13. März 2017, 11:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Feri sieht steigende Risiken für den Euro-Zerfall

Der Vermögensverwalter Feri ist positiv für die weltweite Konjunktur gestimmt. Insgesamt erwarten die Bad Homburger, dass die USA die globale Wirtschaft antreiben werden. Allerdings gibt es Risiken bei der Gemeinschaftswähung Euro.

Portrait-Axel-Angermann-Kopie in Feri sieht steigende Risiken für den Euro-Zerfall

Axel Angermann sieht für die Eurozone eine starke Gefahr der Spaltung.

“Die Weltwirtschaft bricht in diesem Jahr aus der lang anhaltenden Wachstumsschwäche aus”, sagt Axel Angermann, Chef-Volkswirt von Feri. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den USA zu, die aufgrund eines robusten Konjunkturbildes und der Aussicht auf massive Steuersenkungen sowie höhere Infrastrukturausgaben deutlich stärker als zuletzt wachsen werden und damit die Rolle eines globalen Wachstumstreibers übernehmen. „Es bleibt allerdings auch bei erheblichen Unwägbarkeiten der neuen Wirtschaftspolitik unter Präsident Trump, insbesondere mit Blick auf den zunehmenden Protektionismus. Wir rechnen damit, dass dem deutlichen Wachstumsschub in den USA ab dem Jahr 2019 ein konjunktureller Abschwung folgt“, so Angermann. Deutliche Zinserhöhungen der Fed als Reaktion auf steigende Inflationsraten werden der Auslöser dafür sein.

Wie im vergangenen Jahr sei auch 2017 die Politik ein entscheidender Indikator für die globalen Märkte. “Der Trend zu einer politischen Polarisierung hält weiter an”, betont Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer von Feri. Sowohl der Brexit als auch die Wahl Trumps hätten gezeigt, dass in vielen Industrieländern eine tief verwurzelte Frustration und Wut auf die politischen Eliten herrschten. Der Druck der Wähler erzwinge somit einen signifikanten Politikwechsel hin zu mehr Verschuldung, mehr Staatsausgaben, mehr Umverteilung und mehr Inflation – daraus ergeben sich langfristige strategische Risiken, vor allem in Europa.

Risiko Euro Break Up

“Die anstehenden Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich erschrecken die Marktteilnehmer, denn sie werden vielfach als Auslöser einer neuen Euro-Krise interpretiert. Diese Sorge ist zwar nicht völlig unbegründet. Dennoch liegt das Hauptrisiko für einen ,Euro Break Up‘ vorerst in Italien”, betont Rapp. Laut jüngsten Umfragen sind die Italiener aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes besonders unzufrieden und könnten im Falle eines Referendums tatsächlich für einen Ausstieg aus dem Euro votieren.

Politische Regimewechsel, wie zuletzt der Brexit oder die Wahl von Donald Trump, gewinnen aktuell stark an Bedeutung. Dennoch werden diese Punkte von den Marktteilnehmern häufig unterschätzt oder ignoriert. „Neue politische Strömungen erzeugen neue Risiken und verändern das zukünftige Marktszenario“, so Rapp. Nach der jüngst veröffentlichten Studie zur Carbon Bubble eine neue Untersuchung des Feri Cognitive Finance Institute dieses Thema auf und analysiert bestehende Risiken für einen möglichen Zerfall der europäischen Währungsunion („Risiko Euro Break Up“).

Das Feri Cognitive Finance Institute setzt dabei eine neuartige Analysemethodik ein, die neue Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltensökonomie, Neurowissenschaft und Kognitionswissenschaft einbezieht. “Wir überwinden damit akute Erklärungsdefizite heutiger Kapitalmarkt-Modelle und können Anlegern und Vermögensinhabern besser verdeutlichen, was für den Fall eines ,Euro Break Up‘ zu tun ist”, erläutert Rapp als Gründer des Feri Cognitive Finance Institute. (tr)

Foto: Feri

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Au Backe: Was zahlt meine Zahnzusatzversicherung?

Welche Behandlungen übernimmt meine Zahnzusatzversicherung und welche Kosten kommen auf mich zu. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt zeigt, dass die Deutschen hier Wissenslücken haben. Und das kann teuer werden.

mehr ...

Immobilien

Baunebenkosten: So überwindet man die Eigenkapital-Hürde

Deutschland liegt bei der Wohneigentumsquote im europäischen Vergleich immer noch auf einem Abstiegsplatz. Ein wichtiger Grund dafür: Die Nebenkosten beim Immobilienerwerb sind hierzulande so hoch, dass sie für viele das Haupthindernis auf dem Weg in die eigenen vier Wände sind. Wie Bauwillige in vier Schritten diese Eigenkapitalhürde dennoch meistern können.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Welche waren die fünf relevantesten Meldungen der Woche vom 18. Februar im Investmentfonds-Ressort? Finden Sie heraus, welche Themen die Cash.-Online-Leser in der vergangenen Woche am meisten interessiert haben:

mehr ...

Berater

Risikominimierung: „Dann investieren, wenn Aktienkurse wieder deutlich abgetaucht sind“

Die Kurse sind zum Ende des vergangenen Jahres deutlich eingebrochen. Durch die Verabschiedung des Zinserhöhungszyklus steigen diese aktuell allerdings wieder an. Entwicklungen lassen laut Andreas Dagasan, Leiter Globale Aktien bei Bantleon, Rückschlüsse auf erhöhte Risiken zu.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Themen stießen in der Woche vom 18. Februar auf das größte Interesse bei den Lesern von Cash.Online? Im unserem wöchentlichen Ranking finden Sie die fünf meistgeklickten Beiträge im Ressort Sachwertanlagen.

mehr ...

Recht

Reform in Sicht: Wandel der Pflegeversicherung in eine Teilkaskoversicherung?

Die derzeitigen Kosten für Pflegeleistungen sind so hoch wie noch nie. Dennoch steigen sie stetig weiter und treiben viele Pflegebedürftige in die Sozialhilfe. Hamburg spricht sich nun für eine Reform aus. Was dies bedeutet und warum sich nun dringend etwas ändern muss.

mehr ...