Trump will angeblich Freihandelszone mit EU

Donald Trump hat seine Meinung über Zölle scheinbar geändert. Waren sie gestern noch „das Größte“, will er sie nur ein paar Stunden später am liebsten abschaffen. An den Erfolg seiner eigenen Idee glaubt er allerdings selbst nicht. 

US-Präsident Donald Trump ist für seine Politik via Twitter bekannt.
US-Präsident Donald Trump ist für seine Politik via Twitter bekannt. Kein anderer Präsident hat den Kurznachrichtendienst so aktiv wie er genutzt.

Nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag noch auf Twitter verkündete, dass Zölle das Größte sind und unfaire Handelspartner damit bestraft werden, macht er ein paar Stunden später schon einen scheinbar widersprüchlichen Vorschlag.

„Zölle im Kopf aber nicht im Gepäck“

Anlass der Tweets ist das Spitzentreffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im weißen Haus, Thema werden die Handelsbeziehungen sein. Junckers Hauptanliegen ist es, Autozölle zu vermeiden. Er habe keine Gegenzölle im Gepäck, aber im Kopf, so Juncker in einem Interview mit dem ZDF.

Endlich fairer Handel

Trump hingegen twittert in der Nacht vor dem Treffen, dass er am liebsten alle Handelsbeschränkungen abschaffen würde und zeigt sich friedlicher als in den Tweets zuvor:

„Die Europäische Union kommt morgen nach Washington, um einen Handelsdeal zu vereinbaren. Ich habe eine Idee für sie. Die USA und die EU lassen alle Zölle, Barrieren und Subventionen fallen! Das würde man endlich freien Markt und fairen Handel nennen! Ich hoffe, sie machen es, wir sind bereit – aber sie werden es nicht tun!“

Trumps Idee hatte sein Finanzminister Steven Mnuchin bereits vor ihm. Auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires hat er vorgeschlagen, eine Freihandelszone zwischen den G7-Staaten zu errichten.

Wie glaubwürdig Trump seine „Idee“ Juncker vorschlagen wird, ist dennoch fraglich, da er schon vor dem Gespräch kommuniziert, dass er nicht daran glaubt, dass Juncker darauf eingeht. Gleichzeitig signalisiert er seinen Wählern, dass ihn keine Schuld trifft, sollte die EU neue und höhere Vergeltungszölle einführen. (kl)

Foto: Shutterstock

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