Anzeige
23. August 2018, 11:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schwarmintelligenz nutzen

Zum Jahreswechsel häufen sich die Ausblicke von Finanzinstituten und -dienstleistern. Eine einzelne Prognose allein ist dabei in der Regel nicht mehr als ein Stochern im Nebel. Viele Prognosen zusammen lassen sich jedoch hervorragend für antizyklische Strategien nutzen.

Gastbeitrag von Ulrich Zorn, CSR Beratungsgesellschaft

Schwarmintelligenz nutzen

Ulrich Zorn: “Der Dax hat seit neun Jahren eine Rallye hingelegt. Ob diese weiterläuft oder nicht, können auch die besten Prognostiker nicht wissen.”

Diese Strategien reduzieren das Risiko im Portfolio – ein verlockender Gedanke, insbesondere nach einem lang laufenden Bullenmarkt.

Prognosen zur Entwicklung von Börsenständen, Zinsen oder Devisenkursen treffen in der Regel nur zufällig. Das liegt nicht an der mangelnden Kompetenz der Analysten, sondern an der Komplexität der Materie: Es gilt, eine Vielzahl von Kennziffern zu beobachten, zu gewichten und miteinander in Beziehung zu setzen.

Bereits kleine Abweichungen einzelner Variablen ändern das Ergebnis. Hinzu kommen die Marktteilnehmer, die mit ihren Entscheidungen die Kursverläufe beeinflussen. Wenn Anleger zum Beispiel mehrheitlich dazu neigen, Risiken gering zu werten, werden sie verstärkt Aktien nachfragen, das treibt die Kurse.

Risiko durch EZB-Geldpolitik

In den vergangenen fünf Jahren ist mit der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ein weiteres Risiko hinzugekommen.

Im Rahmen ihres seit März 2015 laufenden Anleihekaufprogramms hat die EZB bis Dezember 2017 Wertpapiere im Gegenwert von 2.280 Milliarden Euro erworben.

Noch bis Ende 2017 kaufte sie monatlich Papiere im Wert von 60 Milliarden Euro, seit Januar hat sie diesen Wert auf 30 Milliarden Euro halbiert. Mit ihren Käufen tritt die EZB als Nachfrager am Markt auf.

Unsicherheit erschwert Prognosen

Die verstärkte Nachfrage nach diesen Anleihen lässt deren Preise steigen. Entsprechend sind die Renditen gesunken. Dies kann als eine Verzerrung des Marktumfeldes gewertet werden, wobei abzuwarten bleibt, wie sich die Renditen entwickeln, wenn die EZB ihr Vorgehen ändert.

Das Ende der Käufe hat die EZB bisher weitgehend offen gelassen – die Unsicherheit erschwert Prognosen. So plausibel Prognosen oftmals scheinen, so wenig treffsicher sind sie in der Regel.

Viele aktive Vermögensverwalter halten dennoch an einem prognoseorientierten Portfoliomanagement fest. Die Grundidee ist auf den ersten Blick einleuchtend: Würde man die künftige Marktentwicklung bereits heute kennen, so wäre es einfach, das Portfolio so auszurichten, dass man den größten Nutzen aus dieser Entwicklung zieht.

Seite zwei: Kleine Fehler mit großer Wirkung

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit: Wie Schulabgänger versichert werden

Für viele Schulabgänger beginnt der Ernst des Lebens mit einer Ausbildung, andere starten ins Studium. Wer keinen Platz für die Lehre oder an der Uni ergattert hat, ist möglicherweise erst einmal arbeitslos. Je nach Situation muss die Vorsorge und Krankenheitsabsicherung anders geregelt werden.

mehr ...

Immobilien

Ergebnisse des Wohngipfels: IVD zieht gemischte Bilanz

Der Wohngipfel im Kanzleramt ist zuende gegangen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem Veränderungen bei der Erstellung von Mietspiegeln und mehr Fördermittel für den Städtebau. Auch eine Erhöhung des Wohngelds ist geplant. Der Immobilienverband IVD sieht einige gute Ansätze, bemängelt aber zu viel Regulierung.

mehr ...

Investmentfonds

Warum der US-Handelskrieg eine Chance für die EU ist

Amerikas saure, nicht süße Handelspolitik zwingt China, Alternativen zu suchen. So belebt Peking die eurasische Seidenstraße wieder und holt Russland mit ins Boot. Beide Länder verbindet sicher keine Liebesbeziehung, aber für eine Vernunftehe gegen den gemeinsamen Feind USA reicht es allemal. Könnte man auch noch Europa anbinden, würde sich der bislang zeitintensive Seeweg chinesischer Exporte in die westliche Welt erheblich verkürzen. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Plausibilitätsprüfung! Unbegrenztes Haftungsrisiko für Vermittler?

Anlagevermittler sehen sich vor Gericht nicht selten dem Vorwurf ausgesetzt, sie hätten die Plausibilität des Prospekts nicht geprüft. Wo sind die Grenzen und wie können Vermittler Pflichten reduzieren?

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium veröffentlicht geprüften Portfoliobericht

Solvium Capital, Anbieter von Direktinvestments in Container und Wechselkoffer, hat den aktuellen Portfoliobericht des Unternehmens vorgelegt. Anders als offenbar beim ehemaligen Konkurrenten P&R läuft demnach alles vertragskonform.

mehr ...

Recht

Welche finanziellen Vorteile die Eheschließung bringt

Heiraten – ja oder nein? Keine einfache Entscheidung, doch auch neben der Liebe gibt es gute Gründe dafür. Die Experten der DVAG erklären, wie sich Eheleute bei Steuern und Versicherungen besserstellen können und geben Tipps, was sie beachten sollten.

mehr ...