2. November 2017, 08:37
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Vier Tipps für Investments in Europa-Aktien

Die voraussichtlich weiterhin positive Entwicklung der Unternehmensgewinne in Europa ist für Investoren mit Fokus auf europäischen Aktien von nicht zu überschätzender Bedeutung: Nach Jahren mit enttäuschendem Ergebniswachstum und Rating-Herabstufungen, markiert die Aussicht auf eine Rückkehr zu Gewinnzuwächsen im zweistelligen Bereich in diesem Jahr einen wichtigen Wendepunkt. Dean Tenerelli, Portfoliomanager bei T. Rowe Price, nennt vier Dinge, die bei europäischen Aktieninvestments zu beachten sind.

Europa-Kurve in Vier Tipps für Investments in Europa-Aktien

Gute Unternehmensgewinne bei europäischen Unternehmen locken zum Einstieg.

1. Europas jüngste Gewinnhistorie ist enttäuschend gewesen

Wirft man einen Blick zurück auf den Zeitraum von 2012 bis 2016, so fällt auf, dass jedes Jahr mit einer großen Einigkeit darüber begonnen hat, dass die Gewinnerwartungen zu hoch seien und einen übermäßig optimistischen Blick auf die Aussichten europäischer Unternehmen reflektierten. Das führte soweit, dass die Ertragserwartungen im ersten Quartal bedeutend herabgestuft wurden, weil Unternehmen zwangsläufig enttäuschten und von Jahr zu Jahr immer schwächer wurden. Infolgedessen konnte auch die gesamte Entwicklung der europäischen Erträge über einen längeren Zeitraum hinweg nicht überzeugen.

Im Ergebnis führte dies dazu, dass sie sich heute nach wie vor deutlich unterhalb jener Levels befinden, die vor zehn Jahren erreicht worden sind. Im Vergleich dazu haben sich die Erträge in den Vereinigten Staaten im selben Zeitraum deutlich erholt und die Hochs übertroffen, die es im Vorfeld der Finanzkrise gegeben hat.

2. Erwartungen wurden neu abgesteckt – mit positiver Wirkung

Zum ersten Mal in vielen Jahren haben sich die Gewinnerwartungen für 2017 am Anfang des Jahres auf einem rationaleren Level befunden. Einige legen sogar nahe, dass die Analysten zu konservativ in ihren Einschätzungen gewesen sein könnten. Tatsächlich boten europäische Unternehmen während des ersten Quartals das stärkste Gewinnwachstum innerhalb von sieben Jahren. Die Zahlen des zweiten Quartals waren weniger eindrucksvoll, wobei auch der steigende Eurokurs eine Rolle spielte. Dennoch haben die europäischen Unternehmen ein weiteres Mal solide, positive Ergebnisse geliefert. Von den Stoxx-600-Unternehmen, die ihre Q2-Ergebnisse veröffentlichten, haben 59,8 Prozent die Erwartungen entweder erfüllt oder übertroffen.

Mit zwei starken Quartalen im Rücken befinden sich die Konsensschätzungen für das Wachstum europäischer Gewinnerwartungen 2017 auf einem gesunden Level von 15,7 Prozent. Im Vergleich dazu wird das Ertragswachstum für US-amerikanische Unternehmen für das Gesamtjahr bei 9,7 Prozent erwartet.

3. Verbesserungen im Finanzsektor sind eine wichtige Einflussgröße

Verbesserungen im europäischen Finanzsektor hatten spürbaren Einfluss auf die verbesserten Aussichten für das Ertragswachstum. Ein beständiger Gegenwind über das letzte Jahrzehnt hinweg war in der strukturellen Abnahme der Erträge des Finanzsektors zu finden. Der Sektor ist verschiedenen großen Herausforderungen begegnet, darunter stärkerer Regulierung, Disruptionen von Geschäftsmodellen und sehr niedrigen Zinsen. Nichtsdestotrotz sieht es so aus, als würden sich insbesondere die Erträge des Bankensektors wieder erholen. Dieses Erholungsmuster spiegelt sich auch in unserem Continental European Equity Fund wider. Die Banken haben damit begonnen, deutliche Verbesserungen zu zeigen. 2017 konnten sie die Ertragserwartungen bisher in den meisten Fällen erfüllen oder schlagen.

Wir haben mit einem größeren Engagement bei ausgewählten Banken begonnen, wobei wir uns auf liquide, gut kapitalisierte Geschäfte mit starken Franchises fokussiert haben. In Spanien etwa haben wir bestimmte Holdings aufgenommen, bei denen wir erwarten, dass sie gegebenenfalls von Konsolidierungs-/M&A-Möglichkeiten profitieren werden.

4. Das makroökonomische und politische Umfeld wirkt unterstützend

Wirft man einen Blick in die Zukunft, so dürfte der Brexit-Prozess auch weiterhi02n ein ungewisser Einflussfaktor für Europa sein, genauso wie geopolitische Faktoren, darunter die anhaltenden Spannungen mit Nordkorea. Während der Verlauf des Konjunkturzyklus eine Risikoquelle darstellt, scheinen sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Europa zu verbessern. So legen es belastbare Daten und Umfragen, wie etwa der ISM-Einkaufsmanagerindex, nahe. Das Umfeld mit geringem Wachstum und niedriger Inflation wirkt unterstützend, während das stabilere politische Umfeld in Europa zu deutlich mehr Selbstvertrauen geführt hat. Wenn in diesem Jahr und darüber hinaus ein Ertragswachstum realisiert werden sollte, dürfte das Investoren größeres Vertrauen in die Möglichkeiten relativer Bewertung geben, die bei europäischen Aktien existieren.

Foto: Shutterstock

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