3. Juni 2019, 07:58
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Wann Private-Equity-Manager Beteiligungen kaufen sollten

Dabei steht die Bedeutung ökologischer und sozial-gesellschaftlicher Aspekte sowie der Art der Unternehmensführung selbst nicht in Frage – sowohl LPs als auch GPs (Rückmeldungen auf die ESG-Umfrage 2019 von Coller Capital über die eigenen Portfolio-GPs) nehmen die Umsetzung dieses Themas in ihren eigenen Organisationen ernst. Rund 70 Prozent beider Gruppen berichten außerdem von Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Mitarbeiterdiversität.

Über die Vielfalt hinaus sind die internen ESG-Initiativen von LPs und GPs einander ähnlich, nur die Prioritäten unterscheiden sich etwas. Zwei Drittel der LPs arbeiten daran, flexible Arbeitsbedingungen und familienfreundliche Beschäftigungsmöglichkeiten in ihren eigenen Organisationen zu fördern (verglichen mit 43 Prozent der GP-Organisationen), während drei Viertel der GPs sich auf ESG-Schulungen und Coaching für ihre Mitarbeiter konzentrieren (verglichen mit 43 Prozent der LP-Organisationen).

Der längerfristige Ausblick

Die 30. Ausgabe des Barometers untersuchte außerdem das langfristige Interesse der Investoren an alternativen Anlagen. Dabei waren keine Anzeichen für ein Abflauen des Interesses erkennbar. Mehr als die Hälfte der LPs erwartet, dass sie in zehn Jahren mehr als ein Fünftel ihres Gesamtvermögens in alternative Anlagen investieren werden.

Außerdem erwarten die LPs, dass der Anteil von Private Equity an der gesamten Vermögensallokation zunehmen wird: 43 Prozent der Limited Partner gehen davon aus, dass sie in den nächsten zehn Jahren mehr als ein Zehntel ihres Gesamtvermögens in Private Equity investieren werden.

Eine Folge der anhaltenden Kapitalzuflüsse in diese Anlageklasse dürfte eine Stärkung des “Ökosystems” der Privatmärkte sein. Fast die Hälfte der LPs ist der Ansicht, dass der Anteil von Verkäufen von Portfoliogesellschaften an private Käufer (im Gegensatz zu Käufern auf dem öffentlichen Markt) in der Zukunft zunehmen dürfte.

Trend zu höheren Allokationen blieb konstant

Der Trend zu höheren Allokationen der Investoren in Private Equity ist über viele Barometer hinweg konstant geblieben. Der Nettosaldo der LPs, die einen Anstieg ihrer Anlagen in diesem Bereich planen (gegenüber denen, die eine Verminderung planen), ist von rund 7 Prozent der LPs im Jahr 2010 auf 30 Prozent im Jahr 2019 gestiegen.

Ähnliches gilt für alternative Asset-Allokationen im Allgemeinen; nur Anlagen in Hedgefonds widersetzen sich diesem Trend. Seit 2014 gibt es einen negativen Saldo bei den Absichten der Anleger in Bezug auf Allokationen für Hedgefonds.

Der Grund für die weiter steigende Investorennachfrage nach Private Equity ist klar. Während es seit der globalen Finanzkrise verhältnismäßig wenigen LPs gelungen ist, langfristige Nettojahresrenditen von mindestens 16 Prozent zu erzielen, hat sich die Beständigkeit der Renditen für die LP-Community in ihrer Gesamtheit seit der Krise verbessert.

Der Anteil der LPs, die über die Laufzeit ihrer Portfolios eine jährliche Nettorendite von 11 Prozent und mehr aufweisen, schwankt seit 2015 in jedem Coller Barometer zwischen 80 und 87 Prozent.

Risikokapital – und Raumfahrttechnik

Trotz des rasanten Anstiegs von Risikokapital- und Technologieinvestitionen in China glauben zwei Drittel der Investoren weltweit, dass sich die USA in den nächsten fünf Jahren als attraktiverer Markt für Risikoinvestitionen erweisen werden. Dazu ist es interessant festzustellen, dass Investoren aus dem asiatisch-pazifischen Raum diese Einschätzung mit ihren Kollegen in Nordamerika und Europa teilen.

Im Hinblick auf neue Grenzen weckt die Raumfahrttechnologie allmählich das Interesse der Investoren. Jeder achte LP plant, innerhalb der nächsten fünf Jahre in einen Risikokapitalfonds mit dem Schwerpunkt Raumfahrttechnologie zu investieren.

Das Global Private Equity Barometer von Coller Capital ist eine einzigartige Momentaufnahme weltweiter Trends im Private-Equity-Bereich. Zweimal jährlich bietet es einen Überblick über die Pläne und Meinungen institutioneller Private-Equity-Investoren in Nordamerika, in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum (einschließlich Naher Osten). Es erscheint seit 2004 halbjährlich jeweils im Sommer und Winter.

Das jüngste Barometer spiegelt die Einschätzungen von 112 Private-Equity-Anlegern aus der ganzen Welt im Frühjahr 2019 wider. Die Ergebnisse des Barometers sind für die Gesamtheit der LPs im Hinblick auf Anlegerstandort, Art der investierenden Organisation, verwaltetes Gesamtvermögen und Zeitraum der Erfahrung mit Private-Equity-Anlagen global repräsentativ.

 

Foto: Shutterstock

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