Kryptowährungen: Nur Spielgeld

Der Bitcoin steigt und Anleger möchten dabei sein. Abgesehen davon, dass dies natürlich ein typisch zyklisches Verhalten wäre, ist ein Investment in Bitcoin & Co. auch nur mit dem sinnvoll, was diese Währungen selbst sind: Spielgeld. Ein Kommentar von Michael Jensen, Moventum.

Michael Jensen, Moventum: „Kryptowährungen sind als Gegenmodell zu staatlichen Währungen konzipiert.“

Natürlich ist es verlockend zu sehen, wie der Bitcoin in den vergangenen Wochen an Wert gewonnen hat. Es weckt die Begehrlichkeit, selbst dabei zu sein. Gleichzeitig ist das immer auch nur ein Teil der Betrachtung, denn seit seinem Hoch bei rund 20.000 US-Dollar je Bitcoin war er immerhin auf unter 4.000 Dollar gefallen. Der Anstieg auf jetzt fast 8.000 US-Dollar ist zwar ein schöner Gewinn.

Aber eben nur, wenn der Einstiegszeitpunkt passte. Und wer schafft das schon mit dem Timing? Für die Mehrzahl der Anleger bedeuteten Investments in die Kryptos daher eher Verluste.

Gold hat einen Vorsprung in Sachen Vertrauen

Was auch kein Wunder ist. Alle Währungen, US-Dollar genau wie Euro oder auch Krypto-Spielgelder egal welchen Namens, hängen von einem wenig fassbaren und schwer zu erlangenden Faktor ab: Vertrauen. Eine der ältesten Währungen der Welt, das Gold, hat da einen Vorsprung. Seit Jahrtausenden wird Gold als wertvoll und damit werthaltig geschätzt. Und trotzdem: Entscheiden sich die Menschen, Gold nicht mehr als Wert zu sehen, würde sein Preis gegen null sinken.

Ähnliches gilt für die staatlichen Währungen. Sie sind genauso lange Zahlungsmittel von Wert, wie die Menschen an ihren Wert glauben. Wer würde ein Brot gegen ein Stück Papier tauschen, würde nicht eine Zentralbank garantieren, dass das Papier auch morgen noch einen Wert hat?

Staaten übernehmen Verantwortung für stabile Währungen

Nun stehen hinter Euro, Dollar & Co. Staaten, die politisch wie wirtschaftlich mehr oder weniger gut aufgestellt sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Währungen auch in Zukunft bis zu einem gewissen Grad werthaltig sind, ist groß. In der Regel übernehmen die Staaten die Verantwortung für eine stabile Währung und lagern sie an Notenbanken aus.

Deren Kapital ist Vertrauen. Deshalb inszenieren sich Notenbanker so gern als Sphinx, geben sich verschlossen und geheimniskrämerisch und schaffen es so, dass jedes ihrer Worte von Analysten gewogen und interpretiert wird. Ziel ist es, Handlungsfähigkeit in jeder noch so schwierigen Situation zu zeigen. Das funktionierte in den vergangenen Jahren auch recht gut.

Dass aber eine Währung nur vom Vertrauen lebt, zeigt sich immer wieder an Staaten, die ob ihrer unsicheren politischen Lage Vertrauen verspielen – und dafür mit einer rasanten Geldentwertung zu kämpfen haben. Die Türkei kann davon ein Lied singen. Oder Venezuela.

Seite zwei: Warum Kryptowährungen anders sind

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