16. Mai 2019, 07:17
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Europawahl 2019 – eine Schicksalswahl?

Will sich Europa also mit dem Schicksal abfinden, dass es auf dem internationalen Schachbrett nur noch die Bauern stellt, aber nicht mehr Springer, Turm, Dame oder König?

Das wäre erbärmlich. Daher brauchen wir zunächst eine möglichst hohe Wahlbeteiligung, um der Welt zu zeigen, dass Europa seinen Bürgern nicht egal ist, sondern eine hohe Bedeutung hat. Ohnehin, wer nicht wählt, darf auch später nicht über das Ergebnis meckern. Wir brauchen aber ebenso Politiker, die nicht nur von Schicksalswahl sprechen, sondern das Schicksal Europas nach der Wahl in die Hand nehmen:

·       Fruchtbare statt furchtbare Politik

·       Europa geostrategisch mittendrin statt nur dabei

·       Entscheidungsmacht statt Ohnmacht

·       Realitätssinn statt Wunschdenken

·       Digitalisierung statt Industriemuseum

·       Soziale Marktwirtschaft statt Sozialismus

·       und damit Europäische Aktienleit-, statt -leidindices

Das sind sicherlich dramatische Herausforderungen. Aber für europäische Politiker sollte es selbstverständlich sein, diese offensiv anzugehen. Wenn man das nicht will, kann man es ja als Feuerwehrmann beziehungsweise -frau versuchen. Keiner wird gezwungen, Volksvertreter zu sein.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator. Er ist aus Funk und Fernsehen bekannt und schreibt regelmäßig für Cash.

Foto: Baader Bank

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1 Kommentar

  1. Der Analyse stimme ich zu, ergänzt um einen m.W. wichtigen Aspekt: Die europäischen Politiker werden zuhause gewählt, und ihre Bürger schauen zunächst auf ihre jeweils eigenen Taschen. Da das so ist, sollte Europa seine Politik auf die Themenfelder begrenzen – weniger ist eh mehr! -, die jedem europäischen Bürger sofort einleuchten: Europäische Armee, gemeinsame Sicherung der Schengen-Außengrenze, Flüchtlingspolitik, Außenpolitik (Abkommen mit den USA endlich abschließen!) Wettbewerbspolitik, und das KleinKlein den Ländern und Regionen überlassen. Europa muss sich nach außen so aufstellen, dass es ohne die permanente Hilfe (inzwischen Trumpsche Querschläge) des Großen Bruders auskommt.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 17. Mai 2019 @ 11:22

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