3. Juli 2018, 07:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schwellenländeranleihen: Die sieben wichtigsten Fragen

Steigende Ölpreise, ein stärkerer US-Dollar und politische Turbulenzen sind zunächst keine guten Nachrichten für Schwellenländeranleihen. Doch werden die Gefahren überbewertet oder treffen nicht alle Länder. Was Anleger jetzt wissen müssen. Gastbeitrag von Andrew Keirle, T. Rowe Price

 in Schwellenländeranleihen: Die sieben wichtigsten Fragen

Andrew Keirle: “Es ist nicht unser Basisszenario, aber es besteht die Gefahr, dass sich ein Teufelskreis entwickelt, wenn Kapitalabflüsse zu grundlegenderen Problemen führen, wie in Argentinien.”

2017 war ein außerordentlich gutes Jahr für Käufer von Schwellenländeranleihen, unabhängig von der Assetklasse. 2018 scheint sich dieser Trend umzudrehen, im Mai flüchteten viele Anleger aus Emerging Markets. War diese Flucht gerechtfertigt?

1. Sind höhere Ölpreise, steigende Zinsen und ein starker Dollar schlechte Nachrichten für Schwellenländeranleihen?

Die jüngste Kombination aus hohen Ölpreisen, steigenden Zinsen und einem starken Dollar hat sich negativ auf die Vermögenswerte der Schwellenländer ausgewirkt. Diese Risiken wurden jedoch weitestgehend bereits eingepreist. Bisher gab es nur moderate Kapitalabflüsse aus der Anlageklasse. Dies deutet darauf hin, dass sich die Stimmung der Anleger nicht grundlegend geändert hat.

Die höheren Ölpreise wirken sich unterschiedlich aus: Einige Länder wie Russland, Kolumbien oder Malaysia profitieren von ihnen, andere wie Indien, die Türkei oder Mittel- und Osteuropa wiederum nicht. Insgesamt entwickeln sich Schwellenländeranleihen relativ unabhängig vom Ölpreis. Wenn sich eine Korrelation zwischen den Rohstoffpreisen und dem Dollar bestätigen sollte, könnte dies für den Handel mit Schwellenländerdevisen ein Polster sein.

Im ersten Quartal waren steigende US-Zinsen bei Schwellenländeranleihen auf Hartwährungen zu spüren, aber die lokalen Renditen blieben nahe am Niveau vom Januar 2018. Wir gehen nicht davon aus, dass drei Prozent Zinsen bei zehnjährigen Treasuries die positiven Aussichten für Schwellenländer grundsätzlich ändern.

Anleger können sich bei weiter steigenden Zinsen allerdings abwenden. Der Markt hat den aktuellen US-Zinsausblick weitgehend eingepreist, es besteht aber ein gewisses Risiko, wenn sich das US-Wachstum oder der US-Arbeitsmarkt überraschend positiv entwickeln.

Seite zwei: Wie groß ist das Problem der Verschuldung in US-Dollar? + Geopolitische Risiken

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grüne wollen Marktmacht der großen Wirtschaftsprüfer aufbrechen

Die Grünen wollen die Marktmacht der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufbrechen. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus, sagte, öffentliche Aufträge müssten auch an mittelständische Wirtschaftsprüfer gehen. Außerdem forderte sie eine strikte Trennung von Beratung und Wirtschaftsprüfung.

mehr ...

Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt trotzt der Coronakrise

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten der Coronakrise weiter trotzen. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Pandemie intakt, heißt es in einer Prognose des Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

mehr ...

Investmentfonds

Ninty One sieht bei Aktien die Schwellenländer ganz vorne

Im Aktienbereich bieten der Fondsgesellschaft Ninety One zufolge aktuell vor allem Schwellenländerwerte interessante Anlagemöglichkeiten. Daher bevorzugt die Gesellschaft entsprechende Aktien momentan gegenüber europäischen und US-Werten. Zur Begründung verweisen die Experten unter anderem auf die bislang effektivere Bekämpfung der Corona-Krise in den Emerging Markets, verglichen mit anderen Regionen.

mehr ...

Berater

Allianz Private Krankenversicherung überarbeitet Optionstarif Option Flexi Med

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat ihren Optionstarif Option Flexi Med überarbeitet. Ab sofort werden allen Kunden volle Kalenderjahre, die sie in diesem Tarif versichert sind, als so genannte „leistungsfreie Zeit“ gutgeschrieben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Freiwilligendienste zählen auch für die Rente

Freiwilligendienste und freiwilliger Wehrdienst gelten als Beschäftigung. Wer sich hier engagiert, tut zugleich etwas für sein Rentenkonto. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin.

mehr ...