Checkliste für den Vermögensaufbau

Minus 0,5 Prozent. So weit hat die Europäische Zentralbank bei ihrer vergangenen Sitzung den Einlagensatz abgesenkt. Gleichzeitig will sie ihr Anleihekaufprogramm wiederbeleben. Der Leitzins liegt weiter bei null Prozent und die Niedrigzinsära setzt sich damit fort. Was Anleger jetzt in Sachen Vermögensaufbau noch tun können.

Das Geldvermögen der Deutschen steigt weiterhin deutlich.

„Das ist eine Situation, auf die sich Anleger einstellen müssen“, erläutert Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Denn der Zins, als eine Art Gravitationszentrum, wirkt auch auf alle anderen Anlageklassen aus.“ Mit anderen Worten: Die Bedingungen am Kapitalmarkt haben sich verändert. Aus diesem Grund brauchen Anleger und Sparer mehr denn je Orientierung. Für sie dürfte deshalb auch die World Investor Week, die vom 30.09. bis 6.10. stattfindet, von Interesse sein. Diese Aktionswoche, an der auch der FPSB Deutschland teilnimmt und der diese mit Medieninformationen begleitet, dient dazu, den Anlegerschutz durch Finanzwissen zu verbessern und den Nutzen einer langfristigen Finanzplanung zu verdeutlichen. Schließlich sind Finanzwissen und eine durchdachte Finanzplanung, wie sie die vom FPSB Deutschland zertifizierten unabhängigen Certified Financial Planner-Professionals anbieten, entscheidende Voraussetzungen, um den neuen Spielregeln am Kapitalmarkt zu begegnen.

Bei sechs Prozent rentierten zehnjährige Bundesanleihen Mitte der 1990er Jahre. Das reichte in der Regel aus, um nach Steuer und Inflation noch einen ansehnlichen Ertrag zu erzielen. Doch aktuell notieren sie bei minus 0,5 Prozent. „Das bedeutet nur, dass Anleger sichere Verluste machen“, erklärt Prof. Tilmes. „Neben dem Negativzins, den Anleger abführen müssen, kommt noch die Inflationsrate dazu, die die Kaufkraft des Vermögens schmälert.“ Wer zum Beispiel zehn Jahre lang 10.000 Euro anlegt und dafür keine Zinsen erhält, hat bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent am Ende nur noch eine reale Summe von 8.600 Euro. Der Kaufkraftverlust beträgt somit rund 14 Prozent.

Aber das Negativ- und Nullzinsumfeld ist nicht die einzige Herausforderung, mit der wir es am Kapitalmarkt zu tun haben. „Durch die Anleihekäufe der Notenbanken ist die Bewertung von Staats- und Unternehmensanleihen verzerrt und das wirkt sich wiederum auf alle anderen Anlageklassen aus“, erläutert der Finanzexperte weiter. „Denn weil Investoren verzweifelt Rendite suchen, haben sich sämtliche Preise und Bewertungen nach oben gezogen, beispielsweise auch bei Aktien oder Immobilien.“

Panik und Gier liegen eng beisammen

Dazu kommt die Volatilität, also die Stärke der Kursschwankungen, die ein typischer Gradmesser für die Stimmung der Anleger ist. Derzeit aber ist das so nicht unbedingt der Fall. Panik und Gier scheinen enger beisammen zu liegen, und die Stimmung kann sehr viel schneller kippen als sonst – in die eine wie in die andere Richtung. „Dies ist eine Folge der derzeitigen Geopolitik, aber auch des zunehmenden computergestützten Tradings, wo automatische Stopp-Loss-Kurse ausgelöst werden und jeden Kurssturz und -anstieg massiv verstärken können“, erläutert der FPSB-Vorstand, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch wissenschaftlicher Leiter des PFI Private Finance Institute / EBS Finanzakademie der EBS Business School, Oestrich-Winkel, ist. „Anleger sollten in diesem neuen Paradigma einige Dinge beachten“, rät der Finanzprofi.

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