11. Juni 2019, 06:01
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Factor Investing: “Value ist keine Risikoprämie”

Welche Faktoren sind das?

Raviol: Das eine ist die Small-Cap-Prämie, auch „Size“ genannt. Wer systematisch in kleine Aktien investiert oder kleine Aktien übergewichtet wird langfristig dafür entschädigt. Das liegt daran, dass der Small-Cap-Anleger mehr unternehmerisches Risiko trägt, das ist eine ganz einfache ökonomische Argumentation. Ein kleines Unternehmen ist typischerweise fokussiert in seinem Produktspektrum, hat vielleicht auch eine kürzere Historie und eine andere Finanzierungssituation als ein großes Unternehmen. Dadurch ist das unternehmerische Risiko im Schnitt höher als bei Unternehmen im Large-Cap-Bereich. Das ist plausibel. Ein höheres unternehmerisches Risiko zahlt sich für den Anleger in einer höheren Rendite aus. Das sieht man auch in den Daten, langfristig performen Small Caps besser als Large Caps.

Welches ist der zweite Faktor?

Raviol: Die zweite Prämie nennen wir Leverage- oder Low-Beta- Prämie, sie ist ebenfalls eine klassische Risikoprämie. Dort geht es um Beta, die Sensitivität zum Markt. Die Gewinnchance des Anlegers ist bei einer High-Beta-Aktie im Vergleich zum eingesetzten Kapital prinzipiell größer als bei einer Low-Beta-Aktie. Sie brauchen weniger Kapital, um einen bestimmten Gewinn zu machen. Steigt der Index beispielsweise um ein Prozent, so steigt eine Beta-2-Aktie um zwei Prozent. Je höher das Beta ist, desto attraktiver, denn Sie können mit wenig Geld viel Gewinn erzielen. Diese Aktien sind daher begehrt. Daher sind sie aber auch teurer als Low-Beta-Aktien, weswegen sie im Schnitt im Vergleich zum Index eine niedrigere Rendite haben. Umgekehrt ist es bei der Low-Beta-Aktie, dort müssen Sie mehr Geld investieren, um einen bestimmten Betrag zu erzielen. Steigt der Index um ein Prozent nach oben, steigt eine Low-Beta-Aktie mit einem Beta von 0,5 nur um ein halbes Prozent. Low Beta ist in dieser Betrachtung zunächst unangenehm für den Aktienkäufer, weil man mehr Geld riskieren muss, um die gleiche Rendite wie der High-Beta- Investor zu erhalten. Der Hebeleffekt der Aktie ist also kleiner. Daher kommt der Begriff Leverage-Prämie. Für die Übernahme dieses Risikos bei Low-Beta-Aktien wollen Anleger langfristig entschädigt werden, in Form einer Prämie. Das lässt sich auch beobachten: Low-Beta-Aktien entwickeln sich über längere Zeit nicht nur risikoadjustiert, sondern sogar absolut besser als der Index, während High-Beta-Aktien langfristig schlechter abschneiden.

Seite drei: Value ist keine Risikoprämie

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