8. August 2017, 06:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Geldstrafen für Finanzbranche deutlich gefallen

Obwohl Donald Trump im Wahlkampf noch die Nähe zwischen Politik und Wall Street kritisiert hatte, sind während seiner Präsidentschaft die Geldbußen, die die Akteure der Branche zahlen müssen, um fast zwei Drittel gesunken. Das deutet jedoch nicht unbedingt auf einen Agendawechsel hin.

Wall-Street in Geldstrafen für Finanzbranche deutlich gefallen

Die Geldbußen, die die US-Finanzbranche zahlen muss, sind während der Amtszeit Donald Trumps so stark gesunken, dass sie sich den Tiefständen von 2010 nähern.

Seit Donald Trumps Präsidentschaft sind Firmen und Personen der Finanzbranche in den USA laut einem Zeitungsbericht deutlich weniger Geldstrafen aufgebrummt worden.

Verglichen mit dem Vorjahreswert seien die von den Aufsichtsbehörden SEC, CFTC und FINRA verhängten Bußgelder im ersten Halbjahr 2017 um fast zwei Drittel auf 489 Millionen Dollar (415 Mio Euro) gesunken.

Gründe für Rückgang

Das ist das Ergebnis einer Auswertung von Gerichtsdokumenten und öffentlichen Daten durch das “Wall Street Journal” (Montag). Damit seien die Regulierer auf Kurs, die niedrigsten Geldstrafen seit mindestens 2010 zu verhängen.

Trump hatte die engen Bande zwischen der Wall Street und Washington im Wahlkampf harsch kritisiert, in der Regierung dann jedoch Schlüsselposten mit Investmentbankern und Milliardären besetzt, die der Finanzbranche als freundlich gesonnen gelten und die Regeln an den Finanzmärkten wieder lockern wollen.

Das sei jedoch nur ein Grund für den starken Rückgang der Bußgelder, heißt es in dem Bericht. Verzögerungen durch die Amtsübergabe spielten ebenfalls eine Rolle, zudem seien viele Fälle aus der Finanzkrise inzwischen abgearbeitet.

Anzeichen für Wechsel der Agenda

Ein Sprecher der Börsenaufsicht SEC sagte, sechs Monate seien ein zu kurzer Zeitraum für einen aussagekräftigen Vergleich. Einem Sprecher der Derivateaufsicht CFTC zufolge schwanken die Geldstrafen stark, am Kurs seiner Behörde habe sich nichts geändert.

Doch es gibt auch andere Stimmen: “Wenn auf eine Administration, die stark auf Regulierung setzt, eine konservativere und unternehmensfreundlichere folgt, bedeutet das einen Agendawechsel”, zitiert das “Wall Street Journal” etwa den ehemaligen SEC-Beamten Thomas Sporkin. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Es gibt einen großen Bedarf nach persönlicher Beratung”

Die Ergo gehört zu den größten Versicherern in Deutschland. Und musste sich im Zuge der digitalen Transformation neu erfinden. Cash. sprach mit Vertriebsvorstand Olaf Bläser über die vertrieblichen Herausforderungen des digitalen Umbaus und die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell. Teil 2 des großen Interviews.

mehr ...

Immobilien

Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Unsere Städte befinden sich im Wandel. Der Megatrend der Zukunft, die Urbanisierung, hat schon längst eingesetzt. Das stellt uns vor immer mehr neue Herausforderungen, die einen Wandlungsprozess in Richtung intelligenter Städte (Smart Cities) anstoßen. Für Anleger bieten Smart Cities aber auch interessante Chancen – wenn sie auf Unternehmen setzen, die ihre Aktivitäten auf diese Wandlungsprozesse ausgerichtet haben. Die Fürpaß-Peter-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Silber: Investoren setzen auf Nachholeffekte

Anders als Gold ist Silber noch nicht auf einem Mehrjahreshoch angekommen. Nach dem Corona-Rückschlag im März hat sich die Feinunze inzwischen aber wieder bis an eine wichtige Kursschwelle vorgearbeitet. Von hier aus könnte der nächste Sprung erfolgen. In den vergangenen Wochen hat sich eine wachsende Zahl von Anlegern bereits in Stellung gebracht – zu früh?

mehr ...

Berater

Oberstes US-Gericht beendet Streit um Finanzunterlagen Trumps nicht

Der Streit um die Herausgabe von Finanzunterlagen des US-Präsidenten Donald Trump ist auch nach Entscheidungen des Obersten Gerichts der USA nicht beendet. Der Supreme Court sprach Trump am Donnerstag “absolute Immunität” ab und gestand der Bezirksstaatsanwaltschaft in Manhattan das Recht zu, grundsätzlich Finanzunterlagen Trumps einsehen zu können. Eine zweite Entscheidung des Gerichts hindert Ausschüsse des Parlaments aber vorerst daran, ähnliche Dokumente zu erhalten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Keine IT-Sicherheit, keine Notfallkonzepte: Jedes dritte mittelständische Chemieunternehmen gehackt

Fast jedes dritte mittelständische Unternehmen (30 Prozent) der Chemiebranche ist bereits Opfer einer Cyberattacke geworden, acht Prozent sogar mehrfach. Das belegt eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts bei für die Internetsicherheit zuständigen Mitarbeitern in 100 kleinen und mittleren Unternehmen der Chemieindustrie. Wie die Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weiter zeigt, stand nach einem erfolgreichen Angriff fast die Hälfte der Betriebe sogar zeitweise still. Der pure Wahnsinn.

mehr ...

Recht

Wie lange hält Urlaubsanspruch? Richter wenden sich an EuGH

Um über die Dauer von Urlaubsansprüchen bei Arbeitnehmern mit Langzeitkrankheit urteilen zu können, hat das Bundesarbeitsgericht den Europäischen Gerichtshof um eine Vorabentscheidung gebeten.

mehr ...