Handelsstreit: USA bereiten neue Zölle gegen China vor

Es sei daher wert, diesen Weg zu gehen. Kudlow betonte, das Weiße Haus rechne mit Gegenmaßnahmen der Chinesen. Er wollte dennoch nicht von einem Handelskrieg sprechen. Die Gespräche liefen schließlich weiter.

Trotz der Eskalation bemühen sich beiden Seiten weiter um eine versöhnliche Tonlage – möglicherweise auch, um die Finanzmärkte zu beruhigen. „Es ist normal und unausweichlich, kleine Rückschläge und Wendungen in Gesprächen zu haben“, sagte Liu He.

Zugleich ging er in die Offensive und enthüllte erstmals drei chinesische Kernforderungen: So müssten alle Zusatzzölle beseitigt werden. Die Ziele für geplante chinesische Käufe von US-Waren müssten mit der realen Nachfrage übereinstimmen. Außerdem müsse der Text des Abkommens „ausgewogen“ sein und die „Würde“ beider Länder wahren.

Gegenzölle treffen auch Deutschland

China kündigte – als Reaktion auf Trumps jüngsten Vorstoß – Gegenmaßnahmen an, ohne zunächst Details zu nennen. Da die USA gar nicht so viel nach China exportieren wie umgekehrt, kann Peking nicht mit vergleichbaren Sonderzöllen Vergeltung üben.

Die USA exportierten 2018 Waren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar nach China, die heute schon weitgehend mit „Gegenzöllen“ belegt sind. China lieferte für 539 Milliarden US-Dollar in die USA.

Mögliche chinesische „Gegenzölle“ werden auch deutsche Autobauer wie BMW und Mercedes treffen, die von ihren Werken in den USA nach China exportieren.

Gespräche trotzdem „offen und konstruktiv“?

Der schon heute spürbare Rückgang des Handels droht, das Wachstum in China weiter zu bremsen, worunter deutsche Exporteure leiden.

Die Unsicherheiten können auch die Investitionslaune von Firmen in China dämpfen, die dann weniger deutsche Anlagen und Maschinen kaufen, wie Industrieverbände warnen.

Trotz der Differenzen bezeichnete Trump die Handelsgespräche als „offen und konstruktiv“. Ob Sonderzölle wieder aufgehoben würden, hänge davon ab, was in Bezug auf künftige Verhandlungen geschehe, schrieb der Präsident auf Twitter.

Seite vier: USA fordern größeren Marktzugang

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