27. März 2020, 13:41
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Coronakrise – KMU-Umfrage: Fast neun von zehn Unternehmen brauchen dringend Fördermittel

Die Folgen der Corona-Krise schlagen schon jetzt mit voller Wucht auf den deutschen Mittelstand durch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 500 Unternehmenskunden von Fin Compare, des auf KMU-Finanzierung spezialisierten Marktplatzes.

Geld in Coronakrise – KMU-Umfrage: Fast neun von zehn Unternehmen brauchen dringend Fördermittel

Kleine und mittlere Unternehmen benötigen dringend Fördermittel, um die Coronakrise zu überstehen.

Zentrales Ergebnis: Knapp neun von zehn KMU (88,6 Prozent) sehen entweder selbst oder bei ihren Kunden kurzfristigen Bedarf an Fördermittel aufgrund der Corona-Krise. Das bekannteste Förderprogramm sind aktuell die bundesweiten Darlehen der “KfW-Corona-Hilfe”.

Die Antworten auf die Frage, wofür das Geld gebraucht wird, zeigen die Notlage der Unternehmen: An erster Stelle stehen Miete und andere Fixkosten (63,1 Prozent), gefolgt von Erhalt von Arbeitsplätzen (57,2 Prozent) sowie das Begleichen von Verbindlichkeiten (51,5 Prozent).

Weitere Ergebnisse: Mit der Abwicklung über die Hausbank sind knapp vier von zehn Unternehmen nicht zufrieden; KMU wünschen sich zur Beantragung zudem weitere Kanäle, wie beispielsweise die direkte Beantragung der Kredite bei der KfW oder über Online-Plattformen.

„Die Auswertung zeigt die dramatische Lage bei den KMU. Es geht hier ums nackte Überleben in vielen Branchen. Der Rettungsschirm der Bundesregierung ist zwar weit gespannt, aber jetzt muss das Geld auch schleunigst bei den Unternehmenankommen“, erklärt Stephan Heller, Gründer und CEO von Fin Compare.

Doch genau in der Abwicklung drückt aktuell der Schuh: Die KfW-Darlehen der Corona-Hilfe müssen derzeit über die Hausbank abgewickelt werden. Aufgrund von Filialschließungen und Home Office-Regelungen vieler Bank-Mitarbeiter bei einer gleichzeitigen Flut von Anträgen kommt es hier zu großen Verzögerungen in der Prüfung der Anträge: Knapp vier von zehn Unternehmen beurteilen den Service ihrer Hausbank daher „schlecht“ (26,4 Prozent) oder sogar „sehr schlecht“ (12,9 Prozent). „Was wir jetzt brauchen ist erstens eine Beschleunigung des Kreditantragsprozesses durch digitale Lösungen, die skalierbar sind und eine exponentiell steigende Antragsflut bewältigen können.

Zweitens sollte das Hausbank-Prinzip auf weitere Distributionskanäle erweitert werden auf Fintechs, denn in diesem Bereich ist aktuell der Flaschenhals“, so Stephan Heller. Unternehmen wünschen sich mehr Kanäle für die Beantragung“Erfahrungsgemäß brauchen Banken durchschnittlich rund 300 Minuten für die Bearbeitung eines Kreditantrages für die KfW, aktuell werden die Institute allerdings mit mehreren hundert Anträgen täglich konfrontiert”, erklärt Heller.

Daher ist nicht verwunderlich, dass sich die Mehrheit der befragten Unternehmeneine Optimierung des Prozesses wünscht: Fast jedes dritte (31,7 Prozent) KMU würde die Darlehen gerne direkt bei der KfW beantragen. Mehr als jeder fünfte Befragte (22,2 Prozent) möchte Online-Plattformen für die Beantragung nutzen. „Selbst wirtschaftlichgesunde Unternehmen, die die große Mehrzahl in Deutschland bilden, kommen schnell an ihre Grenzen, was Kostensenkungsmöglichkeiten anbelangt. Um eine Masseninsolvenz von gerade kleinen Unternehmen, die das wirtschaftliche Rückgrat

Deutschlands bilden, zu verhindern, müssen wir jetzt schnell und entschlossen handeln“, so Heller. Kleine Unternehmen und Kleinstunternehmen brauchen dringend FördermittelDie befragten Unternehmen gaben an, vor allem die Maßnahmen Steuerstundungen (57,0 Prozent) sowie Kurzarbeit (49,4 Prozent) in der Corona-Krise einzusetzen, versuchen aber auch Kosteneinsparungen bei Mieten, Materialeinkauf (43,2 Prozent) etc. umzusetzen.

Besonders betroffen sind natürlich die Unternehmen, die selbst in wirtschaftlich guten Zeiten aufgrund der Risikoprofile der Banken nicht problemlos an Kredite beziehungsweise Finanzierungen mit optimalen Konditionen gelangen: Kleinstunternehmen, Kleine Unternehmen, Solo-Selbstständige etc. An der Online-Befragung von FinCompare nahmen bislang 526 Unternehmen teil, die Mehrheit darunter (52,3) Prozent beschäftigt weniger als fünf Mitarbeiter und erzielt zwischen 100.000 und 750.000 Euro Jahresumsatz (43,3 Prozent). Alle befragten Unternehmen gehören zu den bei Fin Compare registrierten rund 26.000 Unternehmen.

Foto: Shutterstock

 

 

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