Pläne Trumps sollten nicht das Interesse an Infrastrukturinvestitionen bestimmen

Infrastrukturausgaben waren ein zentrales Thema im US-Wahlkampf mit einem fulminanten Höhepunkt vergangenen Monat: Eine Billion US-Dollar versprach Präsident Trump, in den Ausbau amerikanischer Brücken und Straßen zu investieren. 

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US-Präsident Donald Trump: Viel versprochen, wenig gehalten.

Für Nick Langley, Gründer und CIO der auf Infrastruktur spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft RARE Infrastructure, ist die aktuelle US-Initiative jedoch kein Argument für Anleger, in die Anlageklasse zu investieren.

„Infrastruktur-Investitionen als kurzfristige, auf die USA beschränkte Alternative zu sehen, bedeutet schlicht, die breiten, langfristigen Chancen komplett außen vor zu lassen. Die Amtszeit von Donald Trump sollte nicht das Interesse an der Anlageklasse diktieren“, so Langley. Vielmehr sprächen die langfristigen Vorzüge von Infrastruktur-Investitionen für ein Engagement – nämlich der langfristige Inflationsschutz, stabile Cashflows sowie eine niedrigere Volatilität. Und die würden auch noch lange nach Trumps Präsidentschaft gelten.

Nicht allein die USA in den Fokus nehmen

Der Infrastruktur-Experte warnt Investoren sogar davor, sich ausschließlich auf die USA zu konzentrieren: „Sicherlich hat die größte Volkswirtschaft der Welt einen erheblichen Bedarf, in ihre Infrastruktur zu investieren. Das haben aber auch andere Volkswirtschaften, weshalb es sich um eine globale und keine länderspezifische Anlagechance handelt.“ Insbesondere die Industrienationen müssten verstärkt in den Ausbau ihrer alternden Infrastruktur investieren. In den Schwellenländern würde hingegen die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Infrastruktur – etwa bei der Stromerzeugung und bei Flughäfen – steigen, die sich analog mit dem steigenden Wohlstand in diesen Ländern entwickelt, weshalb die Konsumenten dort nach besseren Services verlangen.

Hohe Staatsschulden als Hemmschuh für Investitionen

Allerdings betont Langley auch die hohen Staatsschulden, die gerade in den Industrienationen nie höher gewesen seien: „Hohe Staatsschulden könnten die ein oder andere Regierung dazu zwingen, sich aus der Finanzierung von Infrastrukturprojekten zurückzuziehen, so dass es hier eine reale Nachfrage nach privatem Kapital gibt.“ Wie hoch der Bedarf ist, belegen Studien, auf deren Basis bis 2030 mit einer Verdopplung der Infrastrukturausgaben gerechnet wird. „Das bedeutet, dass Anleger jetzt die Chance haben, von einem globalen Investment zu profitieren, das zuvor eines der Standbeine von Regierungen war.“

Kritik am Protektionismus

Kritisch bewertet Langley hingegen den aufkeimenden Protektionismus, der sich auch negativ auf Infrastrukturprojekte auswirken und damit die Nachfrage nach besseren Straßen und Schienen aufgrund eines sinkenden Wohlstands dämpfen könnte. Und obwohl es sich bei Infrastruktur um eine relativ junge Anlageklasse handle, seien einige der börsennotierten Assets bereits überbewertet. Als Beispiel hierfür nennt Langley einige Flughäfen: „In Regionen wie Lateinamerika sind die Aktienkurse von Flughäfen in die Höhe geschnellt, als Anleger auf der Suche nach Möglichkeiten waren, trotz fallender Zinsen und bescheidener Barrenditen Gewinne zu erwirtschaften.“ Investoren rät Langley deshalb, anspruchsvoll zu bleiben. „Die immensen Summen, die in den nächsten Jahren weltweit investiert werden müssen, um die Infrastruktur aus- und aufzubauen, ist aus unserer Sicht jedoch eines der wichtigsten Argumente, um sich jetzt in dieser Anlageklasse zu engagieren.“ (fm)

Foto: Shutterstock

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