29. Mai 2019, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Reduzieren unsere BIP-Prognose 2019 für Bayern auf 0,9 Prozent”

“Die Konjunktur in Bayern kühlt sich zunehmend ab, das gilt insbesondere für die Industrie. Wir erwarten keine Rezession, aber ein deutlich langsameres Wachstum. Für 2019 reduzieren wir unsere Prognose und gehen jetzt von einem BIP-Wachstum in Bayern von 0,9 Prozent aus”, erklärt Wolfram Hatz, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des aktuellen vbw Index heute in München.

 in Reduzieren unsere BIP-Prognose 2019 für Bayern auf 0,9 Prozent

vbw Index der Bayerischen Wirtschaft – Frühjahr 2019

Der vbw Index der Bayerischen Wirtschaft ist zum zweiten Mal in Folge spürbar gesunken: Aktuell liegt der vbw Index bei 120 Punkten, das sind 15 Punkte weniger als vor einem halben Jahr und es ist der niedrigste Stand seit 2014. Dennoch bleibt der Index über dem Durchschnitt von 100 Punkten. Besonders deutlich sind die Wachstums-Indizes gesunken, die die allgemeine Konjunktur beschreiben. Der La-ge-Index Wachstum fiel um 25 auf 132 Punkte. “Für den Rückgang sind einerseits die schlechteren Urteile der Unternehmen verantwortlich, zum anderen Produktionsrückgänge in der Industrie”, erklärt Hatz. Der Prognose-Index Wachstum ging um 18 Punkte zurück auf 106 Punkte und liegt damit nur noch im neutralen Bereich. “Hinter diesem Rückgang stehen vor allem deutlich gesunkene Erwartungen der Unternehmen. Außerdem sind die Auftragseingänge in der Industrie rückläufig und die Kapazitätsauslastung lässt etwas nach”, kommentiert Hatz. Die Beschäftigungs-Indizes sind ebenfalls gesunken, aber weniger deutlich.

“Die Industrie wird von zwei Seiten gebremst: Das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld schwächt die Exporte und die hohe Unsicherheit dämpft die Investitionsneigung”, betont Hatz und verweist auf die außenwirtschaftlichen Probleme wie Handelskonflikte, Brexit und ungelöste geopolitische Krisen.

Vor diesem Hintergrund fordert der vbw Präsident die Politik auf, stärker auf Wachstum zu setzen: “Die Zeiten des Verteilens sind vorbei. Jetzt muss es wieder um die Wirtschaft und um das Erwirtschaften gehen.”

Außerdem verlangt Hatz Steuerentlastungen für Unternehmen und Bürger. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Steuereinnahmen insgesamt um 156 Milliarden Euro auf 776 Milliarden.

“Steuersenkungen werden auch deshalb immer dringlicher, weil andere Staaten ihr Unternehmenssteuersystem reformieren. Nichts-Tun bedeu-tet dann Zurück-Fallen. Der Unternehmenssteuersatz in Deutschland liegt bei 31 Prozent, im Schnitt unserer wichtigsten Wettbewerber sind es 24 Prozent”, so Hatz. Den SPD-Forderungen nach Steuererhöhungen etwa bei Tabak, bei Hotel-Übernachtungen oder nach einer Finanztransaktionssteuer erteilt er eine klare Absage und stellt klar: “Die Zeit für soziale Geschenke wie die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung sind vorbei.”

Zudem fordert der vbw Präsident mehr Flexibilität für die Unternehmen und warnt vor einer Einschränkung der befristeten Beschäftigung sowie vor Belastungen durch überbordende Arbeitszeiterfassung, wie sie vom EuGH gefordert wird.

 

Foto: obs/vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grauer Kapitalmarkt: Anbieter fischen in sozialen Medien

Über Facebook, Instagram & Co. bauen fragwürdige Unternehmen Kontakt zu jungen Interessenten auf und wollen sie für ihre Geldanlagen gewinnen. Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Hessen stellten fest, dass die untersuchten Angebote undurchsichtig sind. Oft scheinen Schneeballsysteme dahinter zu stecken.

mehr ...

Immobilien

Trendbarometer 2019: Es wird nicht so gut bleiben, wie bislang

Der deutscher Gewerbeimmobilienmarkt ist im europäischen Vergleich attraktiv. Stagnierende Margen und die Neugeschäftsentwicklung zeichnen eine leichte Eintrübung. Deshalb rücken nun zunehmend mehr B-Städte in den Fokus. Welchen Einfluss zudem die Digitalisierung besitzt. 

mehr ...

Investmentfonds

Energiewende: Das ist jetzt von Vermögensverwaltern gefordert

Enormer Erfolg grüner Parteien bei den Wahlen zum Europaparlament oder auch die Fridays for Future-Bewegung – das Thema Klimawandel ist in aller Munde. Zugleich mehren sich die Rufe nach stärkeren politischen Maßnahmen. Ein Kommentar von Eva Cairns, ESG Investment Analyst bei Aberdeen Standard Investments.

mehr ...

Berater

Bundesrat billigt neue Regeln für Wertpapierhandel

Ab 21. Juli 2019 gilt europaweit die EU-Prospektverordnung. Sie soll für mehr Anlegerschutz sorgen: durch bessere Informationen bei Angebot und Zulassung im Wertpapierhandel an den Börsen. Die vom Bundestag dazu beschlossenen innerstaatlichen Änderungen hat der Bundesrat am 7. Juni 2019 abschließend gebilligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

hep erwirbt ein zweites Solarprojekt in Japan

Der Publikumsfonds „HEP – Solar Portfolio 1“ erwirbt ein zweites Solarprojekt in Japan. Die Fertigstellung der Anlage soll Mitte 2020 stattfinden.

mehr ...

Recht

OLG Celle: Anlagevermittler muss Schadensersatz leisten

Ein Finanzanlagenvermittler ist aufgrund eines Prospektfehlers Schadensersatz pflichtig. Dies urteilt nun das Oberlandesgericht Celle in einem von der Kanzlei Aslanidis, Kress und Häcker-Hollmann geführten Verfahren. Was das Urteil für Andere bedeutet. 

mehr ...