Ausblick: So geht’s mit Brexit, Handelskonflikt und Zentralbanken weiter

Am Ende des ersten Halbjahres standen weltweit also dicke Pluszeichen auf den Kurstafeln. Die US-Märkte markierten Anfang Juli nun sogar neue Rekordwerte. Für die nächsten Wochen und Monate spielen mehrere Kräfte eine wichtige Rolle für die Aktienmärkte: Gibt es eine Einigung zwischen den USA und China, sollte das von den Aktienmärkten positiv aufgenommen werden.

Gefahr, dass der Handelsstreit entflammt

Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass ein Handelsstreit zwischen den USA und Europa entflammt. Jede Eskalation dürfte die europäischen und insbesondere deutschen Aktien unter Druck setzen. Sollten die Verhandlungen mit China ins Stocken geraten und sich die Wirtschaft weiter abschwächen, stehen die beiden großen Notenbanken Fed und EZB bereit, weitere Lockerungsmaßnahmen durchzuführen.

Ohnehin gilt es mittlerweile als sehr wahrscheinlich, dass die Fed als erste den Leitzins senken wird. Dem Anschein nach wird es ihr die EZB gleichtun, wenn im Herbst der amtierende Präsident Draghi den Staffelstab an seine mögliche Nachfolgerin Christine Lagarde übergibt. Wir rechnen damit, dass sich zuerst der Konflikt mit China lösen lässt. In diesem Umfeld sind wir weiterhin positiv gestimmt für die weltweiten Aktienmärkte und bevorzugen US-Aktien und Schwellenländeraktien.

Rentenmärkte profitieren von Unsicherheiten und Zinssenkungserwartungen

Angetrieben von den politischen Unwägbarkeiten einerseits und den Zinssenkungserwartungen andererseits setzten die Rentenmärkte ihren Aufwärtstrend fort. Positive Renditen sind im Bereich sicherer Anleihen, also zum Beispiel deutscher Staatsanleihen, kaum noch zu finden. Ein Beispiel: Aktuell müssen Laufzeiten von zwanzig Jahren und länger in Kauf genommen werden, möchte man mit einer deutschen Staatsanleihe noch eine positive Rendite erzielen. Spiegelbildlich sind die Kurse auf Rekordniveaus.

Auf der Suche nach Rendite sind auch andere, riskantere Rentensegmente von den Anlegern gefragt. Daher können auch zum Beispiel Unternehmens- und Schwellenländeranleihen zulegen. Diese Renten erachten wir immer noch als attraktiv. Eine Einigung im Handelsstreit und möglicherweise ausbleibende Zinssenkungen könnten dem positiven Trend am Rentenmarkt allerdings ein jähes Ende bescheren.

Staatsanleihen meiden?

Daher meiden wir zum Beispiel deutsche Staatsanleihen und bevorzugen Unternehmensanleihen mit kurzen Restlaufzeiten und Schwellenländeranleihen aufgrund der attraktiven Risikoprämien als Ergänzung. Die Risikoprämien, die Anlegern im letztgenannten Segment gezahlt werden, sind zuletzt deutlich zurückgegangen, was zu Kursgewinnen geführt hat.

 

Foto: Shutterstock

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