch die Entwicklung der Verbraucherpreise zeigte sich im Dezember robust. Im Jahresvergleich seien sie um 2,1 Prozent gestiegen, teilten die Statistiker in Peking weiter mit. Volkswirte hatten allerdings eine etwas stärkere Inflation um 2,2 Prozent erwartet, nach einer Teuerung um 2,3 Prozent im November.

Warnende Stimmen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Preisentwicklung in China gibt es aber auch warnende Stimmen. Experten befürchten, dass der Spielraum der politischen Führung zur Ankurbelung der Wirtschaft enger werde. “Die jüngsten Preisdaten beschränken den Spielraum, den die chinesische Notenbank für zusätzliche Lockerungsmaßnahmen hat, sollte eine Stützung der Konjunktur doch noch notwendig werden”, sagte Experte Dirk Gojny von der National-Bank. (dpa-AFX)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Gesundheit: Mehr als eine Milliarde Euro pro Tag

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind weiter angestiegen. Vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge betrugen sie im vergangenen Jahr 387,2 Milliarden Euro und damit 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. 2017 hatte die Zahl erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag überschritten.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit kostet Deutschland Milliarden – Bundesländer unterschiedlich betroffen

Wie der Brexit konkret aussehen wird, ist mehr als zwei Jahre nach dem Referendum in Großbritannien immer noch offen. Doch klar ist: Ein Brexit würde den Handel mit Waren und Dienstleistungen verteuern, die Unsicherheit vergrößern. Was der Brexit Deutschland kosten würde und in welchen Bundesländern die höchsten Kosten entstehen.

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...