Sparverhalten: Urlaub hui, Altersvorsorge pfui

Die Deutschen sind keine Sparmuffel, sie legen das Geld nur für die falschen Dinge zurück. Für alle Urlaubsreisen zusammen haben deutsche Haushalte im vergangenen Jahr im Durchschnitt 4.307 Euro ausgegeben, mit Geld, das extra dafür gespart wurde. Das Sparen für die Altersvorsorge kommt dabei aber deutlich zu kurz.

Giovanni Gay von Union Investment erläutert die Vorteile des Fondssparens
Giovanni Gay, Union Investment, warnt, die Absicherung für das Alter nicht aus den Augen zu verlieren.

Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Teurer Urlaub

Die Deutschen fahren gern in Urlaub und greifen dafür tief in die Tasche. Mit Blick auf die Gesamtkosten für den letzten Haupturlaub haben die Befragten im Durchschnitt 2.944 Euro bezahlt. Gut jeder Vierte (26 Prozent) war bereit, zwischen 501 und 1.500 Euro auszugeben. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Sparer hat dagegen zwischen 1.501 und 2.500 Euro hingelegt. Jeder Zehnte hat sich seinen Urlaub sogar mehr als 5.000 Euro kosten lassen. Bei 22 Prozent der Umfrageteilnehmer beziehen sich die Kosten dabei auf eine Person und bei einem Drittel (34 Prozent) auf zwei Personen. Bei 42 Prozent sind in den Kosten für den letzten Haupturlaub drei Personen oder mehr enthalten.

Anleger sparen lieber für den Urlaub als für die eigene Rente

Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheidet sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge.

„Viele Menschen leben im hier und jetzt. Sie möchten den Augenblick genießen, ohne sich dabei Sorgen über die Zukunft machen zu müssen“, erklärt Gay das Verhalten. Allerdings sollten die Sparer die Altersvorsorge nicht ganz aus den Augen verlieren. „Denn nur wer heute schon bereit ist für morgen zu sparen, wird auch seinen aktuellen Lebensstandard im Alter halten können“, empfiehlt er.

Dem Großteil der Anleger scheint das durchaus bewusst zu sein: 69 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um ihren derzeitigen Lebensstandard zu sichern.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das zweite Quartal erhob Forsa die Daten vom 2. bis 10. Mai 2017. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. (fm)

Foto: Union Investment

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