21. Mai 2019, 12:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Europa wählt: Was das für Anleger bedeuten kann

Irgendwie dreht sich in dieser Woche alles um Europa. Zunächst stellt sich die Frage, ob die gesamtwirtschaftliche Abkühlung, die im zweiten Halbjahr Italien in die Rezession kippte und Deutschland nur haarscharf daran vorbeischrammen ließ, eventuell schon wieder am Abklingen ist. Gastbeitrag von Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

Martin-lueck in Europa wählt: Was das für Anleger bedeuten kann

Martin Lück analysiert das Geschehen an den wichtigsten Kapitalmärkten.

Hoffnungsträger ist die Nachfrage aus China, wo das erste Quartal angeblich eine Expansion von 6,4 Prozent des BIP gegenüber dem Vorjahr brachte und die Regierung angekündigt hat, das Wachstum mit Steuersenkungen und zusätzlichen Staatsausgaben anzuschieben.

China steht inzwischen für rund 30 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums, insofern ist die Annahme, die Dynamik aus dem Reich der Mitte könne vor allem exportorientierten Ländern auf die Sprünge helfen, berechtigt. In dieser Woche kommen mit dem Ifo-Index und den Einkaufsmanagerindizes wichtige Konjunkturindikatoren heraus. Besonders die Zusammensetzung der Subindikatoren, also etwa die relative Stärke der jeweiligen Industriekomponenten, könnte Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die europäischen Volkswirtschaften im zweiten Quartal entwickeln.

An Trump gewöhnen?

Daran, dass Donald Trump scheinbar willkürlich und ohne Plan B tragende Säulen der Weltordnung abräumt, haben wir uns gewöhnen müssen. Klima-Akkord, Iran-Atomabkommen, NAFTA oder WTO- Handelsstandards sind nur einige der Fälle, in denen wir darauf warten, dass der selbsternannte Greatest Dealmaker Ever ein neues, besseres Abkommen an die Stelle des zerstörten alten setzt. Insofern dürfen wir als Europäer schon dankbar sein, wenn der US-Präsident es offenbar vorzieht, sich nicht mit China und der EU gleichzeitig zu duellieren.

Denn da der Handelsdeal mit den Chinesen auf sich warten lässt, hat die amerikanische Regierung pünktlich zum 18. Mai verkündet, für weitere 180 Tage auf Strafzölle gegenüber europäischen Autoimporten zu verzichten. Was wohl wiederum bedeutet, dass für diese Frist nicht mit einem China-Deal zu rechnen ist. Damit dies bei Trumps Wählerbasis gegenüber den Europäern nicht als zu nachgiebig wahrgenommen wird, schickte der Präsident einen Tweet gleich hinterher. Darin wird die EU aufgefordert, künftige Fahrzeuglieferungen in die USA mittels Höchstquoten zu begrenzen.

Bewusste Eskalation durch Trump?

Schon diese Relativierung des Aufschubs von Strafzöllen zeigt, wie sehr Trumps Handelskonfliktagenda von Wahlkampfüberlegungen bestimmt wird. Denn während die US-Regierung nun ein halbes Jahr Zeit hat, einen Deal mit China doch noch unterschriftsreif hinzubekommen, spart man sich den Showdown mit der EU für die Zeit danach auf, vermutlich für Anfang 2020, wenn der Präsidentschaftswahlkampf richtig Fahrt aufnimmt. Wir bleiben bei der Einschätzung, dass Trump den Handelskonflikt bewusst hochkocht, um bei seiner Wählerbasis Punkte zu sammeln.

Seite 2: Was bedeutet das für Anleger?

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Wie viel verdient man in der Ausbildung?

Bankkauffrau, Konditor, Friseur oder Maurerin: Mit dem Schulabschluss in der Tasche beginnt für viele junge Menschen in der Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt. Und mit ihm füllt sich meistens zum ersten Mal das eigene Konto. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sparsam mit dem Taschengeld der Eltern sein musste. Doch wie viel Geld verdient man während der Ausbildung eigentlich? Und was tun, wenn das Geld nicht reicht? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

mehr ...

Immobilien

Renovieren: BGH nimmt Vermieter und Mieter in die Pflicht

Langjährige Mieter können ihren Vermieter zum Renovieren verpflichten, müssen sich aber an den Kosten beteiligen. Voraussetzung ist außerdem, dass sich der Zustand der Wohnung seit Einzug deutlich verschlechtert hat.

mehr ...

Investmentfonds

Reges Interesse an Unternehmensteilen von Wirecard

Für die Teile des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard gibt es nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters ein reges Interesse unter Investoren.

mehr ...

Berater

Wie lange hält Urlaubsanspruch? Richter wenden sich an EuGH

Um über die Dauer von Urlaubsansprüchen bei Arbeitnehmern mit Langzeitkrankheit urteilen zu können, hat das Bundesarbeitsgericht den Europäischen Gerichtshof um eine Vorabentscheidung gebeten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Weiterbildung in Zeiten von Covid-19

Die Corona-Pandemie hat das Interesse der Versicherungsvermittler an der Nutzung der Möglichkeiten digitaler Weiterbildung gesteigert, um so sicherzustellen, dass das gesetzliche Pflichtsoll von mindestens 15 Stunden Weiterbildungszeit pro Jahr erfüllt wird. Doch nicht jedes Webinar erfüllt die Voraussetzungen, die für eine Anrechenbarkeit im Rahmen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht gefordert sind. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...