21. September 2017, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank will den Märkten weiter Kapital entziehen. Nach zwei Zinsanhebungen sollen im Oktober erste kleine Teile des riesigen Anleihenberges verkauft werden, auf dem die Fed seit der Finanzkrise sitzt.

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die Federal Reserve gab bekannt, von Oktober an ihr Programm der Anleihenkäufe langsam rückgängig zu machen.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der Leitzins bewege sich weiterhin in einem Zielkorridor von 1,00 bis 1,25 Prozent, teilte die Fed nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit.

Die Entscheidung sei unter den Ausschussmitgliedern einstimmig gefallen. Sie hatten den Zins zuletzt im Juni leicht erhöht. Die Bank werde an ihrem Kurs weiter festhalten, die US-Wirtschaft rechtfertige weitere “graduelle Zinserhöhungen”, sagte Notenbankchefin Janet Yellen.

Fed will Überhitzung vermeiden

Die Federal Reserve gab zusätzlich bekannt, von Oktober an ihr Programm der Anleihenkäufe langsam rückgängig zu machen. Anleihen im Wert von fast 4,5 Billionen Dollar, angekauft zur Konjunkturstimulierung während der Finanzkrise, sollen schrittweise abgestoßen werden. Damit will die Fed Anreize ganz langsam wieder aus den Märkten nehmen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

“Wir werden die Normalisierung unserer Bilanz beginnen und dies auf moderate und verlässliche Art und Weise tun”, sagte Yellen. Zunächst sollen die Verkaufe auf zehn Milliarden Dollar pro Monat gedeckelt werden.

2018 soll es drei Anhebungen geben

Die US-Notenbank zieht damit auch einen Schlussstrich unter die Finanzkrise. Allerdings sei auch ein Kursumschwung möglich, sollte der Bedarf entstehen, sagte Yellen. Mit Spannung wird in Europa und in Deutschland erwartet, ob auch die Europäische Zentralbank ihre noch weiter laufenden Anleihenkäufe verlangsamt oder ganz einstellt. Zinserhöhungen sind derzeit in Europa noch nicht zu erwarten.

Die Fed signalisierte, sie beabsichtige, an der anvisierten dritten Zinsanhebung im laufenden Jahr im Dezember festzuhalten. Im kommenden Jahr soll es ebenso wieder drei Anhebungen geben. Allerdings erwarten die meisten Notenbanker der Fed, dass der Zinshöchststand 2020 schon bei 2,8 Prozent erreicht werden könne – nicht wie ursprünglich geplant bei drei Prozent.

Fed: Arbeitsmarkt bleibt weiterhin stabil

Diesen Pfad will die Fed einschlagen, obwohl die Inflationserwartungen gedrosselt werden mussten. Die Zielmarke von zwei Prozent werde wohl erst im Frühjahr 2019 erreicht. Derzeit liegt die Inflation, die vor allem durch wenig steigende Löhne niedrig gehalten wird, bei 1,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt als zweiter Hauptindikator für die Notenbank zeigte sich bisher stabil. Mit 4,4 Prozent liegt die Quote auf einem Rekordtief.

Für die US-Volkswirtschaft sieht die Federal Reserve ein stabiles, aber kein ausuferndes Wachstum. Für die nächsten drei Jahre sieht die Notenbank ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von um die zwei Prozent voraus. Negativ wirkten sich unter anderem die Hurrikans der vergangenen Wochen aus, sagte Yellen. Der Arbeitsmarkt werde sich weiterhin stabil unter der Marke von fünf Prozent Arbeitslosigkeit bewegen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Concordia Versicherungen leiten Vorstandswechsel ein

Bei den Concordia Versicherungen kündigt sich für 2020 ein Führungswechsel an: Nach über 25 Jahren, davon 18 Jahre an der Spitze der Concordia, wird Dr. Heiner Feldhaus zum 29. Februar 2020 die Leitung des Konzerns übergeben und sich in den Ruhestand verabschieden.

mehr ...

Immobilien

Wo Düsseldorf Köln beim Immobilienkauf abhängt – und umgekehrt

Welche rheinische Großstadt liegt beim Immobilienkauf vorne: Düsseldorf oder Köln? Der Baufinanzierer Hüttig & Rompf analysiert in seinem neuen Marktreport „Immobilienfinanzierung Köln / Düsseldorf“ die typischen Käufer in beiden Städten. 
mehr ...

Investmentfonds

Moventum: Defensivere Ausrichtung der Portfolios

Moventum Asset Management richtet seine Portfolios angesichts der steigenden Risiken defensiver aus. Das wurde nach der quartalsweisen Asset-Allokation-Konferenz beschlossen. „Die Weltwirtschaft wächst langsamer, das Risiko einer Rezession hat signifikant zugenommen“, sagt Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM.

mehr ...

Berater

Zinstief drückt Bankgewinne – womöglich Strafzinsen für mehr Kunden

Das Zinstief wird zur Dauerbelastung für Deutschlands Banken und Sparkassen – und könnte bald auch zu Lasten von mehr Kunden gehen. Ein weiterer Rückgang der Gewinne der Institute in den nächsten Jahren sei “sehr wahrscheinlich”, stellten die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank am Montag fest.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

ifo Institut sieht Licht und Schatten im Klimapaket

Das ifo Institut sieht im Klimapaket Licht und Schatten. Die CO2-Bepreisung über Zertifikate sei der richtige Weg. Die Vorgabe von festen CO2-Preisen bis 2025 sei jedoch mit einem funktionierenden Zertifikatesystem unvereinbar. Ein Kommentar von Clemens Füst, Präsident des ifo Instituts.

mehr ...