28. Dezember 2017, 07:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die drei größten Herausforderungen für Vermögensverwalter

Die Assetmanagement-Branche steht vor drei großen Problemen. Unternehmen werden sich stark verändern müssen, um bestehen zu können. Der folgende Artikel fasst zusammen, was die Branche erwartet und wie sie reagieren sollte. Gastbeitrag von Philippe Ithurbide, Amundi

Garantiezins-fragen in Die drei größten Herausforderungen für Vermögensverwalter

Assetmanager werden in den kommenden Jahren vor mehr als einem Fragezeichen stehen.

Die Vermögensverwaltungsbranche steht vor drei Herausforderungen: einem neuen Umfeld, Megatrends und der Disruption

Erstens: Neues Umfeld

Die Welt der Assetmanager hat sich geändert: Der Wettbewerbsdruck nimmt zwischen immer größeren Akteuren zu. Hinzu kommen neue Akteure wie Staatsfonds und Pensionsfonds, das Niedrigzinsumfeld und die Regulatorik, die sich weltweit verändert hat.

Zweitens: Entstehung von Megatrends

Wie begegnet man den demographischen Herausforderungen, dem Klimawandel und technologischen Innovationen? Wie berücksichtigt man soziale, ethische und verhaltensbezogene Werte?

In Megatrends zu investieren, hat mehrere Vorteile: Es ist ein guter Weg, um in zukünftige Gewinner zu investieren, stagnierenden Themen und langsamem Wachstum auszuweichen sowie zyklische Faktoren zu vermeiden, sich aber gleichzeitig Trends und Themen stärker auszusetzen. In Megatrends zu investieren bedeutet, dort zu investieren, wo das Eingehen von Risiken belohnt wird, das führt zu einem guten Rendite-Risiko-Verhältnis.

Drittens: Disruption

Wie werden “Watsonisation” (die Entwicklung des kognitiven Rechnens), “Googlisation” (die Verfügbarkeit eines größeren Datenvolumens), “Amazonisation” (die Macht der Plattformen), “Uberisation” (das Ausbrüten neuer Geschäftsmodelle) und “Twitterisation” (das Handeln in einer zunehmend vernetzten und kollaborativen Welt) die Asset-Management-Industrie umgestalten?

73 Prozent der amerikanischen CEOs von Vermögensverwaltern –weltweit sind es 61 Prozent – denken, dass sich ihre Industrie in den nächsten fünf Jahren disruptiv verändern wird. Die Befragten gehen davon aus, dass das Portfoliomanagement als kognitive Datenverarbeitung neu definiert wird.

Big Data für sich nutzen

Neue Analysen werden Daten und statistische Methoden viel stärker nutzen. Künstliche Intelligenz, Big Data und Plattformen werden Geschäftsmodelle und Distributionswege verändern.

Big Data ermöglicht es Assetmanagern aber auch, drei Dinge zu verbessern: das Wissen ihrer Investoren, das Wissen über Investoren und den Austausch mit ihnen. Unternehmen, die es schaffen, in Infrastruktur und Innovation zu investieren, werden Wettbewerbsvorteile haben und schwer einzuholen sein.

Wichtiger im Wettbewerb der Assetmanager wird auch die Qualität von Transaktionen und Handelsplattformen. Durch die Blockchain-Technologie werden Intermediäre überflüssig und Transaktionen zuverlässiger, schneller, transparenter und kostengünstiger.

Was die Blockchain-Technologie ändert

Wie kann man Geschäftsmodelle anpassen und in einem solchen, sich ständig wandelnden, Umfeld effizient und profitabel überleben? Assetmanager brauchen Angestellte, die für das neue Umfeld qualifiziert sind wie Datenspezialisten und Entwickler von Algorithmen.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und von den neuen Möglichkeiten zu profitieren, müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle überdenken, leicht umzusetzende Verbesserungen werden nicht genügen. Vermögensverwalter sind von Disruption betroffen. Veränderte Denkweisen, Mentalität und Unternehmensführung sind die Schlüssel zum zukünftigen Erfolg.

Philippe Ithurbide ist Global Head of Reserach bei Amundi

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...