8. Mai 2018, 13:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Datenschutz ist keine Bedrohung

Der strengere Datenschutz wird Internetkonzerne beeinträchtigen, allerdings nicht ihre strukturellen Treiber. Größere Unternehmen könnten von der neuen Datenschutz-Grundverordnung sogar profitieren. Gastbeitrag von Hyun-Ho Sohn, Fidelity.

 in Datenschutz ist keine Bedrohung

Hyun-Ho Sohn: “Für Internetkonzerne wird es zwar teuer, die Verordnung umzusetzen, aber das allein wird ihre Wettbewerbsposition vermutlich nicht schwächen.”

Am 25. Mai treten in der Europäischen Union neue Bestimmungen zum Umgang mit personenbezogenen Daten in Kraft. Zu den neuen Regelungen der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, gehört die Vorschrift, dass Unternehmen künftig vor der Verarbeitung personenbezogener Daten die Einwilligung der betroffenen Person einholen müssen.

Bei Zuwiderhandeln drohen empfindliche Geldbußen. Auch in den Vereinigten Staaten gibt es ähnliche Bestrebungen. Im April präsentierten zwei US-Senatoren den Consent-Gesetzentwurf. Er sieht vor, dass Unternehmen vor der Nutzung bestimmter Daten die Nutzer um Erlaubnis fragen.

Folgen für Unternehmen

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schränkt die Möglichkeiten von Facebook, Alphabet und anderen Internetfirmen ein, bestimmte Daten für personalisierte Werbung zu sammeln und weiterzugeben – mit Folgen für die Preisgestaltung. Hinzu kommen Kosten für den zusätzlichen bürokratischen Aufwand.

Im Vergleich zu kleinen Unternehmen, für die die DSGVO ebenfalls gilt, sofern sie Verbraucherdaten erheben und verarbeiten, sind die größten Internetkonzerne jedoch besser auf die geänderte Gesetzeslage vorbereitet. Für sie wird es zwar teuer, die Verordnung umzusetzen, aber das allein wird ihre Wettbewerbsposition vermutlich nicht schwächen.

Kein verändertes Nutzerverhalten durch DSGVO

Wegen der DSGVO werden die Nutzer ihr Verhalten jedenfalls nicht grundlegend ändern. Größeren Firmen wie Facebook und Alphabet könnte es sogar gelingen, sich ein noch größeres Stück vom Werbekuchen zu sichern.

Etwa dann, wenn Werbetreibende die Plattformen der Internetriesen als die sicherere Alternative im Vergleich zu solchen Unternehmen sehen, denen es schwerfallen könnte, nachzuweisen, dass jeder einzelne Nutzer in die Verarbeitung seiner Daten eingewilligt hat und sie selbst ein legitimes Interesse an der Nutzung dieser Daten haben.

Seite zwei: Facebook wird stärker reguliert

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Die Bayerische meldet Ertragszuwächse

Die Bayerische Versicherungsgruppe meldet für das Geschäftsjahr 2017 Ertragszuwächse in nahezu allen Bereichen. Insbesondere der Bereich Komposit und die Tocher Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr gutes Wachstum erzielen:

mehr ...

Immobilien

Wo am längsten für das eigene Heim gearbeitet werden muss

Für eine eigene Immobilie müssen Haushalte in München, Frankfurt/Main und Berlin im Durchschnitt rund fünfmal so lange arbeiten wie in günstigen Großstädten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Maklerunternehmens Homeday, für die 80 deutsche Großstädte untersucht wurden.

mehr ...

Investmentfonds

Einigung auf Regierungsprogramm in Italien belastet die Finanzmärkte

Sorgen vor einer populistischen, eurofeindlichen Regierung in Italien haben am Freitag die Finanzmärkte belastet. Auslöser ist die finale Einigung der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega auf ein Regierungsprogramm.

mehr ...

Berater

RAG-Stiftung steigt bei Pfandbriefbank ein

Die Essener RAG-Stiftung ist bei der Deutschen Pfandbriefbank als neuer Großaktionär mit im Boot. Die für die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten des Steinkohlebergbaus zuständige Stiftung hält nun 4,5 Prozent an dem Unternehmen. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Bund sich aus dem Institut nahezu komplett zurückgezogen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Eine Million Phantom-Container

Fast zwei Drittel der 1,6 Millionen Container, die der Anbieter P&R an Anleger verkauft hat, gibt es gar nicht. Die Entwicklung begann schon vor mehr als zehn Jahren. Das ergab die Bestandsaufnahme bei den fünf insolventen deutschen Gesellschaften der P&R Gruppe.

mehr ...

Recht

Bitkom: Nur ein Viertel der Unternehmen auf DSGVO vorbereitet

Zum Stichtag der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai sind einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge lediglich ein Viertel der Unternehmen in Deutschland ausreichend vorbereitet. Ganz am Anfang stehen demnach noch vier Prozent.

mehr ...