Ökoworld: Gitarren statt Knarren

Wenig Zweifel kann man daran haben, dass die von Ökoworld ins Auge gefasste Zielgruppe nicht auch das notwendige Kapital hat, in den Elternfonds anzulegen. Einen Hinweis darauf geben auch die Ticketverkäufe und Zuschauerzahlen im Rockbusiness. Mit 28 restlos ausverkauften Konzerten in Europa haben die Rolling Stones auf ihrer „No Filter“-Tour im Jahr 2018 einen Rekordumsatz eingefahren. Die britische Band erspielte sich laut „Billboard“ einen Umsatz von insgesamt 237,8 Millionen US-Dollar. Und gerade wurde die Nordamerikatour 2019 abgeschlossen, zu der wieder 1 Million Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher kamen. Die Rolling Stones beendeten ihre „No Filter Tour“ mit 415,6 Millionen US-Dollar Einnahmen. Die dreijährige „No Filter Tour“ ging am 30. August 2019 in Miami zu Ende. Die Stones sind nun die einzigen Musiker, die gleich mit zwei Tourneen unter den Top 10 der umsatzstärksten Konzertreisen vertreten sind. Kurz danach wurde sogar Mick Jagger politisch.

Beim Filmfestival in Venedig wandte er sich mit einem direkten Appell an US-Präsident Donald Trump und forderte ein Umdenken in der Klima- und Umweltpolitik. Jagger äußerte sich am 7. September, nachdem Aktivisten Sprüche wie „Hört auf eure Kinder“ und „Macht den roten Teppich grün“ auf den roten Teppich sprühten.

Kundinnen und Kunden, die das meiste Geld ungenutzt auf den Konten liegen haben ohne Sinn und Ertrag, das sind die Generationen, die der Elternfonds primär ansprechen soll. Rock ’n’ Roll soll die Blockade aufbrechen, sein gespartes Geld endlich sinnvoll in Wirtschaftskreisläufe zu integrieren.

Diese Anlegerkreise brauchen keinen Sparplan mehr. Sie müssen im Regelfall auch nicht mehr für sich selber vorsorgen, sondern können an ihre Kinder und Enkel denken. Wobei Ökoworld den steuerlichen Aspekt von Erbschafts- und Schenkungsteuer ganz bewusst mit abdeckt. Ökoworld schafft eine „zukunftsfähige Rendite mit Emotion“.

Diese Zielgruppe des Elternfonds, des Generationenfonds, war beispielsweise früher in den 60er und 70er Jahren in Bewegung, geistig, politisch, rebellisch. Die Welt war in Bewegung. Die Musik spielte den Soundtrack dazu. Vieles Neue entstand. Auch gegen das Establishment, gegen den Starrsinn und die Einbahnstraßen.

Einmalanlage ab 10.000 Euro – kein Sparplan

Mit dem Ökoworld Rock ’n’ Roll Fonds kann dies nun auf einem anderen Parkett neu gelebt werden. Alte Rebellen von damals, aber natürlich auch die neuen Rebellen von heute sollen nun über Gesundheit, Bildung und Ernährung in die Zukunft investieren. Für sich persönlich, Kinder und Enkel, für junge Erwachsene. Die Einstiegshürde sind übrigens 10.000 Euro. Das soll Signalwirkung haben und das Produkt abgrenzen gegen niedliche Sparprodukte, die andere Anbieter wie Sand am Meer anbieten.

Seite drei: „Rock ’n’ Roll“ als kommunikative Klammer noch zeitgemäß in der heutigen Zeit?

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