Anzeige
20. Juni 2017, 08:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sparverhalten: Urlaub hui, Altersvorsorge pfui

Die Deutschen sind keine Sparmuffel, sie legen das Geld nur für die falschen Dinge zurück. Für alle Urlaubsreisen zusammen haben deutsche Haushalte im vergangenen Jahr im Durchschnitt 4.307 Euro ausgegeben, mit Geld, das extra dafür gespart wurde. Das Sparen für die Altersvorsorge kommt dabei aber deutlich zu kurz.

Giovanni-Gay750 in Sparverhalten: Urlaub hui, Altersvorsorge pfui

Giovanni Gay, Union Investment, warnt, die Absicherung für das Alter nicht aus den Augen zu verlieren.

Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Teurer Urlaub

Die Deutschen fahren gern in Urlaub und greifen dafür tief in die Tasche. Mit Blick auf die Gesamtkosten für den letzten Haupturlaub haben die Befragten im Durchschnitt 2.944 Euro bezahlt. Gut jeder Vierte (26 Prozent) war bereit, zwischen 501 und 1.500 Euro auszugeben. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Sparer hat dagegen zwischen 1.501 und 2.500 Euro hingelegt. Jeder Zehnte hat sich seinen Urlaub sogar mehr als 5.000 Euro kosten lassen. Bei 22 Prozent der Umfrageteilnehmer beziehen sich die Kosten dabei auf eine Person und bei einem Drittel (34 Prozent) auf zwei Personen. Bei 42 Prozent sind in den Kosten für den letzten Haupturlaub drei Personen oder mehr enthalten.

Anleger sparen lieber für den Urlaub als für die eigene Rente

Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheidet sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge.

“Viele Menschen leben im hier und jetzt. Sie möchten den Augenblick genießen, ohne sich dabei Sorgen über die Zukunft machen zu müssen”, erklärt Gay das Verhalten. Allerdings sollten die Sparer die Altersvorsorge nicht ganz aus den Augen verlieren. “Denn nur wer heute schon bereit ist für morgen zu sparen, wird auch seinen aktuellen Lebensstandard im Alter halten können”, empfiehlt er.

Dem Großteil der Anleger scheint das durchaus bewusst zu sein: 69 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um ihren derzeitigen Lebensstandard zu sichern.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das zweite Quartal erhob Forsa die Daten vom 2. bis 10. Mai 2017. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. (fm)

Foto: Union Investment

3 Kommentare

  1. Am Ende wird dann gejammert, dass die Rente nicht reicht….Aber heute nicht an morgen denken ist schon etwas kurz gedacht.

    Kommentar von S. Rodenberg — 21. Juni 2017 @ 12:36

  2. Na BRAVO! Einige oder vielleicht viele Deutsche haben es endlich kapiert, besser das Geld im Urlaub auf den Kopf hauen und Spaß haben, als es den Versicherungen zum Magerzins oder besser noch zu Minuszinsen zu überlassen, damit diese dann noch mehr Spielgeld im globalen Casino haben.

    Kommentar von Bernd Erdtmann — 21. Juni 2017 @ 08:51

  3. Lieber Urlaub als Altersvorsorge ist für den Moment schön, langfristig aber zu kurz gedacht. Dabei ist trotz des hohen Preisniveaus aufgrund der niedrigen Zinsen ein Vermögensaufbau mit Immobilien immer noch sehr interessant.

    Kommentar von Sven — 20. Juni 2017 @ 19:04

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...