11. Oktober 2019, 09:20
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“Weiter hohe Nachfrage im CoCo-Markt”

Die starke Performance an den Anleihemärkten setzte sich im dritten Quartal trotz eines leichten Rückzugs im September fort. Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund COCO, mit einem Blick auf die aktuellen Entwicklungen des CoCo-Anleihen-Markts.

Bonds-Anleihen in Weiter hohe Nachfrage im CoCo-Markt

Anlageklasse der CoCo-Bonds kann deutlich zulegen.

„Angesichts niedriger Renditen bei Staatsanleihen der entwickelten Länder ist die Nachfrage nach Kreditprämien weiterhin hoch. Davon profitieren, dank der höheren Renditen, vor allem auch CoCo-Anleihen“, so Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund COCO. Die Neuemissionstätigkeit im Segment der CoCo-Bonds war im dritten Quartal rege und es kamen elf neue CoCo-Anleihen mit einem Gesamtemissionsvolumen von rund 10 Mrd. US-Dollar auf den Markt. Damit wurden seit Jahresbeginn rund 30 Mrd. US-Dollar emittiert. Von den elf Anleihen stammt von einer Versicherungsgesellschaft (Achmea) und zehn Papiere von Großbanken. Der überwiegende Teil der neu emittierten Bank-CoCo-Anleihen wurde mit dem Ziel ausgegeben, anstehende Calls bestehender CoCo-Anleihen im weiteren Verlauf des Jahres 2019 und Anfang 2020 zu refinanzieren.

Trend wird sich fortsetzen

„Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend, die anstehenden Calls in den nächsten drei bis sechs Monaten zu refinanzieren, fortsetzen wird. Von den 13 CoCo-Anleihen, die 2019 ihren ersten Call hatten, wurden zwölf zurückbezahlt (der einzige “Non-Call” war Banco Santander). Interessanterweise stellen wir fest, dass einige Rückzahlungen auch unabhängig von wirtschaftlichen Aspekten erfolgt sind. Dies zeigt sowohl Flexibilität seitens der Aufsichtsbehörden als auch, dass das Reputationsrisiko eines “Non-Calls” für die meisten Emittenten ein wichtiger Faktor ist. Ein so hohes, strukturelles Call-Ratio (12/13 oder 92 Prozent) ist ein positives Zeichen für den CoCo-Markt und stärkt die Zuversicht der Anleger in Bezug auf die Call-Disziplin. Ausstehende CoCo-Anleihen mit dem ersten Call im Jahr 2020 gibt es aktuell von 17 Emittenten, wobei wohl auch hier 16 der 17 Emittenten ihre Optionen ziehen werden. Wir gehen daher auch im Jahr 2020 von einem hohen Call-Ratio von 94 Prozent aus“, sagt Björk.

Positiver Ausblick für CoCo-Markt

Nach neun Monaten legte die Anlageklasse der CoCo-Anleihen gemäß des ICE BofAML Contingent Capital Index 11,38 Prozent zu und der Swisscanto (LU) Bond Fund COCO erzielte in diesem Zeitraum eine Rendite von 13,91 Prozent (brutto, abgesicherter Euro). Ausblickend meint Björk: „Diese Zahlen belegen: bisher war 2019 das perfekte Umfeld für höher verzinsliche Kredite von höherer Qualität, wie zum Beispiel CoCo-Anleihen. Infolgedessen ist der Kreditspread des Bloomberg Barclays CoCo HY Index seit Jahresbeginn um 100 Basispunkte (Bp) gesunken (von 525 Bp auf 425 Bp). Mit 425 Basispunkten liegt er jedoch immer noch im höheren und attraktiveren Teil unserer erwarteten Spreadspanne (300 -500 Bp). Wie von uns erwartet, kam es im dritten Quartal (Anfang August) zu einer vorübergehenden Konsolidierung, als sich die Spreads auf 480 Bp ausweiteten. Wie bereits in den vergangenen zwei bis drei Jahren sahen wir jedoch weiterhin eine sehr starke Nachfrage nach CoCo-Anleihen auch auf diesen höheren Spread-Levels. Seit Mitte August hat sich der CoCo-Markt gut entwickelt und wir befinden uns nun auf einem Spread-Niveau, an dem neue Emissionsaktivitäten zunehmen könnten.“

Branche mit guter Profitabilität

Darüber hinaus bestätigen die Halbjahresergebnisse der europäischen Großbanken (der typische CoCo-Emittent), dass die Branche insgesamt weiterhin eine gute Profitabilität und starke Bilanzen aufweist. „Aus unserer Sicht sollte ein weltweit niedriges Wachstum und niedrige Zinsen die Kreditausfälle auf einem tiefen Niveau halten und gleichzeitig die Nachfrage der Anleger nach einem qualitativ hochwertigen und einkommensstarken Sektor wie dem CoCo-Markt stützen. Daher halten wir, trotz der starken Entwicklung des CoCo-Markts in diesem Jahr, die Bewertungen nach wie vor für attraktiv“, so Björk.

Foto: Shutterstock

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