6. Dezember 2018, 06:36
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Warum eine fallende Zinsstrukturkurve eine Rezession auslöst

Anleger haben dadurch weniger Anreize, das höhere Risiko langfristiger Anleihen auf sich zu nehmen. Verstärkt wird dieser Effekt durch die zunehmende Unsicherheit über das Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA und die Handelspolitik Donald Trumps. Eine steigende Zinskurve steht für positive Erwartungen, eine inverse Zinskurve ist ein Indikator dafür, dass Anleger eine Rezession erwarten.

Sinkende Kreditvergabe

Hinzu kommt, dass sich Unternehmen bei einer flacheren Zinskurve auch über Bankkredite schwerer refinanzieren können, weil Banken weniger langfristige Kredite vergeben. Eine der wichtigsten Aufgaben von Banken ist die Fristentransformation. Bankkunden wollen über ihr Geld kurzfristig verfügen können, Kreditnehmer bevorzugen aber langfristige Kredite.

Auf Tagesgeldkonten zahlen Banken kurzfristige Zinssätze und bekommen für vergebene Kredite im Gegenzug langfristige Zinssätze. Kredite zu vergeben ist riskant, Finanzinstitute werden für dieses Risiko mit der Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen entschädigt. Sinkt der Spread, stellen Banken der Wirtschaft weniger Liquidität in Form von langfristigen Krediten zur Verfügung.

Rezessionsindikator

Fredgraph-spread-zehnjahres-dreimonats-zins in Warum eine fallende Zinsstrukturkurve eine Rezession auslöst

Abstand (Spread) zwischen dem Zinssatz für dreimonats- und zehnjährige US-Anleihen. Grau markierte Bereiche zeigen Rezessionen.

Noch ist der Abstand zwischen dem Zins für US-Bills über drei Monate und dem für zehnjährige US-Treasuries positiv, doch er sinkt seit einigen Jahren kontinuierlich. Entscheidend ist also, ob sich dieser Trend noch umgekehrt und ob ein negativer Spread auch dieses Mal eine Rezession auslöst. (kl)

Foto: Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Alles nachvollziehbar – allerdings gibt es seit Jahren keine fairen, d.h. auf Basis von Angebot und Nachfrage entstandenen Zinskurven. Durch den Einfluss der Notenbanken sind diese “verfälscht”. Ich will es nicht schön reden, aber die Märkte sind im Bann der Notenbanken. So manches aus der Geschichte und den Lehrbüchern ist aktuell nicht gültig.

    Kommentar von Jürgen M — 7. Dezember 2018 @ 10:13

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