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24. Juli 2017, 08:52
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Urlaub von der Geldanlage?

Während die Menschen jetzt in Urlaub fahren und Erholung suchen kennt die Börse keine Pause. Wer verwaltet also die Depots der Kunden, wenn der Berater im Urlaub ist? Ein Gastbeitrag von Michael Jensen, Moventum

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Michael Jensen von Moventum sieht in Instrumenten wie Stopp-Loss-Orders nicht nur Vorteile.

Oft genug herrscht hier das Prinzip Hoffnung: wenn alle in der Sommerfrische weilen, wird an der Börse schon nicht so viel passieren. Das ist insofern richtig, als die Umsätze an den Märkten etwas geringer sind, weil tatsächlich auch manch große Investoren eher spärlich handeln. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass schon relativ kleine Käufe und Verkäufe ausreichen, um starke Kursbewegungen auszulösen.

Perfides verstärkendes Element

Und gerade in der Urlaubszeit kommt dann ein perfides verstärkendes Element dazu: die Stopp-Loss-Order. Das Prinzip ist so simpel wie einleuchtend: Bevor man in Urlaub geht überlegt man sich, welchen Verlust man maximal bereit ist zu tragen. Das kann ein Kurs, etwa der Einstiegskurs sein oder auch ein Prozentsatz. Die Banken bieten den Service der Stopp-Losses gerne an, bei vielen Direktbanken sind entsprechende Felder in jeder Kauf- oder Verkaufsorder vorgesehen.

Eine Stopp-Loss-Order ist also eine voreingestellte Verkaufsorder, die dann ausgeführt wird, wenn ein bestimmter Kurswert unterschritten wird. Der nachvollziehbare Vorteil: Man kann am Strand liegen und trotzdem wird im Depot gehandelt, wenn es notwendig ist. Zurück aus dem Urlaub kann die Stopp-Loss-Order wieder herausgenommen werden und der Berater kümmert sich wieder persönlich ums Depot.

Nachteile von Stopp-Loss

Der große Nachteil: sehr viele Berater und auch Anleger setzen auf diese Strategie. Und das bedeutet, dass bei bestimmten Verlustschwellen automatisch immer mehr Aktien oder andere Wertpapiere auf den Markt kommen. Viele fixieren ihre Stopp-Loss-Order bei runden Prozentzahlen wie 5, 10 oder 15 Prozent. Sackt der Markt also um 5 oder 10 Prozent ab, werden all diese Verkaufsorders ausgeführt – mit nachvollziehbarer Wirkung. Das Angebot steigt, die potenziellen Nachfrager sind im Urlaub und nur wenige sammeln die Papiere günstig ein.

Abwärtstrends werden verstärkt

So verstärken die als Sicherheitsmechanismus gedachten Stopp-Loss-Orders einen Abwärtstrend und bescheren Anlegern damit möglicherweise zusätzliche Verluste. Denn eigentlich müsste die Stopp-Loss-Order immer ergänzt werden durch eine Routine, die auch einen Wiedereinstieg automatisch vornimmt. Denn ganz grundsätzlich war der Investor ja positiv gestimmt für die Papiere in den Depots, er hatte ja einen Kaufgrund. Idealerweise hat er z.B. fundamentale Daten bei der Entscheidungsfindung herangezogen – und diese ändern sich in der Regel nicht so schnell.

Wenn er beste Zeitpunkt zum Wiedereinstieg verstrichen ist

Bei einem größeren Kursrutsch wäre es also durchaus sinnvoll, auf dem dann niedrigeren Niveau wieder einzusteigen. Zumal oft auf größere Abwärtsbewegungen oft ein recht schneller Anstieg erfolgt. Das aber lassen die meisten in ihrer Urlaubsplanung außen vor – und stellen nach der Rückkehr vom Strand fest, dass die beste Gelegenheit zum Wiedereinstieg bereits verstrichen ist. Dann aber sitzt der Berater auf einem Depot mit viel Bargeld und womöglich realisierten Verlusten durch Stopp-Loss – kein angenehmer Zustand in Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen.

Michael Jensen ist Executive Vice President von Moventum S.C.A.

Foto: Moventum

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