10. Januar 2017, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

USA: Positiver wirtschaftlicher Trend kann sich fortsetzen

Leben wir in der schönsten oder der schlechtesten Zeit? Einem Zeitalter der Weisheit oder des Unsinns? Einer Epoche des Glaubens oder des Unglaubens? Im Frühling der Hoffnung oder im Winter der Verzweiflung? Die ersten Sätze von Charles Dickens‘ Klassiker “Eine Geschichte aus zwei Städten” zu zitieren, erscheint laut Chris Iggo von Axa Investment Managers (Axa IM) Anfang des Jahres 2017 passender als selten zuvor.

Iggo-chris-pr2 in USA: Positiver wirtschaftlicher Trend kann sich fortsetzen

Chris Iggo, Axa IM, ist für die Credit-Märkte positiv gestimmt, wenn Donald Trump seinen Twitter Account schließe.

“Wir haben einerseits die Aussicht auf stärkeres globales Wachstum und die Rückkehr der wirtschaftlichen Lebensgeister, andererseits sehen wir aber auch erhöhte geopolitische Risiken. Die meisten davon haben ihren Ursprung auf dem Twitter-Account von Donald Trump”, so der CIO Fixed Income bei Axa IM.

“Keine zu schnelle Zinserhöhung”

Alleine während der Feiertage zum Jahreswechsel habe der designierte Präsident besorgniserregende Diskussionen über Russland, China sowie die Vereinten Nationen losgetreten. Hinzu kämen die Unsicherheit über verschiedene Wahlen in Europa, das Brexit-Chaos und das Dauerthema Terrorismus. Dennoch gebe es kaum Zweifel daran, dass sich die wirtschaftliche Lage zum Endes des vergangenen Jahres gebessert habe. Der Einkaufsmanagerindex für die USA lag im Dezember bei 54,7 Punkten und damit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, der Index für die Industrieproduktion in der Eurozone lag sogar bei 54,9 Punkten, und der chinesische Einkaufsmanagerindex zeigte ebenfalls eine andauernde, deutliche Erholung. “Kann der positive wirtschaftliche Trend andauern?”, fragt Iggo. “Er kann – wenn die Federal Reserve nicht zu schnell die Zinsen erhöhen muss, die neue US-Regierung ihre Steuersenkungspläne umsetzen kann, die Lebensgeister der Unternehmen wieder erwachen und Donald Trump seinen Twitter-Account schließt.”

Normalisierung der Geldpolitik ist Schlüsselthema

Die gegenwärtig zumindest in den USA bereits laufende Normalisierung der Geldpolitik sei dabei ein Schlüsselthema. Sie habe bereits dazu geführt, dass es bei Anleihen wieder eine Laufzeitprämie gebe. “Bisher ist das alles recht freundlich, und die Renditen haben sich zum Jahresbeginn etwas stabilisiert”, so Iggo. “Es gibt außerdem Hinweise auf eine negative Korrelation zwischen den Renditen von Staatsanleihen und den Credit Spreads. Dies ist typisch für Phasen positiven Wachstums.” Der Experte spricht sich nach wie vor dafür aus, Unternehmensanleihen überzugewichten, also auf die Prämie für das Eingehen von Kreditrisiken (Credit) zu setzen. “Nicht dass Credit billig ist”, sagt Iggo. “Aber relativ betrachtet ist es weniger teuer als ausschließlich auf das Zinsrisiko zu setzen. Ich glaube, dass die Bedingungen für Credit relativ günstig sind. Das anziehende Wachstum stützt die Unternehmensgewinne, und die Ausfallraten verharren auf einem sehr niedrigen Niveau, aber die Chancen auf eine Outperformance sind geringer als noch im März 2016, weil die Credit Spreads heute deutlich enger sind.” (fm)

Foto: Axa IM

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Makler sollten die Bereiche Leben und Altersvorsorge nicht vernachlässigen”

Cash. Interview mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich, über die Umsetzung der Brexit-Pläne, die Flucht der Makler in die Sachversicherung und die Folgen eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe verwirft Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag von Vermietern gegen den Berliner Mietendeckel als unzulässig verworfen. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei verfrüht, entschied die 3. Kammer des Ersten Senats in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss (1BvQ 12/20).

mehr ...

Investmentfonds

V-Bank startet digitale Kundengewinnung für ihre Geschäftspartner

Seit ihrer Gründung unterstützt die V-Bank AG, München, ihre Geschäftspartner bei der Kundengewinnung. Jetzt startet die Depotbank eine neue, digitale Ära auf: In Form von Anzeigen, Vertriebskooperationen mit Internetportalen sowie mit Google-Marketing hat die V-Bank die Bewerbung der Vertriebsplattform www.v-check.de begonnen. In den nächsten Jahren sollen für die aktuell 29 Vermögensverwalter mit ihren 80 Anlagestrategien auf der Plattform Volumen sowie mit mehr als 250.000 Euro Vermögen qualifizierte individuelle Mandate generiert werden.

mehr ...

Berater

Insolvenzverwalter begrüßen Reformvorschlag zur Verbraucherinsolvenz

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz legt einen Referentenentwurf zum Entschuldungsrecht bei Verbrauchern vor. Der Berufsverband der Insolvenzverwalter Deutschlands begrüßt die Verkürzung der Restschuldbefreiung von sechs auf drei Jahre nachdrücklich. Anzeichen für die befürchteten negativen Auswirkungen auf die Zahlungsmoral sieht er nicht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bafin-Präsident Hufeld: „Wir betrachten einzelne Risikotreiber genauer“

Felix Hufeld, EZB-Aufsichtsratsmitglied und Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, spricht über die hochrangige Überprüfung des Kernaufsichtsprozesses, die Bedeutung des ICAAP, digitale Entwicklungen und andere Finanzdienstleistungen.

mehr ...

Recht

Wo die Liebe hinfällt: Liebesbeziehungen unter Kollegen

Wer sich am Arbeitsplatz in einen Kollegen verliebt, darf das in Deutschland ganz offiziell tun und es sogar zeigen. Denn für private Liebesbeziehungen – auch wenn sie im Büro ihren Anfang genommen haben – gilt ein garantiertes Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Doch auch wenn es so im Grundgesetz steht, kann Liebe unter Kollegen durchaus tückisch sein und zu Problemen führen. Vor allem, wenn es sich ausgeturtelt hat. Ein rechtlichen Leitfaden über goes and no goes einer Büroliebe hat die Arag pünktlich zum Valentinstag zusammengestellt.

mehr ...