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24. Mai 2017, 11:57
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Emerging Markets: Der Staub legt sich

Die Aktienmärkte der Schwellenländer haben schwierige Zeiten hinter sich. Einst gefeiert, dann geschmäht – so lassen sich die letzten zehn Jahre zusammenfassen. Nach und nach werden die guten Perspektiven aber wieder klarer. Gastkommentar von Marc Hellingrath, Union Investment

Hellingrath IMG 6153 Ret Gro -Kopie in Emerging Markets: Der Staub legt sich

Marc Hellingrath, Union Investment: “Innerhalb der Schwellenländer variieren die Aussichten erheblich.”

Der Weg war lang und beschwerlich. Doch nach und nach spielen Schwellenländer-Aktien wieder eine größere Rolle in den Depots privater und institutioneller Investoren. Dabei verfügen die Emerging Markets gegenüber den Aktienmärkten der entwickelten Welt über erhebliches Aufholpotenzial.

Unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen

Denn nach der Wirtschafts- und Finanzkrise driftete die Wertentwicklung der beiden Investmentregionen zunächst merklich auseinander. Die Unterschiede waren zum einen auf die unorthodoxen geldpolitischen Maßnahmen der großen Notenbanken zurückzuführen. Zum anderen lastete der drastische Verfall der Rohstoffpreise auf der Entwicklung der Schwellenländer.

Verstärkt wurde der Trend durch das Ausgabeverhalten der Unternehmen: Während die Konzerne in den Industrieländern ihre Investitionstätigkeit stark einschränkten, setzten die Unternehmen in den Emerging Markets den Kapazitätsaufbau fort.

Durch die in einigen Ländern anziehenden Inflationsraten und die damit verbundenen Leitzinserhöhungen, stiegen zudem die Finanzierungskosten. Das Ergebnis: Im Zuge sinkender Gewinne und rückläufiger Profitabilität, weitete sich der Bewertungsabschlag von Schwellenländer- zu Industrieländer-Aktien im Jahr 2015 so stark aus wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Wendepunkt 2016

Der Wendepunkt kam 2016: Nachdem die Unternehmen ihre Investitionsausgaben gedrosselt und geplante Kapazitätserweiterungen zurückgenommen haben, der Rohstoffpreisverfall seinen Boden gefunden hat und die Inflationsraten abflachen, befinden sich die Aktienmärkte wieder auf Kurs. Zudem verzeichnen in Schwellenländer investierende Aktien-Indexfonds seither kontinuierliche Kapitalzuflüsse.

Und während der MSCI Emerging Markets auf Basis der für 2017 erwarteten Gewinne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,5 bewertet ist, weist der MSCI World ein KGV von 16,5 auf. Gegenüber den Industrieländermärkten beträgt der Bewertungsabschlag des MSCI Emerging Markets Index damit nach wie vor gut 25 Prozent – trotz der höheren Wachstumsdynamik, des ähnlich profitablen Unternehmenssektors, des stärkeren Gewinnwachstums und einer vergleichbaren Dividendenrendite.

Seite zwei: Chile und Südkorea besonders aussichtsreich

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