7. Juli 2017, 09:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pläne Trumps sollten nicht das Interesse an Infrastrukturinvestitionen bestimmen

Infrastrukturausgaben waren ein zentrales Thema im US-Wahlkampf mit einem fulminanten Höhepunkt vergangenen Monat: Eine Billion US-Dollar versprach Präsident Trump, in den Ausbau amerikanischer Brücken und Straßen zu investieren. 

Trump in Pläne Trumps sollten nicht das Interesse an Infrastrukturinvestitionen bestimmen

US-Präsident Donald Trump: Viel versprochen, wenig gehalten.

Für Nick Langley, Gründer und CIO der auf Infrastruktur spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft RARE Infrastructure, ist die aktuelle US-Initiative jedoch kein Argument für Anleger, in die Anlageklasse zu investieren.

“Infrastruktur-Investitionen als kurzfristige, auf die USA beschränkte Alternative zu sehen, bedeutet schlicht, die breiten, langfristigen Chancen komplett außen vor zu lassen. Die Amtszeit von Donald Trump sollte nicht das Interesse an der Anlageklasse diktieren”, so Langley. Vielmehr sprächen die langfristigen Vorzüge von Infrastruktur-Investitionen für ein Engagement – nämlich der langfristige Inflationsschutz, stabile Cashflows sowie eine niedrigere Volatilität. Und die würden auch noch lange nach Trumps Präsidentschaft gelten.

Nicht allein die USA in den Fokus nehmen

Der Infrastruktur-Experte warnt Investoren sogar davor, sich ausschließlich auf die USA zu konzentrieren: “Sicherlich hat die größte Volkswirtschaft der Welt einen erheblichen Bedarf, in ihre Infrastruktur zu investieren. Das haben aber auch andere Volkswirtschaften, weshalb es sich um eine globale und keine länderspezifische Anlagechance handelt.” Insbesondere die Industrienationen müssten verstärkt in den Ausbau ihrer alternden Infrastruktur investieren. In den Schwellenländern würde hingegen die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Infrastruktur – etwa bei der Stromerzeugung und bei Flughäfen – steigen, die sich analog mit dem steigenden Wohlstand in diesen Ländern entwickelt, weshalb die Konsumenten dort nach besseren Services verlangen.

Hohe Staatsschulden als Hemmschuh für Investitionen

Allerdings betont Langley auch die hohen Staatsschulden, die gerade in den Industrienationen nie höher gewesen seien: “Hohe Staatsschulden könnten die ein oder andere Regierung dazu zwingen, sich aus der Finanzierung von Infrastrukturprojekten zurückzuziehen, so dass es hier eine reale Nachfrage nach privatem Kapital gibt.“ Wie hoch der Bedarf ist, belegen Studien, auf deren Basis bis 2030 mit einer Verdopplung der Infrastrukturausgaben gerechnet wird. “Das bedeutet, dass Anleger jetzt die Chance haben, von einem globalen Investment zu profitieren, das zuvor eines der Standbeine von Regierungen war.”

Kritik am Protektionismus

Kritisch bewertet Langley hingegen den aufkeimenden Protektionismus, der sich auch negativ auf Infrastrukturprojekte auswirken und damit die Nachfrage nach besseren Straßen und Schienen aufgrund eines sinkenden Wohlstands dämpfen könnte. Und obwohl es sich bei Infrastruktur um eine relativ junge Anlageklasse handle, seien einige der börsennotierten Assets bereits überbewertet. Als Beispiel hierfür nennt Langley einige Flughäfen: “In Regionen wie Lateinamerika sind die Aktienkurse von Flughäfen in die Höhe geschnellt, als Anleger auf der Suche nach Möglichkeiten waren, trotz fallender Zinsen und bescheidener Barrenditen Gewinne zu erwirtschaften.“ Investoren rät Langley deshalb, anspruchsvoll zu bleiben. “Die immensen Summen, die in den nächsten Jahren weltweit investiert werden müssen, um die Infrastruktur aus- und aufzubauen, ist aus unserer Sicht jedoch eines der wichtigsten Argumente, um sich jetzt in dieser Anlageklasse zu engagieren.” (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

bAV-Reform: Garantieverzicht – die einzige Möglichkeit auf realen Zugewinn

Das Niedrigzinsniveau dürfte durch die Coronakrise und die Geldpolitik der EZB für das gesamte Jahrzehnt zementiert sein. Vor dem Hintergrund wird auch für die betriebliche Altersvorsorgung die Möglichkeit eines vollständigen Garantieverzichts diskutiert. Wie eine bAV-Reform aussehen müsste. Von Dr. Friedemann Lucius, Vorstandsvorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS).

mehr ...

Immobilien

Marc Drießen startet mit Bloxxter erste Token-Emission

Das Hamburger Start-Up Bloxxter kündigt den Start seines ersten Projekts „Städtisches Kaufhaus und Reclam-Carrée Leipzig“ an. Die Emission hat ein beachtliches Volumen und erfolgt rein digital, soll aber auch freie Finanzvermittler einbinden. Dahinter steht ein bekanntes Gesicht in der Sachwertbranche.

mehr ...

Investmentfonds

Wie Privatanleger vom Boom bei Homeoffice profitieren können

Die globale Multi-Asset-Investitionsplattform eToro startet ein neues Portfolio, das Privatanlegern ermöglichen soll, in eine Reihe von Unternehmen zu investieren, die wesentlich vom Boom “Remote Work”, also dem Arbeiten von zu Hause, profitieren.

mehr ...

Berater

Rekrutierung: “Am unternehmerischen Erfolg partizipieren”

Cash.-Interview mit Alexander Lehmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Maklerpool Fondskonzept, über erfolgreiche Methoden und Strategien bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...