Anzeige
3. Mai 2018, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Silber blickt in goldene Zukunft

Privatanleger wie Profiinvestoren beschäftigt derzeit ein Phänomen, das so in den letzten Jahrzehnten nur sehr selten vorkam. Das Verhältnis vom Gold- zum Silberpreis befindet sich aktuell mit einem Wert von 80 auf historisch hohem Niveau.

Die Bröning-Kolumne

Silber blickt in goldene Zukunft

“Drei verschiedene Megatrends suggerieren aktuell ein weiteres Wachstum des Silberbedarfs in der Industrie.”

Ein Wert von 80 besagt, dass für eine Unze Gold 80 Unzen Silber gezahlt werden müssen, was stark vom langjährigen Durchschnitt von nur 55 Silberunzen abweicht. Das bedeutet, dass Gold entweder sehr teuer oder Silber sehr günstig ist.

Wenn man davon ausgeht, dass solche Extremwerte nicht von Dauer sind und sie sich früher oder später wieder ihrem langjährigen Durchschnitt annähern, gibt es also zwei Möglichkeiten: Der Goldpreis müsste entweder stark fallen oder der Silberpreis deutlich steigen.

Nachdem sich die Unsicherheiten über den Fortbestand unseres Finanzsystems, die Schuldenkrise und einen möglichen Zerfall der Eurozone gelegt hatten, gingen die Preise für Gold und Silber nach den deutlichen Anstiegen stark zurück.

Goldpreis hängt von Realzinsen ab

Gold fiel von seinem Höchststand im Sommer 2011 von gut 1.900 US-Dollar (USD) auf etwa 1.050 USD (-45 %), Silber rauschte prozentual sogar noch weiter nach unten (minus 73 Prozent) – von 50 USD auf nur noch 14 USD pro Unze. Seither kann man bei beiden Metallen von einer groß angelegten Bodenbildung sprechen.

Welche Faktoren beeinflussen nun die weitere Entwicklung der Edelmetalle? Der Goldpreis – der auch maßgeblich die Richtung des Silberpreises vorgibt – hängt wesentlich von den Realzinsen ab (= nominale Zinsen abzüglich Inflation).

Steigen die Realzinsen, fällt in der Regel der Goldpreis, da die Opportunitätskosten für das Halten von Gold größer werden und weniger Notwendigkeit für einen Inflationsschutz besteht. Im Moment ist es nur schwer vorstellbar, dass die Realzinsen nennenswert nach oben gehen.

Turbulente Zeiten positiv für Edelmetalle

Die gut laufende Weltwirtschaft ist inflationstreibend und die Notenbanken können wegen der ausufernden Schulden die Zinsen nicht deutlich erhöhen. Beides stützt den Goldpreis. Zudem gilt Gold als Krisenwährung und Versicherung gegen schwerere Marktturbulenzen.

In einer Zeit von Raketendrohungen via Twitter, einem drohenden Handelskrieg und eisigen Beziehungen zwischen den beiden Großmächten USA und Russland, dürften viele Investoren über neue Goldinvestments nachdenken und dadurch zumindest für stabile Preise sorgen.

Wenn diese Einschätzungen richtig sind, bleibt der Silberpreis als Stellgröße. Warum sich dieser bisher nicht nennenswert erholen und das Gold-Silber-Verhältnis wieder in Richtung des langjährigen Durchschnitts drücken konnte, ist schwer nachvollziehbar.

Seite zwei: “Megatrends” treiben Silber-Nachfrage

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Beides ist endlich und somit wird beides steigen.

    Kommentar von Jan Lanc, Neu-Isenburg — 4. Mai 2018 @ 09:24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Die Bayerische meldet Ertragszuwächse

Die Bayerische Versicherungsgruppe meldet für das Geschäftsjahr 2017 Ertragszuwächse in nahezu allen Bereichen. Insbesondere der Bereich Komposit und die Tocher Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr gutes Wachstum erzielen:

mehr ...

Immobilien

Wo am längsten für das eigene Heim gearbeitet werden muss

Für eine eigene Immobilie müssen Haushalte in München, Frankfurt/Main und Berlin im Durchschnitt rund fünfmal so lange arbeiten wie in günstigen Großstädten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Maklerunternehmens Homeday, für die 80 deutsche Großstädte untersucht wurden.

mehr ...

Investmentfonds

Einigung auf Regierungsprogramm in Italien belastet die Finanzmärkte

Sorgen vor einer populistischen, eurofeindlichen Regierung in Italien haben am Freitag die Finanzmärkte belastet. Auslöser ist die finale Einigung der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega auf ein Regierungsprogramm.

mehr ...

Berater

RAG-Stiftung steigt bei Pfandbriefbank ein

Die Essener RAG-Stiftung ist bei der Deutschen Pfandbriefbank als neuer Großaktionär mit im Boot. Die für die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten des Steinkohlebergbaus zuständige Stiftung hält nun 4,5 Prozent an dem Unternehmen. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Bund sich aus dem Institut nahezu komplett zurückgezogen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Eine Million Phantom-Container

Fast zwei Drittel der 1,6 Millionen Container, die der Anbieter P&R an Anleger verkauft hat, gibt es gar nicht. Die Entwicklung begann schon vor mehr als zehn Jahren. Das ergab die Bestandsaufnahme bei den fünf insolventen deutschen Gesellschaften der P&R Gruppe.

mehr ...

Recht

Bitkom: Nur ein Viertel der Unternehmen auf DSGVO vorbereitet

Zum Stichtag der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai sind einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge lediglich ein Viertel der Unternehmen in Deutschland ausreichend vorbereitet. Ganz am Anfang stehen demnach noch vier Prozent.

mehr ...