Das verdienen die Dax-Chefs

Nun ist es amtlich, die Spitzenmanager in den Dax-Konzernen haben laut einer aktuellen Studie in 2016 mehr verdient als ein Jahr zuvor. Die jüngst kommunizierten Maßnahmen eines großen deutschen Unternehmens sind indes noch nicht eingerechnet.

Der Dax zieht am Mittwoch zunächst an.
Vorstandsbezüge der Dax-Chefs steigen weniger stark, verglichen mit den Erträgen der Konzerne.

Die erwartete Direktvergütung, für die bis zum 17. März einschließlich die Vergütungsberichte vorliegen, ist von 5,2 Millionen Euro um rund sechs Prozent auf 5,5 Millionen Euro gestiegen. „Allerdings ist hierbei nicht die bereits kommunizierte Nullrunde der Deutschen Bank enthalten – diese wird den Schnitt noch etwas senken“, sagt Helmuth Uder, Managing Director des Beratungsbereichs Talents & Rewards, bei der Vorstellung der Studie „Vorstandsvergütung im Dax 2016“ von Willis Towers Watson am Freitag. „Die Entwicklung der CEO-Vergütung hat sich trotz Erhöhung weniger stark entwickelt als die Erträge der Dax-Unternehmen“, sagt Uder. Die Direktvergütung umfasst die Grundvergütung, den jährlich ausbezahlten Bonus sowie die langfristig variable Vergütung (Long-Term Incentives)  der Dax-Vorstandsvorsitzenden. Bis zum Stichtag haben 25 Unternehmen ihre Vergütungsdaten veröffentlicht.

Keine klare Vergütungsdefinition 

„Da die Vergütung von Spitzenmanagern in diesem Jahr ein Wahlkampfthema ist, sind Vergleiche und Einordnungen besonders stark gefragt. Unsere Daten bringen hier nicht nur Klarheit, sondern relativieren auch die eine oder andere Aussage der vergangenen Wochen“, sagt Uder und fügt hinzu: „Die öffentliche Meinung schießt zwar schnell, aber auch am Ziel vorbei. Vieles sieht einfacher aus als es tatsächlich ist.“  Ein Beispiel dafür ist die Forderung nach einer Vergütungshöchstgrenze, die sich nach einem Durchschnittseinkommen richten soll, wie Stephanie Schmelter, Manager Board & Executive Compensation bei Willis Towers Watson erklärt: „In den USA gibt es genau dazu einen Katalog, der knapp 300 Seiten lang ist.“ Denn ein durchschnittliches Einkommen muss klar definiert werden und das zieht viele Fragen nach sich. „Worauf bezieht es sich – auf die jeweilige Gesellschaft oder auf den Gesamtkonzern? Werden Mitarbeiter im Ausland einberechnet oder nicht? Werden Währungsschwankungen berücksichtigt?“, nennt Schmelter einige Beispiele.

Dax

SAP höchste erwartete Direktvergütung – Infineon niedrigste

Die Vergütungen der Dax-Vorstandsvorsitzenden variieren. „Dass es Unterschiede in den Vergütungshöhen gibt, ist klar. Die im Dax gelisteten Unternehmen bilden verschiedene Branchen ab und unterscheiden sich bei ihren Geschäftsmodellen, Geschäftszweigen und Größen daher“, sagt Uder. Vergleicht man die „erwartete Direktvergütung“, dann verdiente Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon im Geschäftsjahr 2016 mit rund 2,3 Millionen Euro am wenigsten. Am oberen Ende der Spanne liegt SAP-Chef Bill McDermott mit 11,9 Millionen Euro. Damit löst McDermott  Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler, an der Spitze ab. Seine Bezüge beliefen sich auf etwa 7,6 Millionen Euro. Mit rund 5,5 Millionen Euro liegt Allianz-CEO Oliver Bäte genau im Durchschnitt. (fm)

Foto: Shutterstock

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