29. November 2017, 09:05
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“Buffetts schlechte Investments sind teils besser als die guten Investments vieler Anderer.”

Aktive Fondsmanager im Allgemeinen, aber auch Value-Investoren, hatten in den vergangenen Monaten einen schweren Stand. Woran lag das?

In den USA und den Emerging Markets haben konnten wir ein ähnliches Phänomen beobachten, das den Job von Value-Investoren schwieriger gemacht hat: Die größten und teilweise sehr teuren Titel sind mit einigem Abstand besser gelaufen als die jeweiligen Benchmarks. Darunter finden sich bekannte Titel wie Facebook, Microsoft, Amazon, Apple und Alphabet (vormals Google) in den USA und deren asiatische Konkurrenten Tencent, Alibaba und Samsung in den Emerging Markets.

In den Emerging Markets haben es tatsächlich nur 33 Prozent der Aktien geschafft, den Index zu schlagen. Das ist eine schwierige Ausgangslage für aktive Investoren allgemein.
Diese Entwicklungen geben uns jedoch Zuversicht, dass in Zukunft genau diese Titel, die sich von den Fundamentaldaten entkoppelt haben, von der Realität eingeholt werden. Für aktive Manager kann es daher wichtiger werden, die richtigen Titel auszuschließen, als die richtigen Titel zu haben.

Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, den wertbasierten Ansatz auch in 2018 weiterzuverfolgen?

Die Basis eines Value-Zyklus bilden oft die Erträge der Unternehmen. Je besser die Ertragskraft und je skeptischer der Markt (an niedrigen Preisen zu erkennen), desto besser ist die Ausgangslage für Value-Investoren. Wir befinden uns gerade tatsächlich in einem sogenannten “Sweet Spot” in Bezug auf die riesigen Bewertungsunterschiede zwischen günstigen und teuren Aktien.

Außerdem werden die attraktiv bewerteten Titel zusätzlich von einem positiven Business Sentiment, einer guten allgemeinen Wirtschaftsentwicklung und wachsenden Unternehmensgewinnen weiter unterstützt. Damit stehen die Zeichen gut, dass wir uns am Anfang eines Value-Zyklus befinden. All das sollte unseren Portfolios aber auch anderen wertbasierten Ansätzen im nächsten Jahr Rückenwind geben.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Bewertungen der Marktindizes im historischen Vergleich teilweise teuer sind. Diese sind jedoch stark von wenigen großen Titeln getrieben. Daher gibt es erstaunlich viele attraktive Unternehmen und tolle Investitionen abseits vom Scheinwerferlicht der großen, teilweise teuren und bekannten Firmen.

Sowohl in den USA als auch in den anderen Regionen handeln viele Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen und Erträgen zu attraktiven Preisen. Auch hierin sehen wir also viele positive Anzeichen.

Interview: Katharina Lamster

Foto: Lingohr & Partner

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