Dirk Müller zu Frankreich: „Ich lasse mich auf kein Roulette-Spiel ein“

Am kommenden Wochenende findet in Frankreich die erste runde der Präsidentenwahl statt. Schon im Vorfeld zeigten sich die Märkte extrem nervös. Börsenexperte Dirk Müller rechnet mit einem überraschend starken Ergebnis für Le Pen.

Dirk Müller
Dirk Miller: „Ich kann momentan nicht empfehlen, stark in Aktien zu investieren. Man sollte nicht versuchen an der Zigarre den letzten Zentimeter zu rauchen.“

Laut Dirk Müller hätte ein Sieg von Le Pen massive Auswirkungen auf die Wirtschaft unseres Nachbarlandes.

Der Börsenexperte kommentiert: „Niemand weiß, was Le Pen tatsächlich von ihrem Programm umsetzen würde und kann. Auf jeden Fall löst ein eventueller Sieg große Unsicherheiten aus. Dies dürfte Unternehmen davon abhalten, zu investieren. Setzt sie tatsächlich einen Austritt aus dem Euro und aus der EU um, ist dies für den gesamten Kontinent eine große Katastrophe.“

Gute Ausgangslage für Le Pen

Insgesamt ist Müller davon überzeugt, dass Le Pen bei den Wahlen deutlich besser abschneiden könnte als derzeit prognostiziert wird.

„Aus meiner Sicht sind die Chancen für Le Pen aktuell deutlich größer als sie derzeit wahrgenommen werden. Ich habe vor dem Brexit und vor dem Trump-Sieg angekündigt, dass beide Szenarien eintreten werden. Kurz zuvor standen die Wetten deutlich dagegen. Damals und heute wird übersehen, wie Umfragen tatsächlich zustande kommen. Viele Wähler, die für Le Pen stimmen wollen, geben dies bei einer Befragung nicht an. Ähnlich verhielten sich Trump-Anhänger vor der US-Wahl und die Befürworter eines britischen EU-Austritts vor dem Brexit-Referendum. Deshalb gibt es viele versteckte Wähler von Le Pen, die in den Umfragen nicht erfasst sind“, so Müller.

Laut dem Finanzexperten ist bei der Börseneröffnung am kommenden Montag alles möglich: „Aktuell sind vier Kandidaten in etwa gleich auf. Vielleicht haben wir die verrückte Situation, dass Le Pen und der Kandidat der extremen Linken in die Stichwahl gehen. Dann ist es egal, wer dann vierzehn Tage später gewinnt. In diesem Fall reagieren die Börsen am Montag ziemlich turbulent. Kommen zwei gemäßigte Kandidaten in die Stichwahl, so wird es hingegen eine Erleichtungsrallye geben.“

Seite zwei: „Nicht die Zeit, bei Aktien zu 100 Prozent investiert zu sein

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