Anzeige
8. März 2017, 12:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Bank will endgültig zurück zur Normalität

Für die Deutsche Bank war 2016 ein Horrorjahr. Auf dem Höhepunkt der Krise gab es sogar Spekulationen, dass das Institut Strafzahlungen aus den USA nicht aus eigener Kraft stemmen könne. Die Aktie notierte zeitweise sogar einstellig. Der Rademacher-Kommentar

 in Deutsche Bank will endgültig zurück zur Normalität

Tim Rademacher sieht die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank in vielen Punkten positiv.

Noch vor rund einem halben Jahr stand Deutschlands Geldhaus mit dem Rücken zur Wand. Viele Mitarbeiter und Kunden aber auch die Öffentlichkeit waren sehr über die Zukunft der Gesellschaft verunsichert. Auch die Investoren hielten sich zurück, so dass die Deutsche-Bank-Aktie, welche vor rund zehn Jahren noch bei über 100 Euro gehandelt wurde, unter die Marke von zehn Euro fiel. Zunächst schien es, als ob dem Vorstandsvorsitzenden John Cryan keine Mittel mehr zur Verfügung stünden, den Niedergang des Dax-Konzerns aufzuhalten.

Trendwende kam fast zeitgleich mit Donald Trump

Mit der Wahl von Donald Trump wechselte der Aktienkurs der Deutschen Bank zumindest wieder mittelfristig in einen Aufwärtstrend. Insgesamt nützt Trumps Politik dem Institut, das auch stark in den Vereinigten Staaten aktiv ist. Zum einen profitieren die Frankfurter von der zu erwartenden Deregulierung des Sektors. Zum anderen ermöglichen die durch Trump wieder langfristig steigenden Zinsen die Erzielung von tendenziell höheren Margen. Zudem springt dank der fiskalischen Maßnahmen von Trump offenbar die Weltwirtschaft an, wovon die Hessen ebenfalls profitieren.

Nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen wieder Boden gutmachen konnte, nutzt jetzt das Management die verbesserte Lage für eine umfangreiche Kapitalerhöhung. Eine ähnliche Transaktion führte bereits die angeschlagene Großbank Unicredit aus Italien durch. Mit den frischen Mitteln in Höhe von acht Milliarden Euro wird die Deutsche Bank wieder schlagkräftiger. Die Stabilität des europäischen Finanzsystems steigt dadurch, was sich positiv auf den gesamten Aktienmarkt auswirkt.

Strategischer Umbau war notwendig

Um die Deutsche Bank langfristig wieder auf die Erfolgsspur zu bringen, ist der zeitgleich beschlossene strategische Umbau des Großkonzerns zwingend notwendig. Gleiches gilt für die Verschlankung der Firmenstruktur und der damit verbundenen Reduzierung der Belegschaft. Weitere Maßnahmen wie der geplante Teilbörsengang der Fondstochter Deutsche Asset Management, haben durchaus das Potenzial, die Schlagkraft des Unternehmens zu erhöhen. Damit bestehen gute Chancen, dass die Deutsche Bank die künftigen Herausforderungen wieder besser im Sinne der Aktionäre meistern kann. Mit der verstärkten Konkurrenz aus dem Fintech-Sektor, dem Wandel des klassischen Retail-Bankgeschäfts und den zahlreichen Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank auch in den kommenden Jahren noch stark zu kämpfen. Zudem wurde ihr Image aufgrund der vergangenen Geschäftspraktiken stark in Mitleidenschaft gezogen.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Spahn kündigt weitere Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge an

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine weitere Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung angekündigt. “Ich kann ihnen jetzt schon sagen: Wir werden in den nächsten Jahren die Beiträge nochmals erhöhen müssen”, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung “Maischberger”.

mehr ...

Immobilien

Umbauten am Haus: Anpassung der Police nicht vergessen

Wer am eigenen Heim Umbauten vornimmt, sollte an die Konsequenzen für die Wohngebäudeversicherung denken. Ansonsten könnte es im Schadensfall böse Überraschungen geben. Die Gothaer gibt Tipps, worauf Immobilieneigentümer achten sollten.

mehr ...

Investmentfonds

Wer die Finanzmärkte verstehen will, muss politisch denken

In den Print- und TV-Medien wird dramatisch mit viel Blut, Schweiß und Tränen gearbeitet. Man weiß natürlich, dass sich schlechte Nachrichten immer besser als gute verkaufen. Sie sorgen für Klicks und Quoten und locken Werbepartner an wie Licht die Mücken. Theoretisch bieten auch Kriegsangst, Zollangst und Zinsangst beste Drehbücher für den Zusammenbruch an den Finanzmärkten. Tatsächlich werden sie von nach Aufmerksamkeit heischenden Dramaturgen liebend gern benutzt. Aber sind sie in der Praxis wirklich untergangstauglich? Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Qualitypool bietet zwei neue Apps an

Der Maklerpool Qualitypool startet kostenlose Apps für seine Vertriebspartner und deren Endkunden. Die App “hQ – Das Partnercockpit” soll Vertriebspartner mit neuen Features unterstützen, Kunden erhalten die dazugehörige App “FinUp”, um ihre bestehenden Verträge und passende Angebote jederzeit einsehen zu können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia gibt weiteren Publikumsfonds in den Vertrieb

Die Patrizia GrundInvest hat den Vertrieb ihres siebten Publikumsfonds gestartet. Er investiert in einer deutschen Tourismusregion. Zudem kündigt das Unternehmen vier weitere alternative Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger noch für dieses Jahr an.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...