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27. Februar 2018, 07:09
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Die fünf wichtigsten Punkte des Koalitionsvertrages

Der Koalitionsvertrag verspricht keine Reformen, die das Wirtschaftswachstum stützen, im Gegenteil. Christian von Engelbrechten, Fondsmanager bei Fidelity, hat zusammengefasst, was der Vertrag für verschiedene Branchen der deutschen Wirtschaft und somit auch für Anleger bedeutet.

Christian-v-engelbrechten-fidelity in Die fünf wichtigsten Punkte des Koalitionsvertrages

Christian von Engelbrechen: “Durch die Menge an Mehrbelastungen wird die Wettbewerbsfähigkeit nicht erhalten, sondern eingeschränkt.”

In diesen Tagen stimmen die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag ab – und somit auch darüber, ob die nächste Große Koalition aus SPD und Unionsparteien zustande kommt. “Eine erste Analyse des Vertragswerks zeigt: Der große Wurf ist nicht gelungen”, sagt Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund.

Belastung für die Telekombranche

Mithilfe neuer Glasfaserkabel soll nach Angaben von von Engelbrechten ein schnelles flächendeckendes Breitbandnetz entstehen, finanziert durch einen 2,6-Milliarden-Euro-Zuschuss der Bundesregierung sowie einen Fonds im Volumen von zehn bis zwölf Milliarden Euro.

“Wie die Finanzierung dieses Fonds genau aussehen soll, ist unklar. Allerdings könnten die Kosten durch Spektrumauktionen und andere Maßnahmen zu einer Belastung für die Telekombranche werden, die ohnehin kaum ihre Kapitalkosten verdient und lediglich geringes Gewinnwachstum zeigt”, so von Engelbrechten.

Keine Steuersenkungen

Die Regierung ruhe sich auf der guten Verfassung der deutschen Wirtschaft aus, wolle lediglich die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Den Ruf nach deutlicheren Steuersenkungen und umfangreichen Reformen hätten die Koalitionäre nicht erhört.

“Es bleibt schwierig, im internationalen Steuerwettbewerb zu bestehen”, sagt von Engelbrechten. Wichtige Standortkonkurrenten senkten gerade spürbar ihre Steuern. Hinzu würden weitere Belastungen wie höhere Krankenkassenbeiträge für Arbeitgeber kommen.

“Durch die Menge an Mehrbelastungen wird die Wettbewerbsfähigkeit nicht erhalten, sondern eingeschränkt”, sagt von Engelbrechten. Er erwarte keine starken Gewinneinbrüche – eine Hilfe seien die politischen Beschlüsse aber auch nicht.

Schlechte Aussichten für die Automobilbranche

SPD und Union würden mehr emissionsarme und klimaneutrale Autos auf die Straßen bringen wollen. “Da den Unternehmen eine komplette Umrüstung von Soft- und Hardware wahrscheinlich nicht erspart bleibt, werden sie enorm entlastet”, erwartet von Engelbrechten.

Neue Antriebstechnologien seien teuer. “Einige Märkte werden künftig nicht mehr so stark wachsen, zum Beispiel China und die USA. Zusammen mit den Investitionen für die neuen Technologien ist kaum Gewinnwachstum zu erwarten”, so von Engelbrechten Das sei aber nicht der Politik geschuldet.

Finanztransaktionssteuer

Die Bürger sollen entlastet und der Solidaritätszuschlag schrittweise abgeschafft werden. Unternehmen müssten sich auf das Bestreben der Regierung einstellen, europaweite Mindestsätze bei Unternehmenssteuern einzuführen.

Nicht zuletzt solle die seit langem verhandelte substanzielle Finanztransaktionssteuer kommen. “Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Regierung die Steuer im Alleingang einführen wird, ist allerdings gering”, sagt von Engelbrechten.

Mehr Regulierung

Finanzmarktakteure müssen sich auf eine noch engmaschigere Regulierung einstellen. “Das alles ist nicht neu, doch bringen die geplanten Regulierungsschritte Kosten mit sich. Finanzwerte sollten daher fundamental sehr genau analysiert werden, ob sie ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell haben”, so von Engelbrechten.

Klare Umsetzungsideen zu den Zielen der Groko würden sich im Koalitionsvertrag kaum finden. Große Veränderungen hat die deutsche Wirtschaft laut von Engelbrechten nicht zu erwarten:”Da das Wachstum mittelfristig moderat sein wird, ist es ratsam, aktuell in strukturell wachsende Unternehmen zu investieren und nicht in solche, deren Wachstum stark von der Konjunkturentwicklung abhängt”, rät er. (kl)

Foto: Fidelity

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