24. März 2017, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Der angestrebte Zusammenschluss der Deutchen Börse mit der LSE gilt als gescheitert.

Die Deutsche Börse tritt wegen des erwarteten Scheiterns ihrer Fusion mit der Londoner LSE und sinkender Umsätze auf die Kostenbremse. In Finanzkreisen wurden am Freitag Informationen der “Süddeutschen Zeitung” (Freitag) bestätigt, wonach der Konzern kurzfristig Einsparungen “in mindestens zweistelliger Millionenhöhe” plant. Zudem gelte bis auf Weiteres ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche.

Finanzvorstand Gregor Pottmeyer habe in der Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag alle Bereiche angewiesen, die Ausgaben zu senken, schreibt die “Süddeutsche”. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte den Bericht nicht kommentieren: Zu Inhalten von Vorstandssitzungen äußere sich das Unternehmen grundsätzlich nicht.

Zusammenschluss mit LSE gilt als gescheitert

Der angestrebte Zusammenschluss mit der LSE gilt als gescheitert, seit die Londoner Börse sich weigert, weitere Auflagen der Brüsseler Wettbewerbshüter zu erfüllen. Mitte nächster Woche wird die Entscheidung der EU-Kommission erwartet, die Behörde hatte sich selbst eine Frist bis zum 3. April gesetzt.

Die LSE hatte Ende Februar mitgeteilt, dass sie nicht bereit ist, ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu veräußern. Weil dies aber von Brüssel als weiteres Zugeständnis für eine Zustimmung zur Börsenhochzeit verlangt wird, gehe die LSE “nicht davon aus, dass die Kommission die Fusion genehmigen wird”. Auch Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter räumte ein, ein Erfolg des Milliardendeals sei unwahrscheinlicher geworden.

Schwacher Jahresstart des Frankfurter Marktbetreibers 

Spätestens seit Sommer stand das im Februar 2016 verkündete Vorhaben ohnehin unter einem schlechten Stern: Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) bestärkte Kritiker, die davor warnten, den rechtlichen Sitz des Gemeinschaftsunternehmens wie vorgesehen nach London zu verlagern.

Rund 66 Millionen Euro hat die Deutsche Börse im vergangenen Jahr in das Fusionsprojekt gesteckt. Für den Erfolgsfall kalkulierte der Dax-Konzern mit insgesamt 150 Millionen Euro Kosten. Ungünstigerweise liefen in den ersten beiden Monaten auch noch die Geschäfte des Frankfurter Marktbetreibers schlechter – sowohl im klassischen Börsenhandel als auch bei der Derivate-Tochter Eurex.

Wie ein Sprecher des Börsenbetreibers am Freitag mitteilte, ist Pottmeyers Vertrag um fünf Jahre verlängert worden. Der Vertrag wäre im September dieses Jahres ausgelaufen. Der 54-Jährige sitzt seit 2009 im Vorstand der Deutschen Börse. (dpa-AFX)

Foto Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Bestnote: DFSI vergibt Triple-A an WWK

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) zeichnet die WWK Lebensversicherung in seiner aktuellen Studie zur Unternehmensqualität als einzigen Lebensversicherer mit der Bestnote AAA (Exzellent) aus. Bewertet wurden die Kriterien Substanzkraft, Produktqualität und Service. Die WWK konnte in allen drei Bereichen überzeugen und wurde damit erneut als führendes Unternehmen in der Branche ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Garantieverpflichtungen: Bei 24 Lebensversicherern reicht es nicht (mehr)

Bei 24 von 82 Lebensversicherern reichten die 2019 erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Das zeigt die aktuelle Analyse des Zweitmarkthändlers Policen Direkt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Haftpflichtkasse muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen.

mehr ...