19. Januar 2017, 14:30
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Zahl der Unternehmenspleiten fällt deutlich

Die Pleitewelle des vergangenen Jahrzehnts ist abgeebbt. Dank der stabilen Binnenkonjunktur und günstiger Finanzierungen müssen deutlich weniger Unternehmen in die Insolvenz. Bei den Verbrauchern gibt es dagegen einen hartnäckigen Pleitensockel.

Infinus-Insolvenz in Zahl der Unternehmenspleiten fällt deutlich

Knapp 22.000 Firmen mussten 2016 Insolvenz anmelden.

Nach dem siebten Rückgang in Folge ist die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Im vergangenen Jahr mussten knapp 21.800 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel in Hamburg mit.

Rückgang von mehr als sechs Prozent

Das sei ein Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als Bürgel noch mehr als 23.200 Insolvenzen zählte. Im Krisenjahr 2009 gab es noch fast 33.800 Insolvenzen. Nicht annähernd so deutlich wie bei den Unternehmen fällt der Rückgang bei den Verbraucherinsolvenzen aus. Deren Zahl sank 2016 nur um zwei Prozent auf 78.200.

Bürgel führt die positive Entwicklung im Unternehmensbereich auf eine stabile Binnenkonjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen zurück. Zudem hätten viele Firmen ihr Eigenkapital erhöht und damit ein Krisenpolster zur Risikoabsicherung aufgebaut.

Steigerung beim wirtschaftlichen Schaden durch Insolvenzen

Trotz der positiven Entwicklung bei den Fallzahlen sei der wirtschaftliche Schaden durch Insolvenzen im vergangenen Jahr um knapp 54 Prozent auf 27 Milliarden Euro gestiegen. “Verantwortlich für diesen sprunghaften Anstieg sind mehrere Zusammenbrüche von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen”, sagte Bürgel-Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum. Prominente Beispiele seien Steilmann, Sinn-Leffers oder German Pellets. Im Durchschnitt richtete jede Insolvenz einen Schaden von rund 1,2 Millionen Euro an. Generell sind jedoch vor allem kleine und junge Unternehmen pleitegefährdet. 81,5 Prozent der insolventen Unternehmen hatten nicht mehr als fünf Mitarbeiter.

Auch für das laufende Jahr sieht Bürgel keine Umkehr des Trends und rechnet mit einem weiteren Rückgang um 3,5 Prozent auf 21.000 Insolvenzen. Diese Vorhersage sei allerdings wegen Unsicherheiten wie dem Brexit, dem Regierungswechsel in den USA und den Wahlen in Deutschland und Frankreich mit Risiken behaftet. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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