8. Februar 2018, 17:04
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Bundesweite Polizei-Razzien bei Vermögensverwaltern

2.300 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen insgesamt 300 Millionen Euro an vermeintliche Vermögensverwalter gegeben haben und damit einem Schneeballsystem zum Opfer gefallen sein. Die Ermittlungen dauern an.

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Am Montag waren Polizisten bundesweit im Einsatz, um Durchsuchungsbeschlüsse bei einem Verbund von Vermögensverwaltern zu vollstrecken.

Polizei und Staatsanwaltschaften sind bundesweit mit einer Razzia gegen einen Vermögensverwalter-Firmenverbund vorgegangen. Es geht um den Vorwurf des Anlegerbetrugs, wie die Berliner Polizei am Donnerstag mitteilte.

Die Verdächtigen sollen hohe Gewinne versprochen und so von 2.300 Anlegern in Deutschland und der Schweiz 300 Millionen Euro eingesammelt haben. Zugrunde gelegen habe ein sogenanntes Schneeball- oder Pyramidensystem.

Bisher keine Festnahmen

In insgesamt acht Städten oder Gemeinden wurden Montag nach Angaben der Berliner Polizei zwölf Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial aufgefunden und Vermögen im Gesamtwert von mehr als 80 Millionen Euro vorläufig gesichert worden.

Festgenommen wurde aber bisher keiner der acht Verdächtigen. Offenbar wollen Kripo und Staatsanwälte erst Computer und Kontounterlagen auswerten, bevor Haftbefehle beantragt werden.Die meisten Durchsuchungen gab es in Berlin, andere in München und Leipzig. Betroffen waren auch kleinere Gemeinden in West- und Ostdeutschland.

Nach Angaben der Polizei versprachen die Vermögensverwalter den Anlegern Sicherheit, indem deren Einzahlung auf ein Treuhandkonto eines Wirtschaftsprüfers erfolgte. Die tatsächliche Verwendung der Gelder sei “durch verschachtelte juristische Gestaltungen und Treuhandkonstruktionen gezielt verschleiert” worden, wie die Polizei erklärte.

Schaden im zweistelligen Millionenbereich

Die versprochenen Gewinne seien weder erzielt noch ausgezahlt worden. “Es besteht der Verdacht, dass Auszahlungen ausschließlich aus dem Vermögen neuer Anleger im Rahmen eines sogenannten Schneeballsystems generiert wurden”, teilte die Berliner Polizei mit.

Die hinzukommenden Anleger zahlen Geld ein, von dem ein Teil an früher eingestiegene Anleger ausgezahlt wird. Gibt es keine neuen Anleger, bricht das System irgendwann zusammen. Die Beschuldigten sollen ersten Erkenntnissen zufolge damit einen Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich verursacht haben. Die Ermittlungen dauern weiter an. (dpa-AFX/kl)

Foto: Shutterstock

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